Anfüttern des Karpfens -Die Anfänge-

Anfüttern des Karpfens
Unumstritten
Anfüttern ist ein gutes, ja wahrscheinlich das beste Mittel, schwere (und natürlich auch weniger schwere) Karpfen an den Haken zu bringen. Dieser Satz findet wohl allgemeine Zustimmung. Umso wiedersprüchlicher sind jedoch die Meinungen, wo, wann, womit, wie viel und wie oft angefüttert werden soll. Um uns nicht gleich zu Anfang in uferlose Debatten zu verstricken, wollen wir zunächst einmal die allgemein anerkannten und bewährten Methoden besprechen und dann auch umstrittene Fragen behandeln.
Der Anfütterungsplatz
Um einen für die Anfütterung geeigneten Platz zu finden, müssen wir schon einige Zeit und Mühe aufwenden. Bei der Auswahl günstiger Stellen leistet ein Boot gute, in größeren Seen fast unumgängliche Hilfe. Dort, wo wir Karpfen beim Gründeln beobachten oder Fraßlöcher feststellen, wo am Rand des Geleges Pflanzenstengel verdächtig bewegt werden oder wo wir Schlammwolken oder fein perlende Luftbläschen aufsteigen sehen (die allerdings nicht mit den großen, in unregelmäßigen Abständen aufsteigenden Sumpfblasen verwechselt werden dürfen) – überall dort werden wir den Grund besonders genau untersuchen.
Wir wissen, dass der Karpfen schlammige Stellen schätzt, aber für einen Anfütterungsplatz ist tiefer Schlamm trotzdem wenig geeignet: Unser Grundköder würde allzu schnell in dieser weichen Schicht versinken und von den Fischen gar nicht oder nur zufällig gefunden werden. Wir brauchen vielmehr einen hindernisfreien, festen, womöglich sandigen oder mit feinem Kies bedeckten Boden in der Nähe der gewohnten Fressstellen. Ein Algenbelag oder kurzer, nicht zu dichter Pflanzenbewuchs schadet natürlich nicht. Der Platz sollte, wenn nötig, gereinigt und mit Hilfe der Krautharke von allzu starkem Pflanzenbewuchs befreit werden. Die Krautharke ist leicht aus zwei zusammengebundenen eisernen Rechen herzustellen, die mit einer kräftigen Schnur über den zu säubernden Grund gezogen werden. Auch hierbei wird man ohne Boot schwer zurechtkommen.
Nun liegen die Weideplätze der Karpfen häufig am Rand von Krautbetten oder Seerosenfeldern, in denen ein gehakter Fisch verblüffend schnell verschwindet – oft auf Nimmerwiedersehen. Wir müssen daher den Futterplatz etwas weiter weg ins freie Wasser verlegen. Auch bei anderen gefährlichen Hindernissen machen wir es so, zum Beispiel an versunkenen Baumstämmen, abgesoffenen Booten, Wurzelstöcken, Reisigbündel (die man für laichende Zander ausgelegt hat). Um den Karpfen das Auffinden des Futterplatzes zu erleichtern, legen wir eine Futterstraße an, das heißt, wir werfen einzelne Brocken in kleinen Abständen ein, die von den natürlichen Fressstellen weg zum eigentlichen, dann reicher gestückten Futterplatz führen.
Ein sehr mühsames, aber auch besonders wirksames Verfahren ist das Anlegen von Futterwegen durch das Gelege. Manchmal leisten uns die Fische selbst eine gewisse Vorarbeit: Beim häufigen Durchsuchen des Geleges nach Nahrung entstehen natürliche „Gassen“, die wir dann nur noch etwas verbreitern und säubern müssen. Am Ende des ebenfalls mit einzelnen Futtergaben bestückten „Wechsels“ liegt dann der Fangplatz. Ich weiß: Das liest sich gut und erscheint ganz einfach, in Wirklichkeit ist es eine harte Arbeit, die nur vom Boot aus mit tatkräftiger Unterstützung eines Angelfreundes zu bewerkstelligen ist. Alle Arbeiten sollten ein bis zwei Wochen vor dem Beginn des Angelns durchgeführt werden, denn das stundenlange Entkrauten verscheucht und vergrämt die Karpfen zunächst einmal gründlich. Sobald dann wieder längere Zeit Ruhe herrscht, kehren die Fische an die altgewohnten Plätze zurück.
Wenn man an einem fremden Gewässer die Standplätze nicht kennt und sich die Karpfen durch die oben beschriebenen Anzeichen nicht verraten, kann man eine von dem Engländer Fred Taylor ersonnene Methode versuchen: Man nimmt Stücke alten, harten Brotes (etwa von der Größe einer Streichholzschachtel) und befestigt jedes Stück an einem Bindfaden. Dann wirft man die Brotstücke an „verdächtigen“ Stellen aus und lässt die durch einen Papierstreifen markierten Fäden am Ufer liegen. Bei einer späteren Kontrollen wird man feststellen, dass einige Brotstücke verschwunden und nur noch die Fäden vorhanden sind. Natürlich werden kleine Weißfische das Brot gefressen haben. Wenn aber Brot und Fäden verschwunden sind, kann man annehmen, dass ein schwerer Fisch sie mitgenommen hat und dass dieser Fisch möglicherweise ein Karpfen gewesen ist. Vielleicht ist dieses Experiment noch wirkungsvoller, wenn man statt der Brotstücke, die sich nach kurzer Zeit auflösen, größerem gerundete Kartoffelstücke nimmt, die von dem Kleinzeug nicht angeknabbert werden können. Man wählt diese Kartoffelstücke in der gleichen Form, Größe und Festigkeit, wie man sie später als Angelköder verwendet. Wichtig ist, dass der Anfütterungsplatz dem Angler Deckungsmöglichkeiten bietet. Wenn natürliche Deckungen (Gebüsch, Baumstämme, hohes Gras) fehlen, sollte man künstliche aufstellen. Das kann ein Zelt sein, ein ausgespanntes Tuch, ein großer Schirm in gedeckten Farben. Es empfiehlt sich, mehrere Anfütterungsplätze anzulegen, einmal, um den nach den Temperaturverhältnissen günstigsten Platz wählen zu können, zum anderen, um an einen anderen Platz ausweichen zu können, wenn der eigene von einem anderen Angler besetzt ist. Das kommt in Vereinsgewässern häufig vor und ist eine Quelle unerfreulicher Auseinandersetzungen. Zu verurteilen ist der andere Angler, der, ohne selbst anzufüttern, sich ständig an fremden Plätzen häuslich einrichtet. Aber eine Möglichkeit, ihn zu vertreiben, hat man natürlich nicht – es sei denn mit Gewalt. Dann hätten wir Wild-West-Zustände am Wasser – eine unmögliche Vorstellung. Als der Klügere gibt man eben nach und sucht einen anderen vorbereiteten Platz auf, auch wenn er im Augenblick weniger günstig ist.
Angler, die sich schon öfter über das Verhalten solcher „Kollegen“ geärgert haben, versuchen, das Anfüttern zu tarnen, indem sie es heimlich bei Dunkelheit oder Nebel oder früh am Morgen durchführen, wenn „normale“ Angler noch in den Federn liegen. Oder sie werfen an Stellen, die sie ernstlich gar nicht in Betracht ziehen, überhaupt keinen Grundköder, sondern Sand oder Steinchen ein.
Eine andere Möglichkeit, sich den eigenen Anfütterungsplatz zu sichern, besteht darin, ihn an stellen zu verlegen, die für Konkurrenten unzugänglich oder nur mit größter Mühe erreichbar sind. Professor J.A. Boeck schilderte im Sportfischer-Jahrbuch 1977 einen Karpfenangler, der mit Hilfe einer Gummischleuder Lockköderkugeln rund 50m weit an das gegenüberliegende Ufer warf. Diese kilometerlange Uferstrecke konnte wegen ihres undurchdringlichen Bewuchses praktisch nicht begangen werden (Boot war verboten). An die angefütterte Stelle bahnte er sich „unter unglaublichen Mühen und voller Heimlichkeit einen 500 m langen Pfad durch Gestrüpp und tückisches Sumpfgelände“. Darüber waren Wochen vergangen, aber Geduld und Strapazen fing der Zielbewusste innerhalb achtundvierzig Stunden zwei Sechsundzwanzigpfünder und einen Zwanzigpfünder. Es ist klar, dass solche ungewöhnlichen Vorbereitungen nur Angler treffen können, die viel Zeit haben, am Wasser wohnen oder wenigstens in rasch erreichbarer Nähe und die sich voll auf den Karpfenfang konzentrieren. Das gilt teilweise auch für die folgenden Empfehlungen: Die Zeit des Anfütterns ist an sich nebensächlich, wichtig ist, dass es regelmäßig und möglichst zur gleichen Stunde erfolgt. Dann werden sich auch die Karpfen mit einer gewissen Pünktlichkeit einfinden – sobald man vom Ufer verschwunden ist. Wenn irgend möglich, sollte man mindestens eine Woche vor dem Angeln mit dem Anfüttern beginnen. Ob man am letzten Tag, ehe es „ernst“ wird, nicht mehr anfüttern soll, ist umstrittene Ansichtssache. Wenn man sparsam mit dem Grundköder umgeht – und das ist grundsätzlich richtig – kann es sein, dass der Karpfen, der kein Futter mehr vorfindet, das Interesse verliert und am entscheidenden Tag ausbleibt.
Während des Angelns werfe ich keinen Grundköder mehr ein – es soll ja alles ruhig bleiben: Kein Aufklatschen auf den Wasserspiegel, keine hastigen Bewegungen, kein festes Auftreten. Noch ein paar Bemerkungen zur Menge des Grundköders. Ich gab schon das Stichwort „sparsam“. Wir wollen die Karpfen ja nicht mästen, sondern nur ihren Appetit anregen. Es genügen also ein paar Handvoll. Eine andere Überlegung führt zu einem anderen Ergebnis: Wenn man reichlich anfüttert und dabei auch Grundköder verwendet, der sich rasch auflöst (Kleie, zerriebenes altes Weißbrot), wird man eine Menge Kleinfische anlocken. Das Getümmel am Futterplatz wird auch Karpfen neugierig machen und anlocken. Schwere Stücke mischen sich allerdings nicht gern unter das „gemeine Volk“. Für die legen wir größere Brocken an den Rand des Futterplatzes, wo wir dann auch den Angelköder anbieten.
Wie soll nun der Grundköder beschaffen sein? Fast jeder Angler hat sein eigenes Rezept. Am häufigsten wird Brot zu „Teig“ oder „Paste“ geknetet, vermengt mit Haferflocken, gequollenen Weizenkörnern, Maden, aber auch Rotwürmer oder frisch gehäuteten Mehlwürmern. Eine solche Zusammensetzung bewirkt die oben erwähnte „Massenversammlung“. Angler, die ausschließlich mit Kartoffeln fischen, füttern natürlich mit Kartoffeln an; sie fügen dem Grundköder einige Kartoffelstücke derselben Form und Größe bei, die sie als Angelköder verwenden. Form: gerundet, Größe: Haselnuss bis Hühnerei. Die Meinung, dass sehr große Köder auch sehr große Karpfen ergeben, ist durch die Praxis nicht selten bestätigt worden. Große Köder sind auch aus einem anderen Grund zu empfehlen: Sie werden von Kleinfischen nicht angeknabbert. Es gibt nichts Lästigeres und den Karpfen Beunruhigenderes als ständig den weggefressenen Köder erneuern zu müssen.
Andererseits haben Karpfen manchmal auch eine Vorliebe für kleine Happen. Das beweisen gelegentliche Fänge beim Fischen auf Rotaugen. Natürlich werden wir nicht gezielt mit feinstem „Rotaugenzeug“ auf Karpfen angeln. Das wäre viel zu riskant und auch nicht waidgerecht, wenn man die unvermeidlichen Vorfachbrüche bedenkt. In Fließgewässern muss beim Anfüttern die Stärke der Strömung beachtet werden. Nun fischen wir auf Karpfen selten in stärkerer, nie in reißender Strömung. Trotzdem wird man den Grundköder, damit er an der richtigen Stelle liegen bleibt, manchmal etwas beschweren müssen, sei es durch Beifügen von Lehm oder Ton oder durch Einkneten eines kleinen Steines. Fischen wir in Stillwasserbuchten, so unterscheidet sich das Anfüttern kaum von dem in stehenden Gewässern. Auch bei kreisenden Wirbeln wird eigenschweres Lockfutter (Kartoffeln, Kugeln aus Brotteig) über Kurz oder Lang einen am Grund stehenden Karpfen von selbst erreichen.
Haben wir im Fluss eine der oben erwähnten „Futterschüsseln“ entdeckt, so müssen wir den Grundköder je nach der Strömungsgeschwindigkeit mit einem kleineren oder größeren „Vorhaltewinkel“ einwerfen. Wir können auch oberhalb der fraglichen Stelle ein Futternetz versenken, das wir, wenn nötig, ebenfalls etwas beschweren; die Strömung wäscht dann einzelne Nahrungsbrocken aus dem Netz und treibt sie dem Futterplatz zu.
Geheimwitterungen
Wir kommen nun zu einem der umstrittensten Probleme der Grundangler: Zu dem Sinn (oder Unsinn) der sogenannten Geheimwitterungen. Wer autoritätsgläubig ist, könnte sagen: Für mich ist das Thema erledigt, nachdem der englische „Anglerpapst“ Richard Walker alle Versuche mit Witterungen und Färbungen als „Unsinn“ bezeichnet hat, und Marshall-Hardy, auch gerade kein Anfänger, sogar als „groben Unfug“. Dem kann ich nicht beipflichten. Ich glaube, wir können es uns durchaus erlauben, hier eine eigene Meinung zu haben. Während uns die Engländer beispielweise beim Lachsfischen oder beim Forellenfischen mit der Trockenfliege aufgrund einer alten Tradition überlegen sind oder lange Zeit überlegen waren, dürften wir ihnen beim Karpfenfang um einige Jahrzehnte voraus sein. Beweis: Als wir schon nach dem ersten Weltkrieg nicht selten Karpfen fingen, die die 20 Pfund-Grenze überschritten, galten solche Fische auf den Britischen Inseln noch als „unfangbar“.
Nun zurück zum Thema: Es gibt zu viele verbürgte Erfolge mit gewürzten Ködern, als dass man das Problem einfach bei Seite schieben könnte. Wenn ich von Geheimwitterung spreche, so muss ich gleich hinzufügen, dass das Wort „geheim“ eigentlich unzutreffend ist. Die meisten Köderbeimengungen und –zugaben sind mir und vielen anderen Grundanglern durchaus bekannt. Ich führe hier einige aus: Zucker, Honig, Fenchel, Anis, Blut, Leinöl, Pfefferminz, Malz, vollreifere Käser, Hefe, Fleischextrakte, Currypulver, Tomatenketchup, Zwiebel- und Fleischsuppen, ferner Lavendel-, Rosen-, Kümmel- und Sardinenöl. Wir wissen also durchaus, was alles zusammengemixt wird, nur Art und Menge der Zubereitung sind „geheim“ und das Rezept wird von den Anglern meist streng gehütet. Es sei denn, dass auch sie einmal großzügig aus der Anglerschule plaudern und das Geheimnis ihrer Erfolge preisgeben. Als Beispiel ein Rezept, nicht etwa aus einem alten Angelbuch, sondern veröffentlicht in einer modernen Fachzeitschrift:“Ich nehme ein bis zwei Hände voll Mistwürmer in einen Topf, zerreibe sie mit etwas grobkörnigen Flusssand, am besten aus dem Fluss, in dem man Angeln will, mische einen Löffel feinen Zucker oder Honig, etwas Mehl und Lehm darunter und knete das Ganze unter Zusatz von etwas Knoblauchsaft zu einer Masse, so fest, dass kleine daraus gefertigte Kügelchen am Haken gut befestigt werden können. Wenn mit dieser Masse an einer ruhigen Stelle einigemal leicht angefüttert wird, kann man, wenn überhaupt Karpfen vorhanden sind, mit Sicherheit auf Beute rechnen.
Schwere Karpfen wurden mit Erbsen, die mit Biosalz gekocht waren, gefangen. Als unwiderstehlich erwiesen sich Kugeln, die aus einer Mischung von Kartoffelteig und Malzreben geformt waren; ebenso gekochte Kartoffeln, denen am Vorabend des Fangtages fünf klein geschnittene Knoblauchzehen beigefügt waren. In allen Fällen mussten die Karpfen erst an den so eigenartig duftenden Köder gewöhnt werden. Bei den mit Biosalz gekochten Erbsen dauerte es volle zwei Wochen, bis die Karpfen, die zunächst dankend abgelehnt hatten, Gefallen an der neuen Geschmacksrichtung fanden. Zeugen sind u.a. Alfred Esch, seinerzeit bekannt als „Karpfenkönig von der Langsberger Warthe“ und Dr. August Winter, der österreichische Altmeister. Sie alle sind frei von dem Verdacht, etwa Anglerlatein verzapft zu haben.
Einige Verwirrung hat in die Reihe der Angler folgende Geschichte getragen. Ich wähle mit Bedacht das Wort „Geschichte“: Im Gegensatz zu allen hier niedergelegten Tatsachen, die entweder auf eigenen Erfahrungen oder auf glaubhaften Berichten versierter Angler beruhen, ist das Nachstehende aus dem eigenen Gedächtnis hervorgeholt. Es handelt sich um eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift, die etwa 15 Jahre zurückliegt – die genaue Quelle kann ich jedoch nicht mehr angeben. Also: Lange Zeit war die Meinung vorherrschend, dass Nikotingeruch auf den Karpfen abstoßend wirke. Es wurden Misserfolge einfach darauf zurückgeführt, dass die Angler Raucher wären. Nun hat ein Angler, der das nicht glauben wollte (und wohl auch auf das Rauchen nicht verzichten wollte) nicht nur mit nikotingebräunten Fingern seine Brotpaste geknetet, sondern sogar mit Nikotinsaft vermengt. Köder aus dieser Paste, so sein Bericht, seien genauso gut genommen worden wie solche, bei deren Zubereitung Nikotin peinlich vermieden wurde. Vielleicht widerholt ein Angler den Versuch und schafft endgültige Klarheit.
Dass auch heute viele Grundangler mit „angereicherten“ Ködern fischen, beweisen schon die zahlreichen Angebote der Gerätehersteller. Vor allem beim Wettfischen wurde von diesen Angeboten Gebrauch gemacht. Eine altrenommierte deutsche Firma bietet in ihrem Katalog neben gewöhnlichen Fertigködern nicht weniger als 7 Witterungen und „Spezialköder“ an (1990!). Teilweise werden die Erzeugnisse bewusst geheimnisvoll angepriesen („ein nach einem patentierten Verfahren entwickelter, ungewöhnlich fängiger Köderteig“, „hochwertige, sehr ergiebige Öle“), teilweise werden die Zutaten auch genannt, zum Beispiel Anis-, Hanf-, Lavendel- und Moschussöl. Oder: Angelkartoffeln, gesüßt“, oder „ein hervorragendes Fischlockmittel auf der Basis von Blut“. Eine andere, ganz ungewöhnliche Witterung enthält nach den Angaben der Firma neben gemahlenen Seidenraupenpuppen und Tintenfischleberextrakt (!), auch das geheimnisvolle Reiheröl, das schon früher immer wieder angepriesen wurde. Wie dieses Öl gewonnen wird, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Es dürfte sich heute um Importware handeln, da der Grau- oder Fischreiher in der Bundesrepublik fast überall ganzjährig geschützt ist. Mir kam es immer etwas dubios vor, Fische ausgerechnet mit dem „Duft“ schlimmer Feinde anlocken zu wollen – und der Fischreiher ist ein schlimmer Feind, wenn er in größerer Zahl in Kolonien horstet. Es soll indessen nicht verschwiegen werden, dass die zuletzt genannte Witterung im großen Lockstoff-Test, die die internationale Sportfischerzeitschrift BLINKER veranstaltete, mit Abstand an der Spitze lag. Auch das neuerdings angebotene „Krabbenöl“ (gewonnen aus Garnelen) bedarf wohl einer längeren Angewöhnungszeit, um in Stillwasser wirksam zu sein.
Ganz verkehrt wäre es, mit Witterungen ständig zu experimentieren, sie häufig zu wechseln. Das würde die Fische mit Sicherheit vergrämen.
Von Dr. Arnold Bacmeister

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Alles über Anfutter -1983-

Alles über Anfutter –DSZ Oktober 1983-
Kleine Geheimnisse aus der Futterküche / Von Peter Sauer
Kaum ein Stippangler geht heute noch ohne Futter ans Wasser. Richtiges Anfüttern ist an den meisten Gewässern der einzige Weg, die Fangaussichten und Ergebnisse etwas aufzubessern. Dennoch: Anfüttern ist nicht unumstritten. Futter, das von den Fischen nicht gefressen wird, verfault, belastet das Wasser. Exzesse, wahre Anfutterorgien bei manchen bei manchen Wettbewerben haben zu einer vernünftigen Begrenzung der Futtermenge geführt. Manche Angler schauen vollere Verachtung auf ihre schwerbepackten, mit Geräten und Eimern beladenen Zunftkollegen, bestaunen aber vielleicht insgeheim den Erfolg. Richtiges Anfüttern will gelernt sein. Die umfassende Übersicht über die gebräuchlichsten Zutaten soll dem Angler die Zusammenstellung seines optimalen Futters ermöglichen.
Ein Blick in die Kataloge oder der Gang zum nächsten Gerätehändler genügt: fast unüberschaubar ist das breitgestreute Angebot an verschiedensten Futter- und Lockmitteln, Pülverchen, Tröpfchen und Aromastoffen. Sicher – der größte Teil des Angebotes ist gut und wirklich brauchbar, wenn auch teuer. Trotzdem hat jeder Angler sein kleines Geheimnis, wenn es um „Lockmittelkompositionen“ geht, wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg. Die Bedingungen an unseren Gewässern sind so unterschiedlich wie die Gewässer selbst. Der Erfolg eines Anfutters hängt dabei von vielen Faktoren ab. Jahreszeit, Tageszeit, Sonneneinstrahlung, Wetter, Temperatur, Wassertiefe, Strömung, Angelmethode und nicht zuletzt auch Geschick und Erfahrung des Anglers spielen eine große Rolle. Wie in einem Kaleidoskop setzen sich diese Faktoren immer wieder neu zusammen. Und Erfolg oder Misserfolg kann von einer Kleinigkeit abhängen. Die wesentlichen Anforderungen bleiben aber immer gleich. Das Futter muss die Fische, eventuell sogar nur eine bestimmte Art, anlocken, zur Nahrungsaufnahme verleiten, am Platz halten, die Verdauung anregen, es darf nicht sättigen oder den Fischen verdächtig vorkommen oder sie gar abschrecken. Das liest sich alles noch ganz einfach, oder?
Die Grundstoffe für noch so geheimnis- und wirkungsvolle Futtermittel sind gar nicht so geheim, nur manchmal schwierig zu beschaffen. Die speziellen Eigenschaften und letztlich die Auswahl unter den verschiedenen Stoffen sind das eigentliche Geheimnis, vielleicht auch eine Frage der Erfahrung. Welche Stoffe sich als Anfuttermaterial eignen und welche Wirkung sie haben können, sind nun im Einzelnen aufgeführt.
Paniermehl
Paniermehl ist der Grundstoff fast aller Anfuttermittel. Weißbrotpaniermehl von altem, aufgebackenem Weißbrot oder von Brötchen hat eine starke Eigenwitterung, klebt gut, lässt sich gut zu Ballen formen und werfen. Nur bindet Paniermehl viel Wasser, die Futterballen können hart wie Beton werden, lösen sich nicht immer auf oder schwimmen an der Oberfläche, wenn das Futter nicht richtig durchgefeuchtet ist. Graubrotpaniermehl ist schwer zu bekommen, ist aber für die Verwendung in fließendem Wasser besser geeignet, es ist schwerer und sinkt besser. Entweder man macht sich selbst die Mühe und reibt sich auf einer Reibe die Finger wund – moderne Haushalte verfügen auch über Küchenmaschinen – oder man fragt seinen Bäcker; Gerätehändler und Mühlenbetriebe bieten Paniermehl in großen Säcken an. Es gibt – wie sollte es anders sein – auch hier Qualitätsunterschiede. Der Angler sollte nicht die Katze im Sack kaufen, ein Blick in den Sack, ein kurzes Schnuppern, eine Probe zwischen den Fingern ist meist aufschlussreich. Speziell aus Weizenmehl hergestellte Semmelbrösel sind von gleichmäßiger Qualität, aber auch in großen Mengen noch teuer.
Biskuitmehl
Biskuitmehl ist ein anderer, wichtiger Bestandteil der meisten Geheimrezepte. Keks- und Gebäckfabriken sind im Normalfall froh, Bruch oder verfallene Ware günstig verkaufen zu können. Mühlen und Gerätehändler bieten auch Biskuit an. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Biskuit ist nicht gleich Biskuit. Verlassen Sie sich auch hier auf Ihre Sinne. Biskuitmehl aus Waffelmehl mit Zitronenaroma ist unbrauchbar, auch Schokolade gehört nicht ins Futter (?). Dann haben die unterschiedlichen Gebäcksorten eigene Gerüche: Mehl aus Butterkeksen riecht anders als Mehl aus Spekulatius oder Spritzgebäck. Biskuit macht das Futter etwas lockerer, vor allem ist es die Eigensüße, die Brassen und Güstern so lieben.
Mehle
Mehle aus allen Getreide- und Körnersorten sind ein weiterer fester Bestandteil der meisten Anfutterarten. Weizenmehl aus der Küche bindet das Futter, lässt sich auch zur Herstellung von Futterwolken benutzen. Weit besser ist jedoch Reismehl, das das Futter gut zusammenhält. Reismehl lässt die Futterballen langsam sich auflösen, was besonders in der Strömung wichtig ist – Mückenlarven oder Maden werden nur allmählich freigegeben. Maismehl macht das Futter schwer und trägt zur Wolkenbildung bei. Die starke Eigenwitterung soll besonders auf Brassen wirken, aber Maismehl ist für alle Friedfischarten geeignet. Auch Maisgries lässt sich zur Herstellung von Anfutter verwenden, aber Maisgries sollte man vorher mit etwas Zucker kochen.
Speisestärke eignet sich hervorragend zum Abbinden des Futters. Wenn man das Futter dann sehr flüssig macht, lassen sich mit Stärke auch Futterwolken erzeugen, besonders beim Fischen an der Oberfläche.
Nussmehl, besser noch Mehl aus gerösteten Erdnüssen hat ein starkes Aroma, ist ölhaltig und klebt das Futter gut zusammen. Rotaugen scheinen eine Schwäche für Erdnussmehl zu haben.
Mehl aus der Pfanne oder im Backofen geröstetem Hanf ist ein fast unschlagbarer Futterbestandteil. Ölgehalt und Aroma ziehen die Fische an. Hanf wirkt auch abführend, die Fische werden permanent in Fressstimmung gehalten. Ähnlich ist auch die Wirkung von Leinsamenschrot.
Kleie
Kleie wird zum Strecken des Futters verwendet. Kleie lässt die Futterballen schnell zerfallen, die abtreibenden Kleiepartikel bieten auch einen optischen Reiz. Möglichst feine Haferflocken können zu feuchtes Futter wieder fest machen, im Stillwasser können einzelne, langsam herabsinkende Haferflocken die Fische zur Futteraufnahme verleiten. Gerstenschrot hat einen starken Wolkeneffekt, während Sojaschrot oder Sojamehl das Futter schwer machen.
Futtermittel
Futtermittel wie Fischmehl, Kälbermehl oder Schweinemehl sind preisgünstig und lassen sich wegen ihrer starken Eigenwitterung für die Anfutterherstellung verwenden.
Forellen- und Hundefutter eignen sich im gemahlenen Zustand als Fischlockmittel, riechen intensiv und machen das Futter schwer. Allerdings ist der hohe Nährwert von Nachteil, die Fische werden zu schnell satt und hören auf zu beißen.
Fruchtmehl soll auf einige Fischarten einen eigenen Reiz haben. Die abführende Wirkung spielt sicher eine größere Rolle. In der heimischen Küche findet sich noch eine Reihe von Leckereien, die den Fischen gut zu schmecken scheinen.
Kristallzucker, besser noch Puderzucker, macht das Futter schwer und süß, unwiderstehlich für fast alle Cypriniden. Geruchsintensiver ist brauner Zucker oder Rohrzucker, auch Rübenkraut, in warmem Wasser gelöst hat einen starken Effekt auf unsere schuppigen Freunde. Backzutaten wie Kokosflocken eignen sich auch zum Anfüttern, der optische Reiz ist sehr stark, auch die Witterung. Besser, allerdings schwer zu bekommen, ist Kokosmehl aus ganzen Kokosnüssen. Vertrauter sind uns aber Kartoffeln. Gekocht und zerstampft beschweren sie das Futter und haben eine besondere Wirkung auf große Fische. Auch Kartoffelflocken eignen sich zur Futterkomposition. Auch gekochte und kleingehackte Nudeln erfüllen ihren Zweck. Selbst gekochter Reis lässt sich als Futterbestandteil verwerten.
Getreidekörner
Gekochte Getreidekörner sind ein altbewährter Köder für alle Friedfischarten. Weizen und Hanf sind seit Jahren einfach fängig. Aber auch Gerste oder dicke Graupen bringen Fische an den Haken. Mais, am besten Dosenmais, kann große Fische am Platz halten. In England sind Linsen als Köder und Anfutter bekannt, auch Wicken oder Raps. Aber damit muss man erst eine Zeit experimentieren. Das gilt auch für andere Sämereien und Taubenfutter.
Bindemittel
In strömenden Gewässern ist es wichtig, das Futter schnell auf den Grund zu bekommen. Feinsand, Quarzsand und feinere Aquarienkies sind bewährte Mittel. Immer mehr Angler in der BRD machen es da den belgischen und niederländischen Kollegen nach und verwenden feingestoßenen und gesiebten Lehm, der das Futter außerordentlich schwer macht, gut klebt und das Wasser trübt, sogar dem Futter eine natürliche Farbe gibt. Auch gesiebte Erde von Maulwurfshügeln eignet sich zum Beschweren. In stehenden Gewässern kann man mit gesiebtem Torf oder mit gesiebter Walderde eine fast natürliche Trübung erzeugen, die den Fischen den Eindruck vermittelt, Artgenossen würden bei der Futtersuche den Boden aufwühlen. Natürlich gibt es auch eine Vielzahl reichlich exotischer Anfutterbestandteile, zum Beispiel Copramelasse, Esskastanienmehl oder Seidenraupenkokonmehl, aber diese Produkte sind wirklich schwer zu bekommen. Leichter ist es da bei den Zutaten wie Knochenmehl oder Blut bzw. Blutmehl, was aber nicht immer erlaubt ist, da schon bei einer kleinen Verletzung an der Hand des Anglers größte Infektionsgefahr besteht. Auch die Belastung des Gewässers ist zu groß.
Taubenmist
Taubenmist hingegen ist ein vor allem in Frankreich, Belgien und Holland bewährtes Lockmittel, das sich besonders für das Angeln auf Rotaugen empfiehlt. Außerdem klebt Taubenmist gut. In Deutschland allerdings verboten!
Wenig bekannt ist hierzulande die Tatsache, dass das Grundmaterial zur Herstellung von Speiseeis zu manchen Jahreszeiten enorme Lockwirkung besitzt.
Das mag als Übersicht zunächst genügen. Es gibt sicher noch ein paar weitere Zutaten, die einigen Spezialisten bekannt sind. So soll es sogar Angler geben, die Eisenspäne unter ihr Futter mischen, um es zu beschweren. Ob das für die Mehrheit der Angler praktikabel ist, bleibt sehr zu bezweifeln! Das Problem ist jetzt nur, aus dem großen Angebot diejenigen Stoffe herauszufinden und zu kombinieren, die den Anforderungen des jeweiligen Gewässers entsprechen. Da hilft eben nur Ausprobieren, vielleicht – wahrscheinlich – findet der Angler so den Stoff, der für sein Gewässer optimal ist. Manchmal liegt die Wirksamkeit eines Anfutters gerade in der Schlichtheit der Kombination, manchmal nur in der Raffinesse der ausgewählten Zutaten. Ob nun schlichter Weizen oder eine ausgeklügelte Rezeptur, Angeltechnik und Gerätezusammenstellung spielen auch eine entscheidende Rolle, selbst gute Angler fangen mit identischem Futter unterschiedlich.

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Wie erkenne ich frischen (Main-) Fisch?

Wie erkenne ich frischen (Main-) Fisch?
Die Frage richtet sich natürlich nicht nur an die Genießer von Mainfischen, sondern gilt für alle Fische… 🙂
Wie wohl die meisten wissen, verdirbt Fischfleisch schneller als das Fleisch warmblütiger Tiere.
Für den verhältnismäßig schnellen Verderb von Fischfleisch sind Bakterien, die von außen in das Muskelgewebe eindringen und es zersetzen, hauptsächlich verantwortlich. Diese Keime leben im Wasser, aber auch im Fischdarm. Es ist deshalb wichtig, die Fische sehr sorgfältig auszunehmen und gründlich mit Trinkwasser auszuwaschen. Das übliche Spülen der Fische in Bach und See sollte nur bei sauberen Gewässern und im Notfall vorgenommen werden.
Wer als Angler auch an heißen Sommertagen appetitlich frischen Fisch nach Hause bringen möchte, sollte folgendes beachten:
1. Fisch möglichst lange LEBEND hältern. Um dem Tierschutz gerecht zu werden, müssen textile Setzkescher verwendet werden, die allerdings nur in Gewässern OHNE Wellenschlag erlaubt sind.
2. Nach dem Töten soll der Fisch gut ausbluten, was durch einen gezielten Herzstich gegeben ist.
3. Beim Aufschneiden den Darm nicht, oder möglichst wenig verletzen.
4. Fisch nach dem Ausnehmen innen mit sauberem Haushaltspapier auswischen. Das Auswaschen eines Fisches sollte nur in wirklich sauberen Gewässern erfolgen!).
5. Fisch in sauberes Papier wickeln und am besten in einer Kühltasche lagern.
6. Sobald wie möglich sind die Fische mit TRINKWASSER zu reinigen und zu kühlen.
Sorgfältig behandelte Süßwasserfische können einen Tag im Kühlschrank aufbewahrt werden, ansonsten sind sie vorsorglich einzufrieren.
Fisch ist frisch, wenn:
1. die Haut glänzend feucht ist und die natürliche Farbe erhalten ist,
2. die Augen klar sind und prall,
3. die Kiemen blutrot leuchten und nicht „fischig“ riechen,
4. die Muskulatur fest und elastisch ist und bei Druck keine bleibenden Eindrücke entstehen,
5. die Oberfläche frisch und artspezifisch riecht.
Fisch ist VERDORBEN, wenn:
1. die Haut pergamentartig vertrocknet und stark verfärbt ist,
2. die Augen trüb sind und eingefallen,
3. die Kiemen grau bis braun verfärbt sind und „fischig“ stinken,
4. die Muskulatur schlaff und weich ist und bei Druck Eindrücke entstehen, die nicht mehr verschwinden,
5. der Fisch stark „fischig“ riecht.

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Bärensaft und Teufelsdreck -Teil II-

Bärensaft und Teufelsdreck – Teil II –
Während eine puritanisch-aufklärerische Richtung in den letzten Jahrzehnten die Fischwitterung als Aberglauben abtat, haben neue Forschungen die Wirksamkeit derartiger Substanzen, deren meiste auch in der Heilkunde Verwendung finden, voll bestätigt. Mit den Extrakten, Absuden oder Ölen werden entweder die Köder oder das oft tagelang vor dem Fischen ausgestreute Lockfutter behandelt, manchmal aber auch Netze und Reusen oder in der Nähe der Angelhaken angebrachte Wattebäuschchen. Schärfstens abzulehnen und bei Strafe verboten sind dagegen vielerlei Gifte, die die Fische betäuben oder gar töten, da damit stets auch untermaßige Stücke und die Brut vernichtet werden. Dazu wurden der Seidelbast oder Kellerhals, der von arabischen Ärzten seit 1300 gegen Hysterie verordnete Milchsaft aus den Wurzeln der Ferula Scorodosma, auch unter den Bezeichnungen Asa foetida, Satansglut oder Teufelsdreck bekannt. Mit einjähriger Zwangsarbeit in Ketten ließ der Hohenstaufenkaiser Friedrich II. um 1231 auf Sizilien jeden bestrafen, der dabei ertappt wurde, mit den roten Beeren der Eibe zu fischen, durch die die Fische vergiftet werden. In Deutschland hatte er die Fischerei mittels der Eibenbeere, des Bilsenkrautes und des Seidelbastes bereits 1212 untersagen lassen. Zum Bilsenkraut, auch Zigeunerkorn, Hühnertod, Teufelswurz und Schlafkraut genannt, meinte Konrad von Mengenberg in seinem systematischen, aber auch mit Sagen und kulturgeschichtlichen Details ausgestatteten Werk „Buch der Natur“ im Jahr 1350 unter anderem: „Jusquiamus heizt pilsenkraut – daz ain mensch nur will slafen und vergozzet vil ding…“ Weit verbreitet waren die nicht mehr erhältlichen Kokkels-, Fisch- oder Läusekörner, die , zerstampft und mit Honig und Mehl vermischt, in Form von Kügelchen von Fischen begierig angenommen wurden und diese betäubt oder sterbend an die Oberfläche brachten. Mancher Fischdieb erlitt bei der Verwendung solcher Gifte Schäden an der Gesundheit oder den Tod, zumal auch bei der Verwendung der berüchtigten Brechnüsse, auch Krähenaugen genannt, die Strychnin enthalten. Auch Konrad von Gesner (1516-1565) und der Baseler Botaniker Kaspar Bauhin (1560-1624) kannten schon die Wirkung der Brechnüsse. Als Grundköder werden heute für Friedfische zumeist gekochte Kartoffel, grüner oder weichgekochter reifer Mais, gekochte Getreidekörner, in Blut getränktes und getrocknetes Maismehl, zerschnittene Schnecken, Muscheln, Regenwürmer und Schlachthausabfälle, für Raubfische auch zerschnittene Fische und versprudeltes Fischblut verwendet. Auch diese Dinge wirken durch ihren Geschmack und Geruch, sollen aber in Teichen und Ausständen nur sehr sparsam verwendet werden, da bei ihrer bakteriellen Zersetzung sehr viel Sauerstoff verbraucht wird, was zu Fischsterben führen kann. Der unverbesserliche Fischdieb reibt sich die Füße mit dem Saft der Blätter der Ochsenzunge ein – dies lockt die Fische heran und macht sie so friedlich, dass sie sich leicht fangen lassen. Wer aber Aale stehlen will, nimmt einen möglichst schon „aromatisch“ duftenden langen Schafdarm und lässt ihn, am besten gegen Abend oder vor einem Gewitter, ins Wasser hängen. Der Aal kommt und beginnt gierig zu schlucken. Sobald dies am Rucken und Zucken kenntlich wird, bläst man aus voller Brust Luft in den Darm. Dieser schwillt an, füllt das Maul des Aales ganz und gar, so dass die Beute leicht gelandet werden kann. Wer´s nicht glaubt, lese bei Oppian nach, der dies Rezept in seinen in griechischen Versen verfassten Abhandlungen über den Fischfang verrät.
Aus: „Die nasse Weyd oder Angler- und Fischbrevier“ von J.A. Boeck

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Bärensaft & Teufelsdreck – Teil I –

Bärensaft und Teufelsdreck
In früheren Jahrhunderten waren Fischwitterungen wie Bibergeil und Fischgifte wie Teufelsdreck, auch Stinksaat genannt, groß in Mode. Bibergeil, eine lebhaft riechende Substanz, wurde aus den Drüsensäckchen gewonnen, die beim männlichen wie beim weiblichen Biber zwischen dem Geschlechtsteil und dem After liegen und diente ebenso wie Reiheröl dem Anlocken von Fischen. Mit dem Seltenwerden der Biber und Reiher ging man auf Zibet und Moschus über. Zibet wird aus den Drüsentaschen der Zibetkatzen entnommen, die zur Familie der Schleichkatzen gehört, die u.a. in Abessinien, Nubien, Ägypten, aber auch in Ostasien vorkommen. Moschus oder Bisam erhält man vor allem vom Moschustier, auch Bisamratte, beim Moschusbock (eine Käferart), bei der Bisamspitzmaus, beim Alligator und bei allen Tieren, deren Name die Bezeichnung Moschus oder Bisam mit-enthält. Das Spiköl, aus Lavandula Spica Chaix extrahiert, wird ebenso wie das Anisöl und das diesem verwandte Fenchelöl als Lockwirkung verwendet. Fenchel war schon Karl dem Großen, dem griechischen Arzt Dioskorides aus Kilikien um etwa 50 n. Chr. Und dem uralten chinesischen Kräuterbuch Pent´sa bekannt. Als wirksam gelten auch die Ochsenzunge, Safran, Liebstöckl und Peru-Balsam oder Bärensaft, als Chrisam im 16. Jahrhundert durch Papstbullen als sakramentales Salböl eingesetzt. Vom Kampfer spricht schon Hildegard von Bingen 1150 in ihrem Tierbuch.

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Fisch als „Volksmedizin“

Fisch als „Volksmedizin“
„Die Volksmedizin“ sagt den Fischen allerlei Heilwirkungen nach.
„Den Hering ins Land und den Doktor auf die Seite“, sagt man in holländischen und deutschen Küstengebieten. Früher gab es in Apotheken Heringsblasen, Heringsmilch, Heringsrogen und ganze Heringe als Heilmittel. Den Schleienschleim schätzte man zur Wundheilung. Vom Karpfen wurde das Fett, die Galle und der Karpfenstein, das ist ein Knochen aus dem Rückgrat, der vom Barsch auch als Barschstein gewonnen ward, verwendet. Beliebt war auch das Oleum Aschiae der Äsche, das Krebsauge gegen Augenkrankheiten, die Grundel insgesamt gegen den Grind.
Der berühmte Naturforscher und Polyhistor aus Zürich, Konrad von Gesner, den man auch den deutschen Plinius nannte, riet in seinem großen Tierbuch „Historia animalium“, das 1551 – 1558 in Zürich herauskam und –mit Holzschnitten versehen- 1603 – 1621 in Frankfurt erschien, dazu, Aalfett zu nehmen, um „die kahlköpff mit Haar zu bezieren“.

Heute noch verwendet man frische Aalköpfe zum Vertreiben von Warzen. Dass Fische höchst zuträglich sind, sofern sie nicht aus chemisch verseuchten Gewässern stammen, weiß auch die moderne Wissenschaft – und als Schonkost hat sich das Fleisch zarter, nicht fetter Exemplare von der Antike bis zur Gegenwart ausgezeichnet bewährt.

Aus: „Die nasse Weyd oder Angler- und Fischbrevier“ von J.A. Boeck 1972

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Einiges über Grundeln (und berühmte Grundelesser…)

Einiges über Grundeln (und berühmte Grundelesser…)
Vor ca. 450 Jahren wurden die Grundeln zu Hunderten in Seideln gehandelt, während heute (im Mittelalter) nur diejenigen Hausfrauen, die mit ans Fischwasser ziehen, ab und zu den Anblick einer als Lebendköder verwendeten Grundel haben, die doch der näheren Betrachtung wert ist.
Denn nicht nur Iltisse und Bisamratten haben eine Vorliebe für die Grundeln, sondern sie waren im späteren Mittelalter als besonderer Leckerbissen geschätzt. So war Luthers Freund Melanchthon ein passionierter Grundelesser. In dem seltenen Werk „Pauli Jovii comensis Modici De Romanius Piscibus“, das ein Freund des großen Erasmus von Rotterdam, Johannes Frobenius, in seiner Berühmten Baseler Officin herausbrachte, ist ein ganzes Kapitel den „fetten und vorzüglichen Grundeln“ gewidmet. Und im großartigen „Fisch-, Vogel- und Thierbuch“ des Straßburgers Leonhard Baldner heißt es 1660: „Ein Grundel ist ein Herrenfisch unter den kleinen Fischen, diesse werdten theür verkauft und mit einem Maß gemessen, darin man den Wein ausmeßet. Sie werdten den armen leüthen nicht viel zu theil. Den Christen sind sie wohl erlaubt, denn es ein gesundt und herrlichs Essen ist“.
Christian Fürchtegott Gellert, der starb, als Goethe gerade zwanzig war, schreibt in einer Haushaltsnotiz: „Der Besuch will mit Gewalt mein Gast den Abend seyn; du musst geschwind die Kanne Schmerlen (Grundeln) sieden!“
Goethe selbst bittet Christiane Vulpius: “…hebe mir, meine Liebe, einige Schmerlen (Grundeln) auf, dass ich einige Bisse finde.“
Im 17. Jahrhundert wurden in Böhmen gebackene Grundeln, ähnlich den Sardellen der Adria, in den Straßen mancher Städte von Männern, die an Riemen Warmhaltebleche trugen, auf Papierunterlagen oder in die bloße Hand verkauft. Könige und Kaiser verlangte es nach Grundeln, der Autor des 1758 erschienen Buches „Wohlbewährte Fischgeheimnüsse“ ermahnt alle „frommen Fischer“, nach Ostern die Grundeln (Schmerlen) zu schonen, da sie voll Rogen seien. Wer im churfürstlich bayrischen Gebiet Schmerlenbäche plünderte, wurde hart bestraft. Wer Gruben, Gräben oder kleine Teiche besaß, züchtete Grundeln, fütterte sie mit Schafmist und beherzigte die Ratschläge aus A. Hegers: „Teich- und Weyherlust“ aus dem Jahr 1727: „Wenn die Grundeln anschlagen, so kann man einen herrlichen Nutzen davon haben, dann die Maass öffteres für einen halben Gulden verkaufft wird.“
Kein Wunder, dass auch in den Instruktionen zur Bewirtschaftung der gewaltigen Wallensteinschen Herrschaft Friedland ein eigener Abschnitt der Aufzucht, Fütterung und Hälterung der Grundeln gewidmet war. Doch was hilft´s: Tempora mutantur et nos mutamur in illis – die Grundel, die in Kannen, Seideln oder Fässchen geliefert wurde, da ihr Durchschnittsmaß selten über 15 cm Länge liegt, schmeckt so köstlich wie eh und je, sie ist nur derzeit nicht in Mode.

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Die staatliche Sportfischerprüfung in Hessen

DIE STAATLICHE SPORTFISCHERPRÜFUNG IN HESSEN
Fragen und Antworten der Fischerprüfung:
Die richtigen Antworten sind hinter der Frage mit einem „X“ gekennzeichnet.
Allgemeine Fischkunde
1. Wo befinden sich Schuppen und Farbzellen?
a) In der Muskulatur
b) In der Oberhaut
c) In der Lederhaut X

2. Wozu kann der Kiemendeckel herangezogen werden?
a) Zur Geschlechtsbestimmung
b) Zur Längenbestimmung
c) Zur Artenbestimmung X

3. Welche Fischart gehört zu den Karpfenartigen (Cypriniden)?
a) Flussbarsch
b) Gründling X
c) Äsche

4. Bei welchen Fischen können die Barteln zur Artbestimmung herangezogen werden?
a) Bei Karpfenartigen (Cypriniden) und Schmerlen X
b) Bei Barschartigen (Perciden) und Plattfischen
c) Bei Neunaugen

5. Wo befindet sich das Ferntastsinnorgan der Fische?
a) Auf dem Fischrücken
b) Auf dem Fischbauch
c) An den Fischseiten X

6. Was nehmen Fische mit dem Seitenlinienorgan wahr?
a) Elektrische Felder
b) Chemische Stoffe
c) Mechanische reize (z.B. Druckwellen) X

7. Welche Sinneszellen tragen die Barteln?
a) Geschmacks- und Tastsinn X
b) Hör- und Geruchssinn
c) Licht- und Ferntastsinn

8. An welchen Körperteilen ist das Alter der Fische festzustellen?
a) An den Kiemenbögen und den Flossenstrahlen
b) An den Schlundzähnen und der Länge der Afterflosse
c) An den Schuppen und den Gehörsteinchen (Otolithen) X

9. Welcher Fisch wird als Milchner bezeichnet?
a) Jungfische, die gerade ihren Dottersack aufgezehrt haben
b) Der weibliche Fisch
c) Der männliche Fisch X

10. Welchen Zweck erfüllt das Schwarmverhalten von Friedfischen?
a) Soziale Kontaktaufnahme
b) Schutz vor Raubfischen X
c) Gemeinsame Futtersuche

11. Welche Maulstellungen oder Maulformen kennen wir bei Fischen?
a) Sägemaul, Bohrmaul und Schnabelmaul
b) Obere-, unter- und oberständiges Maul X
c) Vorder-, hinter- und nebenständiges Maul

12. Wozu haben Raubfische Zähne?
a) Zum Festhalten der Beute X
b) Zum Kauen der Beute
c) Um Stücke aus der Beute zu reißen

13. Was versteht man unter „Verbuttung“?
a) Ein Überhandnehmen von Plattfischen im Mündungsbereich von Flüssen
b) Kleinwüchsigkeit infolge eine Überbestandes X
c) Seltene Verformung, wenn beide Augen auf er gleichen Körperseite liegen

14. Welche Fischart legt die Eier in netzartigen Gallertschnüren ab?
a) Koppe (Groppe)
b) Flussbarsch X
c) Nase

15. Was ist maßgebend für die Körpertemperatur der Fische?
a) Gute Nahrungsaufnahme
b) Wassertemperatur X
c) Schnelle oder langsame Fortbewegung im Wasser

16. Welche der aufgeführten Maulstellungen gibt es bei Fischen nicht?
a) Unterständig
b) Endständig
c) Vorständig X

17. wo verlaufen die Hauptblutgefäße?
a) Unterhalb der Wirbelsäule X
b) Oberhalb der Wirbelsäule
c) Neben der Wirbelsäule

18. Bei welchen Fischen sind der Geschmacks- und Geruchssinn besonders ausgeprägt?
a) Bei Karpfenartigen (Cypriniden) und beim Aal X
b) Bei Lachsartigen (Salmoniden) und Barschartigen (Perciden)
c) Bei Hechten (Esociden)

19. Welches Wasser ist für Bachforellen vorteilhaft?
a) Fließendes, weiches, leicht getrübtes Wasser
b) Fließendes, kaltes und sauerstoffhaltiges Wasser X
c) Strömendes, warmes und kalkhaltiges Wasser

20. Warum sollte man in Krebsbächen auf keinen Fall Aale einsetzen?
a) Weil Krebse Satzaale fressen
b) Weil Aale in Bächen schlecht wachsen
c) Weil Aale den krebsbestand stark dezimieren X

21. Was geschieht an der Kiemenoberfläche?
a) Es wird vom Blut Sauerstoff und Kohlendioxid aufgenommen
b) Es wird vom Blut Sauerstoff abgegeben und Kohlendioxid aufgenommen
c) Es wird vom Blut Sauerstoff aufgenommen und Kohlendioxid abgegeben X

22. Von was sind die Schuppen auf dem Fischkörper bedeckt?
a) Sie haben keine Bedeckung
b) Von der Oberhaut X
c) Von der Unterhaut

23. Welche Art der Körperbedeckung haben Stichlinge?
a) Knochenplatten X
b) Kammschuppen
c) Schmelzschuppen

24. Was bedeuten die hellen Ringe in den Fischschuppen?
a) Laichzeiten
b) Winterringe
c) Sommerringe X

25. Zu welcher Wirbeltiergruppe gehören die meisten einheimischen Süßwasserfische?
a) Zu den Rundmäulern
b) Zu den Knorpelfischen
c) Zu den Knochenfischen X

26. Welche Flosse hat keine Flossenstrahlen?
a) Die Fettflosse der Lachsartigen (Salmoniden) X
b) Die zweite Rückenflosse der Barschartigen (Perciden)
c) Die Rückenflosse der Hechte (Esociden)

27. Welche Bedeutung haben Wasserflöhe, Hüpferlinge und andere Zooplankter für die Fische?
a) Sie haben keine Bedeutung
b) Sie sind wichtige Sauerstoffproduzenten
c) Sie sind wertvolle Fischnahrung X

28. Wo befindet sich das Herz der Fische?
a) Oberhalb der Kiemen
b) Kehlständig, unterhalb der Kiemen X
c) Oberhalb der Schwimmblase

29. Was versteht man unter dem Begriff „Laichwanderung“?
a) Das Verdriften des Laichs und der jungen Brut
b) Das Zusammentreffen der Eier und der Samenzellen bei der Befruchtung
c) Die Wanderung der laichbereiten Fische zum Laichgebiet X

30. Was versteht man untere Brutpflege bei Fischen?
a) Das Beschützen des Laiches und der jungen Brut X
b) die Ablage von Laich auf Wasserpflanzen
c) Das Entfernen von Hautparasiten bei der Fischbrut durch die Elterntiere

31. Welche der folgenden Fischarten ist lebendgebärdend?
a) Scholle
b) Katzenhai
c) Aalmutter X

32. Welche ist das typische Merkmal der Knorpelfische?
a) Ihr Skelett ist verknöchert
b) Ihre Schädelkapsel besteht aus einem Stück X
c) Ihr Schädel besteht aus mehreren Knochen

33. Welche Fischgruppe gehört zu den Knochenfischen?
a) Haie
b) Rochen
c) Plattfische X

34. Haben Fische ein Gehörorgan?
a) Nein
b) Von den einheimischen Fischen nur der Wels
c) Ja X

35. Wo wird bei den Fischen das Blut mit Sauerstoff angereichert?
a) In den Kiemen X
b) In der Schwimmblase
c) In der Herzkammer

36. Welche Krankheit kann bei Forellen auftreten?
a) Infektiöse Pankreasnekrose (IPN) X
b) Schwimmblasenentzündung
c) Frühjahrsvirämie, auch bezeichnet als „akute Bauchwassersucht“

37. Welche Aufgabe besitzt die Schleimschicht bei unseren Fischen?
a) Keine besondere Funktion
b) Schutz vor Parasiten, Bakterien und chemischen Einflüssen X
c) Abwehrfunktion vor Raubfischen

38. Wo lebt die Karpfenlaus bei Fischen?
a) Auf der Haut X
b) An den Kiemen
c) In der Mundhöhle

39. Was sind Barteln?
a) Gewichtsorgane
b) Geschmacks- und Tastorgane X
c) Organe zur Feststellung des Wasserdrucks

40. Welche Aufgabe hat die Seitenlinie?
a) Sie dient als Sinnesorgan X
b) Sie markiert die Lage der Bauchhöhle
c) Von ihr aus wird die Körperoberfläche mit Schleim überzogen

41. Wie bezeichnet man die gefährlichste Krankheit bei Edelkrebsen?
a) Krebspocken
b) Krebsvirämie
c) Krebspest X

42. Wozu gehört der Ergasilus?
a) Zu den Egeln
b) Zu den Bakterien
c) Zu den Kleinkrebsen X

43. Wo liegen die Nieren bei den Fischen?
a) Unter der Wirbelsäule vom Kopfansatz bis in die Höhe des Afters X
b) Unter der Wirbelsäule vom After bis zum Schwanz
c) Der Fisch hat keine Nieren

44. Welche Fischgruppe gehört zu den Knorpelfischen?
a) Dorschartige
b) Seeskorpione
c) Rochen X

45. Was nennt man „Laichhaken“?
a) Haken am Unterkiefer bei laichreifen, männlichen Salmoniden
b) Hakenförmiger Flossenstrahl an der Afterflosse von weiblichen Salmoniden (Lachsartigen) zum Ausschlagen der Laichgrube
c) Haken am Oberkiefer bei laichreifen, männlichen Salmoniden (Lachsartigen)

46. Bei welchen Fischen dient der optische Sinn besonders dem Beutefangverhalten?
a) Beim Karpfen
b) Bei Hechten X
C) Bei Schlammpeitzigern

47. Bei welchen Fischen ist der Geruchssinn besonders ausgeprägt?
a) Bei Aalen X
b) Bei Hechten
c) Bei Forellen

48. Eine besondere Art der Brutpflege betreibt der Bitterling. Wohin legt das Weibchen die Eier?
a) Zwischen Steinen
b) In die Atemröhre einer Teichmuschel X
c) In eine besonders tiefe Laichgrube

49. Was gibt man in den „Tagesraten“ an?
a) Den Winkel, um den Fische während ihrer Laichwanderung vom Zielort abweichen
b) Die Zahl der Tage, die befruchtete Fischeier bei einer bestimmten Wassertemperatur zur Erbrütung benötigen X
c) Die Temperatursumme der Wintertagestemperaturen, die die Dauer der Winterruhe bestimmen

50. Welche Funktion hat die Schwimmblase?
a) Sie dient der Verdauung
b) Sie dient der Ausscheidung
c) Sie dient als hydrostatisches Organ X

51. Was bezeichnet man als „Laichausschlag“?
a) Krankhafte Veränderung der Fischeier
b) Eine durch das Laichen verursachte Hautkrankheit
c) Körnige Gebilde auf der Kopfregion bei bestimmten Arten während der Laichzeit X

52. Welcher der aufgeführten Arten ist ein sog. katadromer Wanderfisch?
a) Lachs
b) Stint
c) Aal X

53. Welche der aufgeführten Arten ist ein sogenannter anadromer Wanderfisch?
a) Aal
b) Meerforelle X
c) Wels

54. Wo befinden sich Fischegel am befallenen Fisch?
a) In der Leibeshöhle
b) An den Kiemen
c)Auf dem Körper X

55. Wo findet man Plattfische?
a) Nur im Meer
b) Nur im Süßwasser
c) im Meer und im Brackwasser großer Flüsse X

56. Wozu gehört die Karpfenlaus?
a) Zu den Spinnen
b) Zu den Krebsen X
c) Zu den Insekten

57. Welche der aufgeführten Parasiten sind Innenparasiten?
a) Fischegel
b) Bandwurm X
c) Karpfenlaus

58. Auf welchem Organ parasitiert der Ergasilus?
a) Auf der Haut
b) Auf der Leber
c) Auf den Kiemen X

59. Welche Flossen sind bei Fischen paarig ausgebildet?
a) Brust- und Bauchflossen X
b) Rücken- und Afterflossen
c) Schwanz- und Fettflossen

60. Welche Bedeutung hat der Dottersack bei frisch geschlüpfter Fischbrut?
a) Er verhindert, dass sie von der Strömung fortgeschwemmt wird
b) Er dient zu ihrer Ernährung X
c) Er dient zur Stabilisierung der Schwimmlage

61. Wozu kann man bei bestimmten Fischen die Fettflosse heranziehen?
a) Zur Bestimmung des Geschlechts beim Döbel
b) Zur Abschätzung des Ernährungszustandes
c) Zur Artbestimmung X

62. Welche einheimische Fischart kann über den Darm atmen?
a) Wels
b) Aal
c) Schlammpeitzger X

63. Warum laichen manche Fische (z.B. Forellen) im Winter?
a) Weil sich dann die Eier schneller entwickeln
b) Weil dann der Sauerstoffgehalt im Wasser am höchsten ist X
c) Damit sich die Elterntiere beim anstrengenden Laichgeschäft nicht so erhitzen

64. Wie finden Lachse ihrLaichgewässer?
a) Durch das Nahrungsangebot
b) Durch den Geruch des Gewässers X
c) Durch Zufall

65. Welche Fischart ist der Leitfisch unterhalb der Barbenregion?
a) Brassen X
b) Rotauge
c) Aland

66. An den Barteln der Fische erkennt man…?
a) das Alter
b) das Geschlecht
c) die Art X

67. Wie nennt man die Maulstellung, wenn der Oberkiefer länger als der Unterkiefer ist?
a) Oberständig
b) Unterständig X
c) Hinterständig

68. Was bedeutet es, wenn die Fische mit dem Maul über die Wasseroberfläche drängen?
a) Das Wasser ist zu kalt
b) Es besteht Nahrungsmangel
c) Es besteht Sauerstoffmangel X

69. Wie bezeichnet man den laichreifen männlichen Fisch?
a) Milchner X
b) Milchfisch
c) Rogner

70. Welche Fischart ist der Leitfisch in der oberen Fischregion der Mittelgebirgsbäche?
a) Barbe
b) Äsche
c) Bachforelle X

71. Welche Körperformen haben Fische, die in starker Strömung und in der Freiwasserzone leben?
a) Seitlich abgeflachte Form
b) Hochrückige Form
c) Spindel- oder Torpedoform X

72. Wie bezeichnet man den laichreifen weiblichen Fisch?
a) Milchfisch
b) Rogner X
c) Milchner

73. Was ist ein Rogner?
a) Ein männlicher Fisch
b) Ein weiblicher Fisch X
c) Ein unfruchtbarer Fisch

74. Was ist nach dem Fang eines maßigen zur Verwertung bestimmten Fisches am vordringlichsten?
a) Haken lösen
b) Betäuben und Töten X
c) Gewicht feststellen

75. Welche der aufgeführten Wassertierarten gehört zu den Fischparasiten?
a) Stabwanze
b) Wasserfloh
c) Kratzer X

76. Zu welcher Tierklasse gehören die Neunaugen?
a) Zu den Fischen
b) Zu den Rundmäulern X
c) Zu den Zahnmäulern

77. Welche Schuppen besitzen die Störartigen?
a) Schmelzschuppen X
b) Kammschuppen
c) Placoidschuppen

78. Welche Organe befinden sich im Hirnschädel des Fisches?
a) Vor-, Mittel- und Nachhirn X
b) Kopfniere
c) Weberscher Apparat

79. Welche Bedeutung haben Kleinfische in einem Gewässer?
a) Keine
b) Große Bedeutung für die Stabilität der Nahrungskette und für den Artenschutz X
c) Sie sind Nahrungskonkurrenten und deshalb unerwünscht.

80. Bei welchen Fischen dient das Pflugscharbein (Vomer)als Unterscheidungsmerkmal?
a) Bei den Barschartigen
b) Bei den Lachsartigen (Salmoniden) X
c) Bei den Karpfenartigen (Cypriniden)

81. Wo verläuft bei den Fischen das Rückenmark (Hauptnervenstrang)?
a) Unterhalb entlang dem Wirbelkörper
b) Oberhalb der Wirbelkörper X
c) Fische haben kein Rückenmark

82. Welche Fische haben eine zweigeteilte Schwimmblase?
a) Hechte (Esociden)
b) Lachsartige (Salmoniden)
c) Karpfenartige (Cypriniden) X

83. Was geschieht, wenn ein Fisch Schuppen verliert?
a) Die Stelle bleibt frei von Schuppen
b) Die angrenzenden Schuppen vergrößern sich, bis das Schuppenkleid wieder geschlossen ist.
c) Er bildet neue Schuppen X

84. Kammschuppen sind?
a) Bedornt X
b) Unbedornt
c) Ohne Hautbedeckung

85. Welche Fischarten leben hauptsächlich in der Brachsenregion der Fließgewässer?
a) Rotauge und Güster X
b) Koppe und Elritze
c) Barbe und Strömer

86. Welche Fischart hat keine Schwimmblase?
a) Äsche
b) Plötze
c) Koppe X

87. Welche Fischart hat im Vergleich besonders große Eier?
a) Bachforelle X
b) Karpfen
c) Flussbarsch

88. Welche der folgenden Fischarten sind typisch für die Forellenregion?
a) Dreichstacheliger Stichling, Stör
b) Bachneunauge, Schmerle X
c) Nase, Hasel

89. Bei welcher der genannten Fischarten können Sie den Milchner anhand der deutlich größeren Bauchflossen vom Rogner unterscheiden?
a) Gründling
b) Schleie X
c) Bachforelle

90. Bei welcher Fischart bewacht das Männchen das Eigelege?
a) Koppe (Groppe) X
b) Äsche
c) Elritze

91. Welcher Fisch ist ein Kieslaicher?
a) Bitterling
b) Barbe X
c) Hecht

92. Wie kann man den Hasel zuverlässig vom Döbel unterscheiden?
a) Der Hasel hat eine nach innen gebuchtete Afterflosse X
b) Der Döbel hat eine nach innen gebuchtete Afterflosse
c) Nur der Hasel hat dunkelumrandete Schuppen

93. Welche der folgendene Erkennungsmerkmale sind typisch für den Schneider?
a) Eine schwarz eingefasste Seitenlinie, die einen deutlichen Knick aufweist X
b) Eine orangegelbe Seitenlinie und eine deutliche Kontrastfärbung des Körpers
c) Ein blaugrün schillerndes Farbband von der Körpermitte bis zur Schwanzwurzel

94. Wie unterscheiden Sie eine einsömmrige Barbe eindeutig von einem Gründling?
a) Die Barbe hat zwei Barteln
b) Der Gründling hat keine Barteln
c) Der Gründling hat zwei Barteln X

95. Hechte besitzen?
a) Eine geschlossene Schwimmblase mit Luftgang X
b) Eine einkammerige Schwimmblase
c) Eine zweikammerige Schwimmblase mit Luftgang

96. Welche Fischart legt die Eier in einem Nest ab?
a) Strömer
b) 3-stachliger Stichling X
c) Elritze

97. Pylorusanhänge (Blindsäcke) befinden sich am Darm von?
a) Der Bachforelle X
b) Der Brachse
c) Der Barbe

98. Wie viele Eier pro kg Körpergewicht trägt ein laichbereiter Hechtrogner im Durchschnitt?
a) 3.000 – 5.000
b) 35.000 – 45.000 X
c) 300.000 – 400.000

99. Wie viele Barteln hat der Steinbeißer?
a) Vier
b) Sechs X
c) Acht

100. Die kleine Maräne ernährt sich vorwiegend von?
a) Jungfischen
b) Bodennahrung
c) Plankton X

101. Welche Fischart hat einen scharfkantigen Kiel an der Bauchkante?
a) Rotfeder X
b) Rotauge
c) Barbe

102. Der Ausdruck brustständige Bauchflossen wir gebraucht?
a) Wenn sich der Ansatz der Bauchflossen unter den Brustflossen befindet X
b) Wenn sich der Ansatz der Bauchflossen vor dem Ansatz der Brustflossen befindet
c) Wenn Brust- und Bauchflossen miteinander verwachsen sind

103. Welche Aussage ist richtig?
a) Wels und Zwergwels haben eine Fettflosse
b) Zwergwels und Mairenke haben eine Fettflosse
c) Zwergwelse und Renken haben eine Fettflosse X

104. Welche Art von Schuppen haben die forellenartigen Fische (Salmoniden)?
a) Nur Schmelzschuppen
b) Nur Rundschuppen X
c) Rundschuppen und Schmelzschuppen

105. Welche Tierart hat keine paarigen Flossen?
a) Flussneunauge X
b) Sterlet
c) Rutte (Quappe)

106. Welche Fischart hat zwei Flossen am Rücken?
a) Renke X
b) Wels
c) Mairenke

107. Als Tigerforelle bezeichnet man eine Kreuzung von?
a) Bachsaibling und Bachforelle X
b) Seesaibling und Seeforelle
c) Seesaibling und Bachforelle

108. Welches Merkmal unterscheidet Flussbarsch und Kaulbarsch eindeutig von einander?
a) Die Anordnung der Bauchflossen
b) Die Ausbildung der Rückenflosse X
c) Die Fischlänge

109. Welche Fische haben besonders lange und feine Kiemenreusendornen?
a) Schmerlen
b) Felchen, Renken (Coregonen) X
c) Barschartige (Perciden)

110. Wie viele Eier pro kg Körpergewicht laicht ein Bachforellenrogner in etwa ab?
a) 500 – 1.000
b) 1.500 – 2.500 X
c) 15.000 – 20.000

111. Bei welcher Fischart ist die Leibeshöhle mit einer schwarzen Haut ausgekleidet?
a) Giebel X
b) Brachse
c) Barbe

112. Welche Fischart gehört zur Gruppe der Dorsch- oder Schellfischartigen?
a) Rutte (Quappe) X
b) Maifisch
c) Steinbeißer

113. Welche unveränderlichen Merkmale werden zur einwandfreien Artbestimmung bei Karpfenartigen (Cypriniden) herangezogen?
a) Der Laichausschlag
b) Die äußere Gestalt, insbesondere die Form der Kiemendeckel
c) Die Anzahl und Stellung der Schlundzähne X

114. Welche Fische haben keinen Laichausschlag?
a) Weißfischarten
b) Barscharten X
c) Renkenarten

115. Der Ausdruck „kehlständige Bauchflossen“ wird gebraucht?
a) Wenn der Ansatz der Bauchflossen vor dem Ansitz der Brustflossen sitzt X
b) Wenn der Ansatz der Bauchflossen und der Ansatz der Bauchflossen auf gleicher Höhe sitzt
c) Wenn der Ansatz der Bauchflossen hinter dem Ansatz der Brustflossen sitzt

116. Welche Aussage trifft für das Laichverhalten des Seesaiblings zu?
a) Der Seesaibling ist Freiwasserlaicher
b) Der Seesaibling laicht bevorzugt über großkiesigem, steinigem Gewässergrund ab X
c) Der Seesaibling laicht bevorzugt in dichten Unterwasserpflanzenbeständen ab

117. Welches ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Giebel und Schuppenkarpfen?
a) Der Karpfen hat große Rundschuppen und 2 Barteln
b) Der Giebel hat kleine Rundschuppen und 2 Barteln
c) Der Giebel hat keine Barteln X

118. Wann benötigt ein Fisch mehr Sauerstoff?
a) Bei niedriger Wassertemperatur
b) Bei hoher Wassertemperatur X
c) Er braucht immer gleich viel Sauerstoff

119. Wo lebt die Wurmlarve des Riemenbandwurms in Fischen?
a) Im Darm
b) In der Schädelhöhle
c) In der Bauchhöhle X

120. Welches wesentliche Merkmal unterscheidet Ukelei und Moderlieschen?
a) Bei der Ukelei ist die Schwanzflosse gegabelt, beim Moderlieschen gerundet
b) Das Moderlieschen hat eine nach oben gerichtete Maulspalte, die Ukelei nicht
c) Das Moderlieschen hat im Gegensatz zur Ukelei nur eine kurze (unvollständige) Seitenlinie X

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Wehre und Schleusen -„Probier´s doch einfach mal“

Wehre und Schleusen „Probier´s doch einfach mal!“
Von mainkarpfen.de
Jahrzehntelang bot der Bereich oberhalb der Schleusen einen sehr guten Bereich zum Karpfenfischen. Auch andere Friedfische, wie Rotaugen, Brassen, Nasen, Schleie usw. wurden hier regelmäßig in großen Mengen und teils hohen Gewichten gefangen. Scheinbar hat sich in den letzten vier bis fünf Jahren hier einiges geändert. Natürlich sich noch immer Fische da, auch große Karpfen werden noch gefangen, jedoch nicht mehr in den Stückzahlen wie in den Jahren zuvor. Liegt es daran, dass die Fische plötzlich einen höheren Sauerstoffbedarf benötigen, und oberhalb der Schleuse, durch das oftmals fast stehende Wasser, einfach nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist? Liegt es am Nahrungsangebot? Fressen die allgegenwärtigen Grundeln die natürliche Nahrung anderer Fischarten einfach weg? Unterhalb des Wehres geht deutlich mehr an den Haken. Hier ist die Strömung natürlich schneller und somit ist mehr Sauerstoff im Wasser. Es bleibt aber zumindest die eine Frage, warum werden mehr Karpfen 30 m unterhalb des Wehres gefangen, wenn der Karpfen doch –angeblich- ruhiges Wasser bevorzugt? Raubfische wie Zander, Waller, Hecht wurden hier schon immer gefangen, allerdings geht der Zander nicht mehr so leicht an den Haken, wie vor 10 Jahren. Auch hier hat sich ein Wandel vollzogen, den ich nicht zuletzt auf das sehr hohe Vorkommen der Grundeln zurückführe. Gingen vor ca. 10 Jahren regelmäßig in den frühen Abendstunden jedem Angler „einige“ Zander an den damals so hoch geschätzten „Twister“, so sind es heute u.a. die Rapfen, die dort allerdings beachtliche Größen erreichen. Auch haben die Zander hier bei uns ihre Fresszeiten scheinbar verschoben. Eigentlich fingen wir vor einigen Jahren die meisten Zander in den frühen Abend- und Nachtstunden. Natürlich ging der eine oder andere Zander auch am hellen Tag ans Band, dies waren aber tatsächliche Ausnahmen. Heute sieht das anders aus: Von Sonnenaufgang bis in die späten Nachmittagsstunden lassen sich unterhalb des Wehres Zander fangen. Aber nicht in den Stückzahlen wie wir es von „früher“ gewohnt waren. Hat der Zander durch die Grundeln, die ja massenhaft als Nahrung vorfindet, seine Fresszeiten geändert? Die Grundel ist ein –hauptsächlich- tagaktiver Fisch, der sich ab Einbruch der Dunkelheit allerdings auch noch fangen lässt, allerdings nicht in den Mengen wie bei Tag. Unbestrittene Tatsache ist, dass die Grundeln mittlerweile die Hauptnahrung der Zander. Hechte, Waller usw. sind –allerdings mit dem Nebeneffekt, dass Grundeln uns Anglern sehr gut als Zanderköder dienen.
Dies alles beruht auf UNSEREN Erfahrungen und Beobachtungen und ist nicht allgemeingültig!
Jedes Gewässer hat eben seine eigenen „Gesetze“ 

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Karpfenfische „Die Schleie“ -1962-

Karpfenfische: „Die Schleie“ -1962-
Ein hochgeschätzter Speise- und Sportfisch ist die Schleie. Der langgestreckte, spindelförmige Fisch besitzt ein außerordentlich wohlschmeckendes, feines, weißes Fleisch. Allerdings ist die Schleie allgemein recht langsamwüchsig und eigentlich erst mit 5 Jahren wirklich fangreif. Sie ist dann gewöhnlich 25 bis 30 cm lang. Ihre Färbung ist sehr unterschiedlich. Am häufigsten ist ein dunkles Olivgrün. Es kommen aber auch regelmäßig bedeutend hellere Exemplare vor, etwas seltener schwarzgrüne, fast schwarze Fische, die der Angler als „Moorschleie“ bezeichnet, obwohl die Wissenschaft eine solche Farbvielfalt nicht anerkennt, wohl aber die der fast rötlich-goldenen Goldschleie. Dass Anpassungen der Farbpigmente an den Untergrund für die wechselnde Färbung Bedeutung haben, kann als sicher gelten. Aber nicht nur ich, sondern auch viele Sportfreunde haben schon regelmäßig am gleichen Ort Fische sehr unterschiedlicher Färbung gefangen. Die Schuppen der Schleie sind sehr klein und liegen tief unter der Oberhaut. Diese ist außerordentlich schleimig.
Die Bauchflossen des Männchens sind automatisch von denen der Weibchen verschieden und werden auch als Laichflossen bezeichnet. Es sind deutlich verdickte vordere Flossenstrahlen. Die Schleie finden wir in den meisten stehenden und langsam fließenden Gewässern unserer Breiten, wenn deren Grund einigermaßen schlammig und warm ist. Sie ernährt sich vorwiegend von Kleintieren und Pflanzen der Uferregion und laicht wie die Karausche im Mai oder Juni, in sehr warmen Jahren auch schon in der zweiten Aprilhälfte. Eierzahl: bis 300.000. Ihr Gewicht wird unterschiedlich angegeben, doch kann sie 4 – 5 kg erreichen. Fische von mehr als 1 kg gelten aber mit Recht schon als guter Fang.
Die Fangzeit beginnt nach den ersten wirklich warmen Frühjahrstagen, also etwa ab April und dauert bis in den Herbst hinein. Von Anfang bis Mitte Oktober ab werden Schleien nur noch vereinzelt gefangen. Leichte bis mittlere Grundangel. Köder: Wurm. Angeblich soll die Schleie auch auf Kartoffelstückchen oder Teig beißen.

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