Karpfenfische -1962 –

„Karpfenfische“ -1962-
Beginnen wir bei der artenreichsten Familie, den Cypriniden (Karpfenfische).
Sie erhielt ihren Namen von ihrem auch in Deutschland wichtigstem Vertreter, dem Karpfen (Cyprinius carpio L.).
Seine Bedeutung ist für die Wirtschaft und den Sport gleichermaßen groß. Stellt er einerseits den wichtigsten Speisefisch unserer Teichwirtschaften dar, so bedeutet es für den Sportangler eines der aufregendsten Erlebnisse, einen Großkarpfen zu drillen, ebenso wie es überdurchschnittliches Können vom Angler erfordert, bessere Karpfen öfter als gelegentlich überhaupt erst einmal zum Anbiß zu bewegen.
Der Karpfen ist derjenige Fisch, welcher am meisten menschlichen Einflüssen unterliegt, den man beinahe mit einem „Haustier“ vergleichen könnte, weil Wuchs, Gewicht, Beschuppungsform usw. durch systematische Zucht den Wünschen des Menschen entsprechen verändert wurden. Selbstverständlich gibt es aber auch genügend andere Faktoren, die den Vergleich mit einem Haustier nicht rechtfertigen, der nur die Sonderstellung, die der Karpfen einnimmt, verdeutlichen sollte.
Im Wesentlichen unterscheiden wir drei (auch vier) Formen des Karpfens, die sich durch ihr Schuppenbild voneinander unterscheiden.
Der Schuppenkarpfen: Voll beschuppt, oft für die Stammform des Karpfens gehalten. Dies entspricht aber nicht ganz und ausschließlich den Tatsachen, es gibt auch Schuppenkarpfen-Zuchtstämme, z.B. in den ungarischen Teichwirtschaften.
Der Spiegelkarpfen: Unregelmäßig stehende große „Spiegelschuppen“, vor allem hinter den Kiemen, unter der Rückenflosse, am Schwanzstiel.
Der Lederkarpfen: Beinahe ganz unbeschuppt, allenfalls vereinzelte große oder kleine Schuppen. Ist nicht rein zu züchten, gilt aber doch als eigene Form.
Der Zeilkarpfen: wird auch als Sonderform angesehen, unterscheidet sich vom Spiegelkarpfen eigentlich nur dadurch, dass seine großen Spiegelschuppen in einer oder mehreren „Zeilen“ stehen. Da er ebenfalls nicht rein zu züchten ist, wird er oft nicht als besondere Form anerkannt.
Außerdem gibt es noch eine ganze Anzahl mehr oder minder unterschiedlicher Zuchtrassen. Meisten weniger unterschiedlich, da sich die Züchter oft bei den einzelnen Exemplaren selbst nicht darüber einigen können, zu welcher Rasse ihre Merkmale hin tendieren. Vor allem sind die Böhmischen, die Lausitzer und die Galizischen Karpfen bekannt.
Den Angler interessieren Unterschiede im Allgemeinen wenig. Ihm sei nur gesagt, dass es eigentliche Wildkarpfen in Deutschland nicht gibt. Auch die in Flüssen und Strömen vorkommenden Großkarpfen sind meist durch irgendwelche beabsichtigten oder unbeabsichtigten Besatzmaßnahmen (Hochwasser, die Zuchtteiche erfassten usw.) in das Gewässer gelangt. Dennoch gibt es Merkmale, die einen „verwilderten“ Fisch vom Zuchtkarpfen des Teiches unterscheiden. Am wichtigsten scheint die immer stärkere Annäherung zur ursprünglichen Spindelform, während sehr hochrückige Exemplare meist unmittelbare Zuchteinflüsse verraten. Übrigens wird auch dieses Kennzeichen nicht selten als irrig bestritten. Meine eigenen Erfahrungen und die vieler Sportfreunde besagen jedoch eindeutig, dass spindelförmige Exemplare einen wesentlich schärferen und länger andauernden Kampf liefern als die hochrückigen; und das scheint für die Annahme zu sprechen, dass die „runden“ Stücke sich der „Wildform“ stärker angenähert haben als die „brachsenförmigen“.
Die Nahrung besteht im wesentlichen aus Kleintieren der Ufer- und Bodenregion. Künstliche Fütterung erfolgt mit allen möglichen Stoffen, z.B. Lupinen, Mais, Sojaschrot. Sehr große Exemplare fressen auch gelegentlich oder regelmäßig kleine Fische. Mancher Angler hat es schon staunend erlebt, dass ein Karpfen auf den Köderfisch oder Blinker regelrecht biss.
Die Fortpflanzung erfolgt in unseren Breiten leider nicht regelmäßig jedes Jahr. Es muss besonders warm sein, wenn der Karpfen während der Monate Mai und Juni (manchmal noch im Juli) seinen Laich an günstigen, flachen, warmgründigen Stellen ablegen soll. Die Eizahl schwankt zwischen mehr als 100.000 bis über 500.000. Die Brut schlüpfte binnen einer Woche, oft schon nach 3 bis 4 Tagen. Laichablage bedeutet in unseren Breiten aber nicht immer das Schlüpfen der Brut.
Verbreitung: Wir finden den Karpfen eigentlich in aller Welt. Seine eigentliche Heimat ist jedoch Osteuropa und Mittelasien, deren gemäßigte Zonen er bewohnt (Donau- und Wolgadelta). Über sein Höchstgewicht werden die fabelhaftesten Angaben gemacht. Sicher ist, dass er regelmäßig mehr als 15 kg erreicht. Stücke von über 20 kg werden aber nur ganz selten gefangen.
Als Angelmethode kommt überwiegend die Grundangelei in Betracht. Als Köder dienen Kartoffeln, Tauwürmer, Klöße, Teig, Lebkuchen, auch einmal Bohnen, gelegentlich Krebsfleisch. Ab und zu wird der Karpfen auch an der Treib- oder Tippangel gefangen, von der er sowohl Insekten, wie auch Brotstückchen nimmt.
Ein mit kleinen Exemplaren des Schuppenkarpfens von unkundigen Sportanglern gelegentlich verwechselter Fisch ist die Karausche. Gelegentlich kommen auch Bastardierungen mit dem Karpfen vor, weswegen sie der Züchter aus Karpfenteichen möglichst entfernt. Kennzeichen, Wachstum und Verbreitung unterscheiden die Karausche jedoch eindeutig vom Karpfen. Es gibt 2 Karauschenarten. Die zweite ist der Giebel, der als Sportfisch aber noch geringere Bedeutung besitzt als die Karausche. Bastarde zwischen Karpfen und Karausche sind meist daran vom Karpfen zu unterscheiden, dass sie nur ein Paar Barteln besitzen (Karpfen 2 Paar, Karausche keine). Karauschen besitzen fast immer auf dem Schwanzstiel einen schwarzen Fleck (Giebel fast nie).
Die Karausche ist infolge ihrer Anspruchslosigkeit sehr weit verbreitet. Da sie nur ganz geringe Mengen Sauerstoff benötigt, findet man sie (meist in Kümmerformen mit weniger als 100g Gewicht) auch in kleinsten und verschlammten Dorftümpeln. Sie ernährt sich von Kleintieren und Pflanzen. Sehr große Stücke sollen angeblich auch kleine Fische nehmen. Ihr Gewicht erreicht wohl mit 1 kg die Höchstgrenze; meistens werden Fische von ½ kg schon (mit Recht) als gut angesehen. Ihre Laichzeit liegt in den Monaten Mai und Juni. Mehr als 100.000 (300.000) Eier werden an Pflanzen abgelegt. Als Sportfisch ist die Karausche nicht gerade reizvoll; sie liefert keinen besonderen Drill. Es ist aber oft nicht einfach, bessere Fische zum Anbiß zu bewegen. Leichte bis mittlere Grundangel, als Köder kleiner Wurm (angeblich auch Erbse) ist wohl am besten. Ihr Fleisch ist sehr wohlschmeckend. „Karausche mit Maibutter“ wird von Kennern sehr geschätzt. Fische, die aus sehr schlammigen Gewässern kommen (das gilt für alle Arten, nicht nur für die Karausche) sollten einige Tage lebend in klarem, oft gewechseltem Wasser gehältert werden. Fast immer verlieren sie dann den unangenehmen Moorgeschmack.
„Handbuch des Angelsports“, Wolfgang Zeiske -1962-

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„Steinkäse“ – Probier´s doch einfach mal –

– „Probier´s doch einfach mal“ – mainkarpfen.de
„Steinkäse“
Käse ist ein prima Friedfischköder und wer mit Käse angelt, der sollte auch mit Käse anfüttern. Hier ein einfacher Tipp, wie man Käse „strömungssicher“ anfüttern kann und die Lockwirkung längere Zeit anhält: „Steinkäse“, oder „Käsesteine“.
Man nimmt einfach einige Steine mit ca. 150 g Gewicht, lege über jeden Stein eine Scheibe Käse, der zum sog. Überbacken geeignet ist, gibt des Stein samt Käse in die Mikrowelle und überbackt so den Stein. Nach dem abkühlen hält der Käse sehr gut am Stein und kann zum anfüttern verwendet werden.
Fertig!

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HANF – Partikel gehen immer –

HANF – Partikel gehen immer –
Hanf gilt schon lange als exzellentes Lockmittel für Friedfische. Wenn man englische und französische Angelliteratur durchliest, entdeckt man immer wieder Hinweise zur Anziehungskraft dieses Partikelköders. Auch Futterhersteller wissen, dass Hanf die Fische wie ein Magnet anlockt. Man findet kaum ein Rotaugenfutter auf dem Markt, das keinen gemahlenen Hanf enthält.
Dass Hanf aber auch Karpfen, Schleien und Barben betört, macht ihn als Köder noch interessanter – und sorgt am Wasser manchmal für Überraschungen. Trotzdem unterschätzen immer noch viele, wie fängig dieser kostengünstige Köder ist. Auf der anderen Seite überschätzen sie die Schwierigkeit, Hanf vorzubereiten und anzubieten.
Hanfsamen kann man in jeder Tierhandlung bekommen, wo sie als Vogelfutter verkauft werden. Aber wie alle anderen Partikelköder muss auch der Hanf zubereitet und angefüttert werden, um die Fische daran zu gewöhnen. An der Angelstelle füttere man täglich ein halbes Pfund Hanf, entweder mit der Futterschleuder, einem Wurfrohr oder auf kurze Entfernung von Hand. Wer eine punktgenaue Fütterung vorzieht, kann auch einen Baitdropper verwenden.
Nach zwei bis drei Tagen sind die ersten Fische am Platz und haben den Hanf in ihren Speiseplan aufgenommen. Manchmal gewöhnen sich die Fische sogar so an die gehaltvolle Zusatznahrung, dass sie kaum noch reagieren. Doch sobald der Angler das erste mal sein Glück probiert, ist er meist am Verzweifeln. Entweder brechen die Hanfkörner auf, oder sie sind gar nicht erst an den Haken zu bekommen. In jedem Falle artet das Ganze in eine endlose Fummelei aus. Abhilfe schafft hier ein äußerst dünndrahtiger und nadelscharfer Haken der Größe 16 bis 22. Die Haken werden im weißen Keim eingestochen und sollten im hinteren, dunklen Teil wieder herausschauen. Die Hakenspitze bleibt frei. Die Hauptschnur sollte nicht stärker als 0,15 Millimeter gewählt werden, das Vorfach eine Stärke von 0,12 Millimeter nicht überschreiten.
Obwohl viele Angler die unberingte Stipprute beim Hanffischen bevorzugen, scheint die feine Match- oder Bolognese-Rute angebrachter. Denn bei Hanf ist man niemals sicher, ob nicht vielleicht doch ein Karpfen beißt. Ganz klar: Ohne Rolle und Schnurreserve sind die Chancen, den großen Fisch zu landen, eher gering.
Letztlich müssen auch die Posen beim Hanfangeln eine Nummer leichter ausfallen als gewöhnlich. Gut bedient ist man mit einer Tragkraft bis zu 1,5 Gramm. Wichtig ist auch die Bebleiung. Auf die üblichen, runden Bleischrote bekommt man Fehlbisse, weil die Fische sie irrtümlich ebenfalls für Hanfkörner halten. Deshalb werden anstelle der Schrote kleine Stabbleie, auf die Schnur geklemmt. Zwar kommt es mit den Stabbleien öfter zu Verwicklungen beim Auswerfen, aber dieser Nachteil wird durch weniger Fehlbisse ausgeglichen.
Zu Beginn des Angeltages füttert man zwei Handvoll Hanf an. Dann werden nach einigen Würfen jeweils nur einige Köder eingeworfen. Andere Friedfischexperten empfehlen auch eine Mischfütterung aus Hanfkörnern und Maden. Das soll die Fische bei Laune halten. Während das Futter mit der Strömung abtreibt, wird die Angel eingeworfen. Zuerst wird die Pose festgehalten, damit die Stabbleie und der Hakenköder der Pose voraustreiben. Dann lässt man die Pose ein Stück abtreiben und die Bebleiung sinkt ab. Danach stoppt man die Pose wieder – und so weiter. Mit diesem beständigen Wechseln zwischen Stoppen und Treibenlassen, Aufsteigen und Abtaumeln des Köders wird die gesamte Futterstelle abgefischt. Die Bisse auf Hanf kommen meist blitzschnell und können in jeder Phase der Köderführung erfolgen. Um ebenso schnell reagieren zu können, muss der Angler Pose und Gerät jederzeit unter Kontrolle haben. Das ist übrigens ein weiterer Grund, warum als „Hanf-Pose“ der Stick dem Waggler überlegen ist.
Oft kommen die Bisse genau im Moment des Anhaltens der Pose, wenn der Köder verführerisch vom Boden auftreibt. Der Anhieb muss wie aus der Pistole geschossen kommen. Wenn nicht, spucken die Fische den Köder wieder aus. Wenn die Fische besonders heikel beißen – vor allem im Winter – empfiehlt es sich, den Haken mit einem Hanfkorn plus einer Made zu beködern. In solchen Situationen zahlt es sich ebenfalls aus, auf ein wintergerecht dünnes Vorfach bis 0,08mm Durchmesser zurückgreifen. Die Hauptbeute der Hanfangelei werden Rotaugen in jener Größe sein, wie sie einen Madenstipper vermutlich erblassen lassen.

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Extreme Trockenheit 2015

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Zum Glück regnet es heute und morgen. Aber viel helfen wird´s erstmal wohl nicht…

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Wie wird der Aal einen tief verschluckten Haken los?

Wie wird der Aal einen tief verschluckten Haken los?
Ein Test im Aquarium sollte Aufschluss auf diese Frage bringen. Der „Testaal“ hatte – für Aale ganz normal – den Haken beim Fang teif geschluckt und die Schnur wurde dicht vor dem Maul abgeschnitten. Wie wird der Aal also nun mit dem Haken fertig?
Tag 1: Der 29 cm lange Schnürsenkel kommt mit einigen Ex-Köderfischen ins Aquarium. Der Haken steckt unsichtbar tief im Rachen, das Schnurende hängt etwa 5mm aus dem Maul.
Tag 3: Aal hat sich mit seiner neuen Umgebung vertraut gemacht und beginnt, sich einigermaßen “normal“ zu verhalten. – wozu hier auch Desinteresse an Futter gehört. Die Schnur im Maul ist verschwunden.
Tag 7: Ungefähr 6 cm hinter der Maulspitze, 3 cm hinter den Kiemen ist links eine kleine spitze beute sichtbar.
Tag 9: Die Hakenspitze tritt an dieser Stelle aus.
Tag 10: Hakenspitze bis zur Schnuranbindung sichtbar. Der dicke Knoten verhindert weiteres Durchrutschen. Aal bleibt jetzt öfter mit dem Haken hängen, vor allem am Eingang seiner „Höhle“.
Tag 13: Haken mit Schnurrest klebt zwei Handbreit über dem Grund am Scheibenreinigungs-Magneten. Aal hat in der Seite ein ca. 3 cm großes Loch (das nach 1-2 Wochen verheilt und nach 2 Monaten kaum noch erkennbar ist). Aal scheint in seinen Lebensgewohnheiten nicht beeinträchtigt, gräbt sich z.B. tagsüber in den Kiesgrund ein und ist nachts sehr aktiv. Noch immer kein Interesse an Futter. Lässt sich Maden von Rotfedern vor dem Maul wegschnappen.
Tag 20: Keine lebende Schnecke mehr zu sehen. Die Gehäuse liegen leer auf dem Grund.
Tag 21: Aal nimmt Maden an.
Es stand übrigens zu erwarten, dass der Aal mit seinem Haken (Größe 6) fertig würde. Er ist ein in fast jeder Hinsicht ungewöhnliches Tier und hat nachweisbar weit schwerere Verletzungen überstanden.
Auch ohne den „Haken-Test“ ist der Aal als Aquarienfisch ein lohnendes Objekt, in einigen Punkten allerdings auch problematisch: Er wühlt sich immer wieder durch den Kiesgrund, auch wenn er ein Stück Plastikrohr als Schutzhöhle annimmt. So haben Pflanzen kaum eine Chance zum Wurzeln. Eine besondere Abdeckung des Beckens ist notwendig, weil der Aal mit dem Kopf und – wenn er Halt findet – mit dem ganzen Körper aus dem Wasser kommt. Eigentlich ist er nur allein, mit Seinesgleichen oder allenfalls mit Beutefischen zu halten; denn er frisst auch „viel zu große“ Fische: So lag eine gutgenährte, über 8 cm große Schleie eines Morgens ausgeweidet am Grund, anstelle der Bauchflosse klaffte ein Loch. Nach 2 Tagen war die Schleie restlos verschwunden.
Quelle: Sonderheft der Zeitschrift „BLINKER“ – Der Aal –

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Hildegard von Bingen -Das Buch der Fische- Der Blei- anno 1155

Hildegard von Bingen –Das Buch der Fische- anno 1155
Der Blei
Der bresma (<Blei>) ist mehr warm als kalt und hat Saft von der Erde in sich. Er hält sich gern am Grund der Gewässer auf und frisst zuweilen Erde. Er liebt die Nacht und bechelt (<wärmt>) sich im Mondenschein. Deshalb taugt er nicht viel als Speise, weder für Gesunde noch für Kranke; doch können sie ihn verkraften.
Am Ufer sucht er bestimmte Blätter von Kräutern, die Ähnlichkeit mit der bremen (<Brombeere>) haben und isst diese und wird davon fruchtbar. Wenn dann die Zeit gekommen ist, leychet das Weibchen auf eine bestimmte Erde, und das Männchen scheidet zur rechten Zeit seine Milch darüber aus. Dann bewachen sie das Gelaiche, bis es zu atmen anfängt.
Ein Mensch, der magensiech (<magenkrank>) ist, koche diesen Fisch in Wasser, lege ihn unter Beifügung von Kümmel in Essig ein und sulze ihn (<lasse ihn zur Sülze werden>). Dann soll er ihn essen und sein Magen wird von slim (<Schleim>) gereinigt und fieberfrei werden.

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Hildegard von Bingen -Das Buch der Fische- Die Barbe-

Hildegard von Bingen – Das Buch der Fische – anno 1155
Die Barbe
Der barbo (<die Barbe>) besteht mehr aus warmer als kalter Luft; sie liebt den Tag und hat gern Wärme. Sobald sie auch nur ein wenig Kälte verspürt, sucht sie irgendwelche kleine Höhlen auf, um in ihnen Wärme zu finden. Sie ist gerne an der Sonne und sunne vachet (<nimmt ein Sonnenbad>) in ihr. Deshalb ist ihr Fleisch weich und zufloszlich (<üppig>).
Sie hält sich in mittlerer Wassertiefe auf und sucht reines Futter. Wie andere Fische legt sie ihren Samen ab, den sie auf Grund der Wirkung einiger Kräuter leychet und meistens strengt sie sich bei diesem Geschäft sehr an, so dass sie, wenn sie voller Eifer beim leychene ist, an sehr vielen Stellen je einmal ableychet, bevor sie aufhört.

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Hildegard von Bingen -Das Buch von den Fischen- anno 1155

Hildegard von Bingen – Das Buch von den Fischen – anno 1155
Der Hecht
Der Hecht besteht mehr aus warmer, denn aus kalter Luft und hält sich gerne in reinem Wasser und in mittlerer Tiefe auf und er leibt den Tag. Er ist aggressiv und grim (grimmig), wie ein wildes Tier im Wald. Wo immer er sich aufhält, frisst er Fische und leert so jene Gewässer von anderen Fischarten. Er sucht reines Futter und hat festes und gesundes Fleisch, das für Kranke wie für Gesunde zum Verzehr geeignet ist. Denn er hat mittlere, ausgeglichene Wärme und deshalb ist sein Fleisch gesund.
Männchen und Weibchen fressen bestimmte Kräuter, von denen in ihnen das geleyche wächst und dies scheiden sie wie die anderen Fische aus.
Wenn ein Mensch oft von seiner Leber isst, verschafft ihm dies eine gute Verdauung. Wenn ein Wurm an Mensch und Vieh nagt, dann pulverisiere die Knochen dieses Fisches und streue das Pulver auf die betroffenen Stellen, und die Würmer werden sterben.

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Hildegard von Bingen – Das Buch von den Fischen- anno 1155

Hildegard von Bingen schrieb in ihrem „Buch von den Fischen“ etwa im Jahre 1155:
DER WELS
Der „welca“ (Wels) besteht mehr aus warmer, denn aus kalter Luft; er liebt den Tag mehr als die Nacht und nährt sich vom Getreide, das ins Wasser fällt und von anderen guten Kräutern.
Er hat gesundes Fleisch, das ebenso für Kranke, wie für Gesunde essbar ist. Die Welse leychent wie die anderen Fische.
Der Mensch, dessen Augen trübe werden, soll dessen Galle nehmen, Fenchelsaft dazugeben und ein paar Tropfen Wein. Hat er dies alles zusammengemischt, soll er davon ein wenig auf Augenlider und Augenpartien auftragen, jedoch darauf achten, das Augeninnere nicht zu berühren. So wird er die Trübung der Augen beheben.
Isst jemand gekochte Welsleber, dann zieht diese alle krankhafte Feuchtigkeit, d.h. slim (Schleim) und alles Gift, d.h. eyter (Eiter), das in seinem Magen ist, an sich, bindet diese Stoffe und scheidet sie gemeinsam bei der Darmentleerung aus. So wird jener einen gesunden Magen haben.

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Wann beißen Karpfen? von A. Bacmeister -1966-

Geschichte(n) rund um den Karpfen
Wann beißen Karpfen? von A. Bacmeister -1966-
Die Saison beginnt an sich schon im Frühjahr, wenn mit der steigenden Sonne auch die Temperaturen des Wassers steigen. Eine alte Fischerregel sagt, dass der Karpfen an die Angel geht, wenn der Kuckuck ruft, also Ende April. Es werden bei milder Witterung auch schon im März Karpfen gefangen. Persönlich beginne ich so früh im Jahr nicht mit dem Fang – die nahende Laichzeit setzt ja etwaigen Versuchen sowieso bald wieder ein Ende. In geschlossenen Gewässern gilt die gesetzliche Schonzeit bekanntlich nicht. So können wir, sofern es der Verein bzw. Verpächter gestattet, in Baggerseen, die regelmäßig besetzt werden, schon in den Monaten Mai und Juni erfolgreich angeln. Da in solchen Gewässern die Karpfen fast nie ablaichen, bestehen auch vom waidgerechten Standpunkt aus keine Bedenken, mit dem Fang zu beginnen.
In allen Lehrbüchern kann man lesen, dass die frühen Morgen- und die späten Abendstunden am aussichtsreichsten sind. Das ist richtig, gilt aber nicht für jedes Gewässer und für jede Jahreszeit. Zutreffen wird diese Regel im allgemeinen in den Sommermonaten bei heißem Wetter. Je weiter die Jahreszeit fortschreitet, umso mehr werden sich die Fressstunden zur Tagesmitte hin verschieben. In einem süddeutschen Fluss haben meine Angelfreunde und ich jahrelang karpfen im Juli und August am späten Nachmittag und Abend, ab September vormittags zwischen 11 und 12 Uhr, nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr gefangen. Dieses Beispiel zeigt, dass es tatsächlich bestimmte Fresszeiten gibt, die der Karpfen einhält, wenn er nicht beunruhigt wird. Diese Stunden zu kennen, ist natürlich wichtig, aber leider nur möglich, wenn man am Wasser wohnt. Der Urlaubsangler ist, wenn er nicht alles einem mehr als zweifelhaften Glück überlassen will, auf den Rat selbstloser Sportfreunde angewiesen. Sind diese nicht vorhanden, so muss er sich durch Anfüttern erst einmal Fangplätze schaffen und dann mit viel Geduld zu ermitteln versuchen, wann die Karpfen fressen.
Günstig sind nach meinen Erfahrungen lang anhaltende Schönwetterperioden mit gleich bleibendem oder nur wenig schwankendem Barometerstand bei nicht zu großer Hitze, vor allem die Abende des „Altweibersommers“; schöne, milde Herbsttage, wenn die Nachttemperaturen noch nicht stärker absinken; leichter, warmer Regen; niedriger Wasserstand im Fluss (sofern das Wasser noch einigermaßen sauber ist); die sonnenbeschienene Seite eines Sees am Morgen, wo das Wasser sich rasch erwärmt.
Eine Gewähr für den Erfolg bieten alle diese äußerlich günstigen Umstände nicht. Ich dachte, als ich sie aufzählte, daran, dass der 11,7 kg schwere Karpfen, der lange Zeit den englischen Rekord hielt, bei kühlem, rauhem Wetter und stark bewegter Wasseroberfläche gefangen wurde!
Auch während der Nacht ist ein Erfolg möglich; die Meinung, der Karpfen gehe vorwiegend in der Dunkelheit auf Nahrungssuche, ist jedoch nicht zutreffend, er ist kein nächtlich lebender Fisch wie etwa Aal, Rutte oder Wels.
Viele Angler schwören auf die nach den Solunar-Perioden berechneten Beißzeiten, die beispielsweise im „Sportfischer-Jahrbuch“ für jeden Tag des Jahres angegeben sind. Andere sind skeptisch und halten gute, innerhalb der Beißzeiten liegende Fänge für Zufälle. Um zu einem gültigen Urteil zu kommen, wären jahrelange, systematische Beobachtungen durch zahlreiche Angler erforderlich. Die sicherste, wenn auch langwierigste Methode, die besten Beißzeiten zu ergründen, sind regelmäßige Eintragungen in das Fangbuch. Dabei sollten Barometerstand, Wasser- und Lufttemperatur vor Beginn und nach Beendigung des Angelns nicht vergessen werden. Aus den Eintragungen ergibt sich im Laufe der Jahre für das befischte Gewässer ein einigermaßen klares Bild, wann die Karpfen „zu sprechen sind“. Aber auch dann noch gilt, was Hans-Heinrich Welchert im Sportfischer-Jahrbuch 1966 zum Thema „Wetter und Beißlust“ schrieb: Der Angler „weiß, dass ein Wettergott nach Gesetzen, deren Hieroglyphen wir nur unvollkommen entziffert haben, das Fischvolk regiert. Von dieser uns unsichtbaren, überirdischen Naturkraft hängt es neben unseren eigenen Fehlern ab, wie der Angeltag verläuft“.

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