Der „Goldfisch“…

Mal was anderes…
DER GOLDFISCH
Kin yü, der Goldfisch, stieg nach der chinesischen Überlieferung im zweiten Jahre der Regierung des Kaisers Ping Wang, das ist im Jahre 769 vor Christi Geburt, aus eine Quell hervor, der entsprungen war, als das Volk nach hundert Tagen Dürre den Himmel um Regen anflehte. Wie sollte es auch anders sein, als dass Kin yü, der in den Gartenteichen unter Lotosblüten in den schönen Spiegelungen der Sträucher bei rieselndem Mondlicht dahinzieht, er, der rot ist wie das Feuer, der funkelt wie die Sonnenscheibe und der das Gewölbte einer Rosenblüte hat, durch ein Wunder auf die Erde verzaubert wurde? Ob aber der Goldfisch zur Zeit der Tschou-Dynastie zu, Haustier gemacht wurde oder schon früher, ist nicht mehr genau zu sagen. Doch es geschah vor Jahrtausenden in China. Ein Fisch nahm die Farbe und Form einer poetischen Laune an, er trieb sanft und schimmernd dahin wie ein Boot mit Lampions.
Der Kopf wippt im Rhythmus der Schwanzschläge leicht von rechts nach links. Aber Kin yü ist nicht allein. Neben ihm schwimmen seine Gefährten. Über den Anblick konnte ein kontemplatives Gemüt mit halbem Bewusstsein träumen. Dann stieg der Entzückte aus dem Pavillon von Porzellan die Stufen aus Jade zum Wasser hinab. „An das Brückengeländer gelehnt, harre ich auf das Kommen der Goldfische. Den ganzen Tag kann ich erwartungsvoll auf und ab gehen und verweilen“, sagte der Dichter Su Tze Meh vor über 900 Jahren in seine Gedichte Die Pagode der sechs Harmonien.
Nach Europa gelangten die ersten Nachrichten durch den Schiffs-Chirurgen Engelbert Kämpfer aus Lemgo, der in den sechziger Jahren des siebzehnten Jahrhunderts nach Siam und Japan kam. In Japan hieß der Goldfisch Kin-Jo, und Kämpfer beschrieb ihn als fingerlang, rot, mit schönem goldgelben Schwanz; auch wusste er, dass die Jungen schwärzlich waren. Im Jahre 1691 wurden die Goldfische nach England gebracht. Der alte Seeweg von Ostasien führte über Batavia, Mauritius und dann um Südafrika herum nach St. Helena, Nach diesen Zwangsstationen hatten die Seeleute im Laufe der Jahre Goldfische mitgenommen und auch diejenigen, die 1728 abermals nach London gebracht wurden und sich dann dort fortpflanzten, stammten von St. Helena. Den ersten zuverlässigen Bericht über die Goldfische gab der Jesuitenpater Du Halde in seiner Description de la Chine, die 1735 in Paris erschien. Er sagte, die Fürsten und großen Herren von China ließen in ihren Gärten Teiche graben und hielten die Goldfische in Porzellangefäßen. Er beschreibt die Goldfische als brennend rot; auf dem Rücken seien sie wie mit Goldstaub bestreut, manche seien silbrig, andere weiß mit roten Flecken. Sie seien sehr lebhaft und spielten gern an der Oberfläche des Wassers. Gegen Wetterunbilden und Erschütterungen ihrer Behälter seien sie empfindlich. Sie würden zahm, so dass man sie mit einem Gong zur Fütterung rufen könne. Im Winter, der in Peking drei bis vier Monate dauere, brauche man ihnen nichts zu geben. Andere stelle man, um sie vor Kälte zu schützen, in die Häuser. Die vornehmen Besitzer fütterten sie selbst und verlören viel Zeit bei der Betrachtung der munteren Spiele. Ähnlich wie die Tulpen wurden die Goldfische nach ihrem ersten Bekanntwerden in Europa mit Gold aufgewogen und als Jeanne Antoinette Poisson im Jahre 1745 von Ludwig XV. zur Marquise de Pompadur gemacht wurde und die Schlüssel zu den Gnaden Frankreichs in die Hand hielt, ließ die französisch-indische Compagnie der geborenen Dame Poisson als ein sehr kostbares Geschenk einige Goldfische überreichen.
Früher hielt man die Karausche für die Stammform des Goldfisches. Doch haben die Untersuchungen des Japaners Y. Matsui wahrscheinlich gemacht, dass der Giebel, der in Japan Funa heißt, die Urform ist. Lange galt der Giebel nur für eine verkümmerte Karausche; jedoch hat er mehr Karpfengestalt, einen Knick im Nacken und ein größeres Auge. M. Gasowska nannte 1936 in der Zeitschrift für Fischerei den Giebel „die ostasiatische Silberkarausche“ und der russische Ichthyologe L.S. Berg sah den gestreckten Giebel der ostasiatischen Flüsse als mit dem Goldfisch identisch an. Im Jahre 1938 wies Otto Heuschmann in der Zeitschrift für Fischerei darauf hin, dass der Giebel, dem Berliner Fischforscher Marcus Elieser Bloch schon im achtzehnten Jahrhundert den Namen Carassius gibilo gegeben hatte, die Stammform ist und nicht die Karausche, Carassius carassius, die man in vielen Büchern als Wildform des Goldfisches angegeben findet. Giebel und Karausche, einander sehr ähnlich, sind auf den ersten Blick vom Karpfen zu unterscheiden, weil ihnen die Barteln fehlen. Die Karauschen sind nur wenig kälteempfindlich. Sie vertragen es, kürzer Zeit in Eis einzufrieren. Karl Knauthe schrieb 1891 in den Blättern für Aquarien- und Terrarienfreunde, dass die Temperatur nicht unter -3 bis -4 Grad Celsius fallen darf und dass die Fische nicht länger als eine Stunde in der Erstarrung bleiben dürfen, wenn sie später wieder um Leben aufwachen sollen. Experimentell ist jedoch noch nicht nachgewiesen, ob es nicht doch Fische gibt, die länger im Eis die Lebenskraft bewahren. Man sollte annehmen, dass sich die in den Geweben gelösten Salze bei längerem Einfrieren kristallisieren und dass die Zerstörung im Aufbau des Protoplasmas nicht wieder gut zu machen ist. Indessen wird immer wieder von eingefrorenen Fischen und insbesondere Karauschen berichtet, die nach dem Auftauchen quicklebendig fortschwimmen.
Die Goldfische sind empfindlicher und überstehen die mitteleuropäischen Winter nicht immer. Sie halten sich in dem milderen italienischen und südfranzösischen Winter viel besser. Die natürliche Nahrung sowohl der Karauschen wie der Giebel sind Insektenlarven, Molusken und Krebstierchen. Den Karauschen genügen die kleinsten Wasserlöcher, wenn der Boden lehmig oder schlammig ist, und wenn es Pflanzen nicht fehlt. Es stört sie nicht, wenn das Sumpfwasser schmutzig ist. Auch der ostasiatische Giebel ist fast mit jedem Wasser zufrieden. Da er mit Abfällen vom Tisch des Menschen leicht zu füttern war, konnte er zum Haustier werden. Der Goldfisch wäre nie gehegt und gezüchtet worden, wenn seine Schuppen nicht die Goldfarbe annähmen. Ein ähnlicher Chrysismus kommt auch bei anderen bräunlich-grünlichen Fischen vor. Wir sahen es schon bei den Schleien und Orfen. Neben den tiefroten Goldfischen gibt es in China weiße mit schwarzen Tupfen, schildpattgemusterte, silbergrüne, rot und blau gemaserte, schwarz-gold-silbern gebänderte und gescheckte.
In dem Frankreich der Rokoko-Zeit liebte man die glänzende Zur-Schau-Stellung der Goldfische. Scharlatane zogen von Markt zu Markt und ergötzten die Menge mit einer Kugelvase, in die ein zweiter Glasglobus eingeschlossen war; darin saß ein Vögelchen. Um dieses herum schwammen in er mit Wasser gefüllten Schichten die Goldfische, und die Schaulustigen hatten an der scheinbaren Vermischung der Elemente Spaß. Die Goldfischglocken, die sich in der Mitte bauschten und einen engen Hals hatten, prangten in den Salons des neunzehnten Jahrhunderts. Es war eine Quälerei für die fast erstickenden Fische. In den siebziger Jahren blühte in der Umgebung der Stadt Oldenburg die Goldfischzucht. Damals gab es dort sechzig Teiche, in denen nur Goldfische gehalten wurden. Dann gewannen die italienischen Züchtereien durch das günstigere Klima einen Vorsprung und lieferten viele Tausende von Goldfischen nach Nordamerika und allen Ländern der Erde. Ungefähr um das Jahr 1500 wurde der Goldfisch von China nach Japan gebracht. Die Japaner erreichen die Abwandlung der Gestalt durch künstliche Fischzucht. Sie nehmen von Goldfischen, die sie zur Nachzucht bringen wollen, ein Männchen und ein Weibchen aus dem Wasser und schütteln sie, mit Daumen und Zeigefinger pressend, gegeneinander. Die befruchteten Eier lassen die auf Wasserpflanzen fallen, wo sie sofort festkleben. Es ist nicht sicher, ob das japanische Verfahren älter ist als die künstliche Befruchtung der Forellen, die Stephan Ludwig Jakobi im Jahre 1763 bekannt gab.
Aus: „Die Fische“ von Richard Gerlach -1950-

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Geschichte(n) rund um den Karpfen – 1950 –

Geschichte(n) rund um den Karpfen –mainkarpfen.de –
DER KARPFEN – Richard Gerlach – 1950
Von allen Fischen sind die Karpfen am meisten zu Haustieren geworden. Trotzdem ist es nicht so, dass sie bei uns ohne die Fürsorge des Menschen aussterben müssten. In Norddeutschland pflanzen sie sich hauptsächlich in den Teichwirtschaften fort. Man setzt sie nicht gern in Seen und Flüsse ein, weil sie dort nur schwer wieder zu fangen sind und die Brassen zurückdrängen, die dem Fischer in natürlichen Gewässern leichter ins Netz gehen. In Süddeutschland pflanzen sich die Karpfen auch ohne die Hege des Menschen fort. So gibt es in Altwässern der Donau Wildkarpfen, die nicht aus Zuchtteichen entnommen sind. An diesem und jenem Weiher angelt man mit einer gekochten Kartoffel am Haken Karpfen.
Wenn es im Mai warm wird, bespannt der Teichwirt seinen Streichteich: er setzt inmitten einer sonnigen Wiese einen kleinen Teich, der trocken gelegen hat, unter Wasser. Ein Gitter hindert die Frösche, hinein zu springen und in dem frisch zulaufenden Wasser gibt es noch keine auf Fischbrut gierigen Larven von Libellen und Gelbbrandkäfern. Um eine gleichmäßige Temperatur zu bekommen, lässt man zuerst das Wasser eine Weile in kleinen Teichen vorwärmen und dann von dort in drei oder vier Streichteiche weiterrieseln. Wenn das Wasser eine Woche lang im Streichteich gestanden hat, wird ein Weibchen, das mindestens sechs Sommer alt ist, hineingesetzt. Wenn die Karpfen „streichen“, das heißt laichen sollen, muss das Wasser schon wärmer als sechzehn Grad Celsius sein. Ein Weibchen setzt je nach Größe 60.000 bis 750.000 Eier ab. Man nimmt zwei Männchen, um sicher zu sein, dass die Eier auch befruchtet werden. Lässt man drei oder vier Weibchen, je mit zwei Männchen in den Teich, so erhält man zahlreichen Karpfennachwuchs. Die Männchen folgen den Weibchen in den warmen Mainächten mit viel Geplansche. Jedesmal, wenn ein Weibchen einen Strahl Eier ins Wasser presst, spritzt ein Männchen seine Milch darüber. Die blassgelben, senfkorngroßen Eier kleben an Uferpflanzen oder Grashalmen fest. Nun kann sie die Sonne bescheinen. Wenn das Wetter hell und warm ist, reifen sie bald. Schon nach zwei Tagen sind in ihnen die beiden Augenpunkte zu erkennen. Nach vier bis sieben Tagen schlüpfen die Jungen. Ihr Kopf steht nach unten, die Bauchflossen fehlen noch, und die Brustflossen vibrieren ein wenig. Die Fischchen kommen nur schlängelnd und mühsam voran. Erst wenn sie nach einigen Tagen an der Oberfläche Luft geschnappt und mit ihr die Schwimmblase gefüllt haben, schwimmen die ohne Anstrengung. Ein paar Tage später haben die den Inhalt der kleinen Dotterblase aufgezehrt. Nun senkt der Züchter den Spiegel des Teiches, aus dem die alten Karpfen gleich nach dem Laichen wieder heraus gefangen wurden. Wenn sie darin bleiben, würden sie dir Brut verzehren. Die Jungen werden bald in die sogenannten Vorstreckteiche gesetzt. Das sind ein bis zwei Morgen große Teiche, die nicht das ganze Jahr über unter Wasser stehen, sondern in denen im Frühling das Gras sprießt. Läuft nun das Wasser darüber, so bilden sich millionenweise Infusorien und andere kleine Lebewesen, die den jungen Karpfen zur Nahrung dienen. Sind diese drei oder vier Zentimeter lang, so kommen sie in die zwei bis fünf Hektar große Brutstreckteiche. Im Juli oder August beginnt die Fütterung mit gemahlenen oder geschroteten Körnern. Der in den Teich geschüttete Schweinemist ruft eine Flora von Bakterien und Algen hervor und der Geruch lockt Mücken herbei, die nun ihre Eier ablegen. Die jungen Karpfen sollen sich ernähren, wie sie es täten, wenn der Mensch sich nicht um sie kümmerte.
Im Herbst sorgt der Teichwirt dafür, dass die Karpfen gut durch den Winter kommen. Die beste Art der Überwinterung hat Wilhelm Wunder in der Allgemeinen Fischerei-Zeitung (1947) so geschildert: Die jungen Karpfen nehmen auch im Winter Nahrung auf. Sie müssen in der kalten Jahreszeit noch etwas finden können. Die Teiche müssen so tief sein, dass auf ihrem Grund eine Temperatur von ungefähr vier Grad Celsius herrscht und die Eisdecke die Fische nicht in den Schlamm drückt. Bleibt das Wasser zu warm, so bleiben die Karpfen nicht ruhig, sondern schwimmen umher, und weil es nicht genug Fressbares gibt, magern sie ab. Ist es aber kalt genug, so stellen sie sich schräg nach unten und stützen den Kopf auf. In dieser Stellung verbrauchen sie am wenigsten Kraft. Die Schwimmblase hält sie halb in der Schwebe. Dicht beisammen atmen sie langsam. Alle Köpfe sind dem Zustrom des Wassers entgegen gerichtet. Sie berühren sich nicht gegenseitig. Wenn die Temperatur sich nicht ändert, behalten sie die einmal eingenommene Stellung den ganzen Winter über bei. Sie verlieren in der langen Fastenzeit nur ein Hundertstel ihres Gewichtes. Selbst ein russischer Winter macht ihnen nichts aus. Ist es aber bald kalt, bald warm, so schwimmen sie immer wieder umher und verbrauchen Kräfte, die sie durch Fressen nicht ersetzen können. Dann haben sie im Frühjahr einen spitzen Rücken.
Man wiegt einsömmrige Karpfen, bevor man sie im Mai in die Streckteiche setzt. Das Durchschnittsgewicht in diesem Alter ist fünfzig Gramm. Wenn der zweite Lebenssommer zu Ende geht, soll es auf 450 g angewachsen sein, nach dem dritten auf zwei bis 3 Pfund und nach dem vierten auf vier bis fünf Pfund. In nasskalten Sommern fressen die Karpfen weniger und bleiben kleiner. In größeren Seen werden zuweilen Karpfen von vierzig Pfund gefangen. Im Jahre 1929 befand sich im Berliner Aquarium ein Karpfen, der 97 cm lang war und 41 Pfund wog. So schwere Karpfen können vierzig Jahre alt und älter sein. Aber in der Teichwirtschaft strebt man diese Gewichte nicht an.
Die größeren Karpfen fressen vor allem am Grunde die roten Zuckmückenlarven, Büschelmückenlarven, Bartmückenlarven und den Schlammröhrenwurm. Die kleineren Karpfen stellen mehr den im Wasser schwebenden Krustern nach. Der Tastsinn führt die Karpfen zu ihren Nährtieren hin, sie nehmen ein Maul voll Schlamm, schmecken ihn durch und spülen das Unverdauliche wieder hinaus. Aus den Pflanzenstengeln beißen sie Stücke, an denen Zuckmückenlarven sind. Auch bei größeren Karpfen ist die Maulöffnung so eng, dass höchstens Brocken von Walnussgröße hindurchgehe. Wenn das Karpfenmaul sich ganz öffnet, wird es zu einem kreisförmig vorgestülpten Rüssel; er besteht aus Knorpeln und kann sich an den Teichgrund eindrücken. Die vier Barteln und die Lippen schmecken, was ins Maul eingesogen wird. So nehmen die Karpfen auch die Molusken und die Uferkrustazeen auf. Beim Atmen öffnet und schließt sich der Mund wie ein feueranfachender Blasbalg.
Einer hinter dem anderen ziehen die Karpfen ruhig dahin. Doch manchmal kehren sie jäh um und werfen sich auf die Seite. So kriechen sie auch unter den Netzen durch, wenn sie „umzingelt“ sind. Andere springen über den oberen Netzrand. In Kurt Smolians Merkbuch der Binnenfischerei (Berlin 1920) heißt es vom Karpfen: „In Wildwassern meist sehr schwer, oft gar nicht zu fangen, geht selten in Reusen und weiß den Netzen zu entgehen. Daher ist der Besatz von Wildgewässern mit Karpfen allermeist nicht zu empfehlen“.
Wo man in Gartenteichen die Karpfen füttert, legen sie bald ihr scheues Wesen ab, schwimmen bettelnd unter der Oberfläche, lassen sich auch durch Klingeln herbeirufen und schlucken die ihnen zugeworfenen Bissen. In Rotten kreuzen sie auf, plätschern dahin und schnappen schmatzend. Doch sind sie bei aller Vertraulichkeit immer noch argwöhnisch und wenn einer zur Seite schnellt, erschrecken alle und flüchten. Beim Dröhnen harter Schritte stieben sie in die Tiefe. Sie treiben sich mit den großen Brustflossen und der zweilappigen Schwanzflosse vorwärts. Die lange Rückenflosse ist meistens nach hinten zurück gelegt. Auch in sauerstoffarmen, verschlammten Weihern fühlen sich die Karpfen noch wohl; nur kommen sie dann öfter an die Oberfläche. Der Grund muss weich sein, Lehm oder Löß, aber kein Fels. Das sommerwarme Wasser vertragen sie gut. Von dem gewöhnlichen Schuppenkarpfen unterscheidet man den Lederkarpfen, der nur wenige kleine Schuppen hat. Der Spiegelkarpfen hat drei Reihen von großen Schuppen. In der Körperform haben sich durch Züchtung Verschiedenheiten herausgebildet. Die Galizier sind Spiegelkarpfen, bei denen die Rückenlinie in einem gleichmäßigen Bogen verläuft. Die Wittingauer oder böhmischen Karpfen sind etwas gestreckter und meistens Lederkarpfen. Ähnliche Proportionen haben die vollständig beschuppten Lausitzer Karpfen. Die wenig kürzeren fränkischen Karpfen können Spiegel- oder Lederkarpfen sein. Die Aischgründer Karpfen sind die gedrungensten von allen. Die Lokalformen sind vielfach gekreuzt und ihr Ursprung ist oft nicht mehr zu erkennen.
Der Karpfenzüchter lässt seine Karpfen nur bis zum zwölften oder dreizehnten Jahre zur Fortpflanzung zu. Später sind sie nicht mehr in ihrer vollen Kraft. Was die „bemoosten“ Häupter anbelangt, die ein sagenhaftes Alter haben sollen, so sind diese von dem parasitischen Pilz Saprolegnia befallen, der sich an wunden Hautstellen ansiedelt und zum Tode führt. Die „Bemoostheit“ ist eine Krankheit und kein Anzeichen der Jahre!
Nicht selten werden die Karpfen von Karpfenläusen belästigt. Diese Krebstierchen sind sechs Millimeter lang und bohren sich mit ihrem Giftstachel, der zwischen den beiden schwarzen Augen liegt, in die Haut des Fisches, sich mit den Saugnäpfen der Kieferfüße festhaltend. Ein Karpfen, der Hunderte von solchen Gästen mitschleppen muss, verkümmert. Wenn die Teiche abgelassen werden, steckt man die von Karpfenläusen befallenen Fische in ein Lysolbad und spült sie hinterher mit Wasser ab. Sie erholen sich bald. Die Karpfenlaus kann drei Wochen lang ohne Wirt im Wasser existieren und hält sich dann im Seichten dicht über dem Boden auf. Wenn ein Fisch sie zu schnappen sucht, stürzt sie sich auf ihn. Um die Schädlinge zu vernichten, legt man die Karpfenteiche im Winter trocken. So werden auch viele fischbrutfeindliche Insekten und Insektenlarven ausgemerzt. Durch das Austrocknen werden Fischkrankheiten vermieden und die Kalkung des Grundes tut ein Übriges. Der Frost lässt die Bodenmineralien verwittern und die Pflanzen können im nächsten Jahre üppig wachsen. In einem natürlichen Teich sind solche Eingriffe nicht notwendig; dort stellt sich das Gleichgewicht von selbst her. Wo die Fische sich übermäßig vermehren wie in den Zuchtteichen, muss der Mensch die Schädigungen ausschalten. Im Freien dürfen die Hunderttausende von Nachkommen, die ein Karpfenweibchen alljährlich ins Leben ruft, nur zum geringsten Teil aufkommen, sonst bliebe für die anderen Arten kein Platz. Die Fischreiher und Eisvögel, die Wasserspitzmäuse und Fischhottern gleichen das Übermaß aus und wo man sie ausrottet, stellen sich Pockenkrankheit, Rotseuche, Schuppensträubungen, Knötchen-, Costien- und Chilodon-Krankheit ein. Auch diese Krankheiten kann der Fischzüchter verhüten. Er schafft seinen Fischen Bedingungen, unter denen sie ungehindert wachsen, teilt sie in Alterklassen ein und überwacht die Zunahme ihres Gewichtes. Wenn die Fische die gewünschte Größe erreicht haben, liefert er sie in die Küche.
Wie die meisten Fische schmecken auch die Karpfen am besten, wenn sie ganz frisch sind. Darum kommen sie lebend auf den Markt und werden erst im letzten Augenblick geschlachtet. Ein Karpfen, der zehn Stunden vor der Zubereitung getötet wurde, schmeckt fade, und sein Fleisch wird weichlich.
Der Karpfen wurde einst für heilkräftig gehalten. Aus den Gehörsteinen und Kauplatten, die man beide als Karpfensteine bezeichnete, stellte man ein Pulver her, von dem man behauptete, dass es das Blut stille. Auch sollte das Fieber lindern und Kindern die Fallsucht austreiben. In Wein geschüttet, half gestoßener Karpfenstein gegen die Kolik, löste auch Nierensteine auf und wenn man ihn in den Mund nahm, verging das Sodbrennen. Der mondförmige Gehörstein wurde das Amulett an einem Band um den Hals getragen. Die Augen sollten durch Karpfengalle heiter und licht werden.
Der Blick der kleinen Karpfenaugen hat einen nachdenklichen Glanz, und so dachte man wohl, ihr geheimnisvolles Leuchten könne auch einem Menschen den Star stechen.
Das Bild der still dahin gleitenden Karpfen gehört zu unseren Sommern. Wer den Schwimmern zuschaut, fühlt, wie sich ihm die Sorgen besänftigen. Langsam und unermüdlich ziehen die rundlichen Fische ihre Bahn und zuweilen streift uns ein Blick ihrer ernsthaften Augen. Manchmal aber krümmen sie sich plötzlich wie im Halbkreis zusammen und springen zwei Fuß hoch in die Luft und wenn sie in das Wasser zurückfallen, klatscht es auf.

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GARUM – römische „Fischsoße“-

GARUM – römische „Fischsoße“ – …
„Garum“ (auch: Liquamen), war das Standartgewürz in der römischen Küche. Die Würzsoße wurde für salzige und süße Speisen verwendet, etwa in der Häufigkeit, wie heutzutage Fischsoße in der asiatischen Küche verwendet wird.
Herkunft
Garum erfreute sich in der römischen Küche größter Beliebtheit. Die Herkunft wird entweder in Griechenland oder Karthago vermutet.
Herstellung:
Garum war eine Flüssigkeit, die dadurch entstand, dass man Fische wie Thunfisch, Europäische Sardelle, Aal, Makrele und andere einschließlich ihrer Eingeweide mit Salzlake vermischte und in offenen Becken teilweise monatelang der Sonne aussetzte. Dabei wurde das Fischeiweiß durch in den Eingeweiden enthaltende Enzyme abgebaut. Bei konstant gehaltener Temperatur von ca. 40°C ist die Fermentation nach ca. einer Woche abgeschlossen. Dieses Gemisch wurde dann ausgepresst und mehrfach gefiltert, bis man eine klare, bernsteinfarbene Flüssigkeit erhielt. Der zurückbleibende Satz wurde als allec bezeichnet. Während das Endprodukt einen feinen, charakteristischen Geruch hat, war die Geruchsbelästigung während der Produktion beträchtlich, weshalb die Produktionsstätten für Garum außerhalb der Ortschaften lagen.
Garum wird als Oberbegriff für verschiedene Varianten von Fischpasten in verschiedenen Preisklassen gebraucht, wie Salsamenta, Liquamen, Muria oder Hallex. Als exquisiter Luxusartikel galt etwa das Garum, das aus gesalzenem Thunfisch aus Byzanz hergestellt wurde.
Für die Römer war es ein gängiges Gewürz in der allgemeinen und gehobenen Küche. Gemischt mit Wein, Essig, Pfeffer, Speiseöl oder Wasser, wurde Garum zum Verfeinern vieler Speisen verwendet. Zusätzlich galt Garum in der Medizin als Heilmittel bei zahlreichen Leiden wie Hundebissen, Geschwüren, Darmgrippe und Durchfall.

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Geschichte(n) rund um den Karpfen – Fischfang in römischer Zeit –

Geschichte(n) rund um den Karpfen –mainkarpfen.de-
Fischfang in römischer Zeit
Die Besiedlung des Donauraumes im heutigen Landkreis Kelheim durch die Römer erreicht einen kulturellen Höhepunkt während der Kaiserzeit vom 1. – 5. Jahrhundert nach Christus. Das belegen Ausgrabungen im Römerkastell Abusina nahe Eining und zahlreiche Fundstücke, die im Römischen Museum in Bad Gögging zu sehen sind. Die Quellenlage zum Fischfang dagegen ist bescheiden. Fischer und Fischhändler waren keine angesehenen Berufsstände. Funde von Angelhaken, Fischgabeln (Dreizack) oder Netzsenkern beweisen, dass auf unterschiedlichsten Fangmethoden zurückgegriffen wurde. Neuere Grabungen, bei denen man auch gebührende Rücksicht auf Kleinstfunde nimmt, bringen vereinzelt Fischschuppen und –knochen zu Tage. Fische waren demnach als Zutaten bei römischen Speisen sehr beliebt. Aus dem Kochbuch Apicius, einem römischen Feinschmecker, weiß man, dass das Grundgewürz fast jeder römischen Speise die berühmte Fisch- oder Makrelensoße „liquamen“ war, die oft aus den Produktionszentren Pompeji und Leptis Magna, einer antiken Stadt in Libyen, stammte.
Durch Ausgrabungen in Epfach am Lech sind Wels, Hecht und KARPFEN als Speisefisch belegt. Der Wels wird schon beim römischen Schriftsteller Plinius als Bewohner von MAIN und Donau erwähnt. Wenn man ihn – den Wels – nach dem Fang nicht gleich verzehren konnte, es wird immerhin von einem Gewicht bis 250 kg (!) berichtet, wurde das Fleisch eingepökelt. Auch Flussmuscheln standen auf dem Speiseplan der Römer.

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Gechichte(n) rund um den Karpfen -Max Piper 1967-

Geschichte(n) rund um den Karpfen –mainkarpfen.de –
Der Karpfen – Der vielseitige Angler 1967 – Max Piper
Der Vermutung oder Behauptung, dass der Karpfen in geschichtlicher Zeit aus Japan oder China in Europa eingeführt worden wäre, steht die Tatsache gegenüber, dass er schon in der Tertiärzeit die Flüsse und Seen Mitteleuropas bevölkerte. In der Eiszeit wich er nach Süden zurück, wurde aber dann vom Menschen wieder nach der alten Heimat gebracht, im Altertum bereits von Vorderasien nach Griechenland und später, hauptsächlich durch Mönche, von Italien nach Deutschland. Im Mittelalter war seine Zucht weit verbreitet und führte zur Herausbildung mehrerer „Rassen“, die sich durch Körperbau und Beschuppung voneinander unterscheiden. So gibt es hochrückige und gestreckte Formen, „Spiegelkarpfen“ mit einigen wenigen, dafür aber sehr großen Schuppen und „Lederkarpfen“ ohne alle Beschuppung. Heute ist die Zucht dieses Fisches ein bis in alle Einzelheiten bekanntes, man möchte sagen, bis zur Sicherheit eines Rechenexempels ausgebautes Verfahren, dass die wirtschaftliche Nutzung kleinster Wasserläufe und Rinnsale ermöglicht und in der Fischwirtschaft eine keineswegs geringe Rolle spielt. Vertreter aller Karpfenrassen sind im Laufe der Zeiten mit und gegen den Willen des Menschen in die Wildwasser geraten und haben sich dort in der dem Karpfen eigentümlichen ungeheuren Fruchtbarkeit vermehrt, nach wenigen Generationen aber wohl schon zur Grundform des „Wildkarpfens“ zurückgebildet. Besonders die Angelvereine haben in der Gegenwart durch Aussetzungen sehr zur Verbreitung des Karpfens beitragen und ihn auch in Gewässer eingeführt, die er von der Natur aus weniger liebt, denn er bevorzugt stehende oder doch nur langsam fließende Gewässer mit weichem Grund, die durch ständige Sonnenbestrahlung jenes reiche Kleintierleben entwickeln, von dem wiederum der Karpfen sich nährt. Auch sonst ist unser Fisch sehr wärmebedürftig; in kalten Frühjahren z.B. laicht er bei uns nicht ab, sondern zehrt seine Laichprodukte innerlich wieder auf. In den Unterläufen der großen Ströme ist er zu Hause und bekannt ist sein ungeheures Auftreten in den Röhrdickichten des rumänischen Donaudeltas mit seinen zahllosen, ständig sich verlagernden Wasserläufen. Dem Altertum galt der Karpfen mit seiner immer in die Hunderttausende gehende Zahl von Eiern als Symbol der Fruchtbarkeit; er war der Venus von Zypern geweiht und daher rührt sein lateinischer Name cyprinus, nach dem wiederum alle mit ihm artverwandten Fische Cypriniden genannt werden. Die Schnelligkeit seines Wachstums ist, wie die aller Fische, ausschließlich abhängig von der ihm zur Verfügung stehenden Nahrungsmenge und einige der älteren Angler werden sich noch eines Berichtes über einen 52pfündigen Karpfen in der Vorkriegszeitschrift „Der Angelsport“ erinnern, der nachweislich 12 Jahre alt war. Die Berichte von hundertjährigen Karpfen mit den ihnen vom alten Herrn Napoleon höchst eigenhändig durch die Nase gezogenen Ringen sind ebenso Fabeln, wie die entsprechenden von dem moosbewachsenen Hechten.
Für den Friedfischangler ist der Karpfen der interessanteste Fisch überhaupt. Einmal erreicht er häufig Gewichte von über 30 Pfund und stellt damit eine kapitale Beute dar, zum anderen bedarf es nicht geringer Kunst, Erfahrung und Geduld, um ihn an den Haken zu bekommen, und drittens leistet er im Drill einen derart zähen, verbissenen und kraftvollen Widerstand, dass er den Kampf nicht selten zu seinen Gunsten entscheidet. Wer viel auf Karpfen angelt, wird sich des Eindrucks nicht erwehren können, dass dieser Fisch nicht nur von Natur aus der klügste und vorsichtigste ist, sondern dass er auch von den im Laufe seines Lebens gesammelten Erfahrungen lernt und sie zu nutzen weiß.
Der Einwand, dass ein so großer Fisch zäh, trocken und wenig genießbar sei, sein Fang daher keineswegs einen besonderen Glücksfall bedeute, verfängt nicht. Selbst wenn es zuträfe, was ich für meinen Teil bezweifeln möchte, könnte man den Fisch im Kühlraum acht Tage abhängen lassen wie jedes andere Wildbret auch und ihn dann erst zubereiten; empfehlen wird es sich auf jeden Fall. Für den Angler spielt aber die Genießbarkeit eines Fisches wenn überhaupt, so nur eine mehr nebensächliche Rolle. Hat er Gelegenheit, mit einem so kraftvollen und gewandten Gegner wie dem Karpfen sich im Kampfe zu messen, so wird er mit beiden Händen zugreifen und auf dessen kulinarischen oder materiellen Wert pfeifen. Wer sich die Mühe macht nachzufragen, wird er mit einigem Erstaunen feststellen, dass die Zahl der leidenschaftlichen Angler, die persönlich gar keine Fische essen, überraschend hoch ist.

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Mein Handy wurde gehackt! :-(

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Da wachst Du morgens auf und Dein Handy wurde „gehackt“…

 

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Geschichte(n) rund um den Karpfen -mainkarpfen.de –

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Im Anschluss an das Buch von den Steinen, behandelt Hildegard von Bingen (1098 – 1179) in ihrem vierten (fünften) Buch die Fische und darin auch den Karpfen.

Der Karpfen
Der carpo (<Karpfen>) ist mehr warm als kalt und liebt den Tag mehr als die Nacht. Er hat die Wärme der Moorseen in sich und hat von den Moorseen weiches und wenig nahrhaftes Fleisch. In ihnen sucht er seine Nahrung und hält sich gerne im Schaum der Gewässer auf.
Der Verzehr seines Fleisches schadet dem gesunden Menschen nicht, schädigt aber den kranken ziemlich. Wer gesund ist, kann dessen Milch und Rogim (<Rogen>) essen, der Kranke aber sollte die nicht essen.
Zuweilen jedoch schwimmt der Fisch in die reinen Wasserschichten und bachelt (<wärmt>) sich in ihnen. Dann nährt er sich auch von reinen Speisen und nimmt dort den Saft einer bestimmten Erde in sich auf und frisst dort bestimmte Kräuter, von denen er seine Fruchtbarkeit empfängt. Wann diese Zeit gekommen ist, dass die leychent, so sucht das Weibchen gallende steyn (<reine Felsen>) auf und leychet dort einmal, wobei das Männchen hinterher schwimmt. Dort ruhen sie sich aus, wenn sie nicht vertrieben werden, bis das Gelaiche zu atmen beginnt, so wie es andere Fische auch machen.
Und ein Mensch, der fiber (<Fieber>) hat, so dass das Essen ihm widersteht und jede Speise ihn anekelt, der koche diesen Fisch, trenne seine Kopf ab, teile ihn in der Mitte durch und roste (<röste>) ihn an einem Spieß über dem Feuer. Sodann lege er ihn in Wein, füge diesem ein Drittel Essig hinzu und übergieße das Ganze mit etwas Honig. So zubereitet soll er oft von ihm essen; dann wird sein fiber aufhören und er wird seinen Widerwillen gegen das Essen ablegen. Die übrigen Teile des Fisches taugen aber nicht viel zu Heilzwecken.

Auszug aus: „Das Buch von den Fischen“, Hildegard von Bingen, übersetzt und erläutert von Peter Riehte.
Otto Müller Verlag, Salzburg 1991
ISBN: 3-7013-0812-8

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Schlafkrankheit bei Koi und Speisekarpfen erstmals in Österreich nachgewiesen -16.06.2015-

Schlafkrankheit bei Koi und Speisekarpfen erstmals in Österreich nachgewiesen – 16.06.2015 –
Von einer besonderen Form der Schlafkrankheit sind Koi- und Speisekarpfen betroffen. Die Erkrankung war lange Zeit nur in Japan bekannt. Seit kurzem wird sie auch in europäischen Ländern nachgewiesen. Eine Infektion mit dem sog. „Carp Edema“ oder „koi sleepy disease Virus (CEV/KSDV macht die Fische erst träge und schläfrig. In bis zu 80 Prozent der Fälle endet die Infektion tödlich. Forschende der Vetmeduni Vienna identifizierten die Krankheit vor kurzem auch in Österreich und veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal „Transboundary and Emerging Diseases“.
Die Infektionskrankheit ist erstmals in Japan in den 1970er-Jahren aufgetreten. Infizierte Fische liegen meist reglos am Boden des Beckens und verhalten sich apathisch. Typische Symptome sind außerdem eingefallene Augen, Hautveränderungen und angeschwollene Kiemen. Bei schweren Verläufen wird das Kiemengewebe so stark beeinträchtigt, dass auch die Sauerstoffzufuhr erschwert ist.
SCHLAFKRANKHEIT BREITET SICH IN EUROPA AUS
Die Koi-Krankheit ist in Europa beispielsweise Deutschland, Frankreich, den Niederlanden diagnostiziert worden. In England wurde sie mittlerweile auch bei Speisekarpfen gefunden.
Eva Lewisch und ihre Kolleginnen von der Klinischen Abteilung für Fischmedizin an der Vetmeduni Vienna diagnostizierten die Krankheit nun auch bei Kois und Speisekarpfen in Österreich.
„Wir konnten mit den routinemäßig eingesetzten Untersuchungsmethoden keine Ursache für die schwere Erkrankung finden. Erst gezielte molekularbiologische Untersuchungen zeigten, dass es sich um eine Infektion mit dem Erreger der Koi-Schlafkrankheit, handelte“, so Lewisch.
„Der Erreger stammt höchstwahrscheinlich aus Asien, wo die Krankheit schon länger bekannt ist. Um welchen Erreger es sich tatsächlich handelt, ist noch nicht vollkommen geklärt. Elektronenmikroskopische Aufnahmen deuten jedoch darauf hin, dass es sich bei dem Carp Edema Virus um ein pockenähnliches Virus handeln könnte“, betont Lewisch.
Koi-Schlafkrankheit bereits seit längerem in Österreich
Nach Analyse archivierter Karpfen-DANN stellte sich heraus, dass es die Koi-Schlafkrankheit bereits seit mindestens 2010 in Österreich gibt.
„Jedes Frühjahr beobachten wir außerdem vermehrtes Karpfensterben. Wahrscheinlich dabei spielt auch die Koi-Schlafkrankheit eine Rolle“, meint Lewisch.
Wassertemperatur und Stress ausschlaggebend
Lewisch hält es für möglich, dass die Infektion in den Koi- und Karpfenbeständen weit verbreitet ist. Zu einem Krankheitsausbruch kommt es durch belastende Umweltfaktoren wie beispielsweise kritische Temperaturphasen oder Stress. In Europa leben Karpfen bei 7 bis 15 °C Wassertemperatur. In Japan liegt die herkömmliche Wassertemperatur in den Koi-Teichen hingegen bei 15 bis 25°C. Offensichtlich erkranken Karpfen in Europa bei niedrigeren Temperaturen als Koi in Asien. „Man muss die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass sich das Virus verändert und an die europäischen Bedingungen angepasst hat“, so Lewisch.
Großes internationales Interesse
„Bis vor wenigen Jahren war so gut wie nichts über die Verbreitung der Erkrankung in Europa bekannt. Es gab lediglich vereinzelt Berichte in nationalen Veterinärnachrichten“, sagt Lewisch. Im September dieses Jahres soll es im Rahmen der Konferenz der European Assosiation of Fish Pathologists (EAFP) einen Workshop zum Thema Koi-Schlafkrankheit geben. Dabei diskutieren Expertinnen aus Europa die neusten Entwicklungen und möglichen Maßnahmen zur grenzüberschreitenden Bekämpfung der Krankheit.
Weltweitere Koi-Handel fördert Virus-Einschleppung
„Durch den weltweiten Koi-Handel ist die Verschleppung eine reale Gefahr“, betont Lewisch. „Eingeschleppte Infektionen können eine Bedrohung für die heimischen Speiskarpfenbestände darstellen. Beispielsweise ist die anzeigepflichtige Koi-Herpes Virus Erkrankung (KHV) seit den 1990er-Jahren bekannt und verursacht mittlerweile weltweit immense wirtschaftliche Schäden in Nutzkarpfen-Beständen“.
Quelle: www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice

Veröffentlicht unter Aktuell, Biologisches | Kommentare deaktiviert für Schlafkrankheit bei Koi und Speisekarpfen erstmals in Österreich nachgewiesen -16.06.2015-

Fischereigesetzgebung 1882

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Soviel Unterschiede in der Fischereigesetzgebung -in Hessen- gab es die letzten 133 Jahre gar nicht. 🙂 War meine Lektüre bis fast 40°C (vor der Klimaanlage…).

Wir werden in nächster Zeit das Büchlein mal kopieren und auf unserer Seite zum Lesen für interessierte einstellen.

Veröffentlicht unter 25 Jahre Karpfen | Kommentare deaktiviert für Fischereigesetzgebung 1882

Die Seen im Umkreis haben „Potential“ ;-)

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So mancher, der bei der tropischen Hitze zur Zeit Abkühlung in den Seen sucht und den Artikel vorher gelesen hat, wird sich etwas „unwohl“ beim Baden gefühlt haben… 🙂

Veröffentlicht unter Aktuell | Kommentare deaktiviert für Die Seen im Umkreis haben „Potential“ ;-)