Der „Vorstau“ von Schleusen und Wehren -Probier´s doch einfach mal…“!

[embpicasa id=“6206604291196866945″]Vorstau an Schleusen und Wehren

„Probier´s doch einfach mal…“!

Von mainkarpfen.de
Unter „Vorstau“ versteht man die Verbreiterung des Flussbettes oberhalb eines Wehres bzw. einer Schleuse. Infolge der geringeren Strömungsgeschwindigkeit ist der Boden des Vorstaus meist mit Schlamm, abgestorbenem Laub und oft reichlich Schwemmgut bedeckt.
Große und kapitale Fische halten sich – vornehmlich jetzt im Herbst – hier auf, allerdings schrumpfen die Aussichten, hier Großfische zu fangen gewaltig, wo die Breite des Vorstaus unsere Höchstwurfweiten überschreitet.
Da das Angeln und das Anfüttern vom Boot aus im Vorstau verboten ist, die wirklich kapitalen Fische aber meist außerhalb unserer tatsächlichen Wurfweite stehen, sind viele Angler auf Zufallstreffer angewiesen. An die richtig großen Karpfen und Waller, die sich im Vorstau aufhalten, kommen wir also nur heran, wenn sich diese Fische im Bereich unserer maximalen Wurfweite aufhalten.
Wer mit Boilies eine Futterspur für kapitale Karpfen im Vorstau einer Schleuse legen will, sollte zuerst seine maximale Wurfweite testen und dann mit dem Wurfrohr vom Übergang über das Gewässer, also vom Wehrsteg aus, füttern. Dann kann man nämlich halbwegs sicher sein, dass die Boilies in einer Reihe eine Futterspur bilden und nicht die Hälfte der verwendeten Menge zwischen Ufer und dem tatsächlichen Angelplatz liegen 😉

 

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Was der Sportangler von den Fischen wissen muss! -1922-

Was der Sportsangler von den Fischen wissen muss! -1922 –
Quelle: „Lehrmeister-Bücherei“ von Dr. K. Lory 1922
Wenn der Angelsport sich heben soll, so ist das nur möglich, indem seine Anhänger sich sozusagen wissenschaftlich auch mit dem „Wasserwild“ beschäftigen, seine physiologischen Eigenschaften, seine Lebensgewohnheiten und dergleichen sorgfältig studieren und daraufhin ihre Methode vervollkommnen. Ein gewisses Mindestmaß derartiger Kenntnisse ist die unbedingte Voraussetzung zu jedem Erfolg.
Der Angelnde muss natürlich in erster Linie wissen, welche Fische er in seinem Gewässer voraussetzen darf und welche Angelmethoden für sie in Betracht kommen; darüber wird noch zu handeln sein. Doch sind allen Fischen gewisse Eigenschaften und Eigentümlichkeiten gemeinsam, die der Fischer ebenfalls kennen muss.
Die bildende Kunst hat den Fisch gelegentlich als Symbol der „Dummheit“ verwendet, aber sehr mit Unrecht. Auch der Fisch ist belehrbar, und zwar unter Umständen zum Nachteil des Fischenden, der genötigt ist, oft zu neuen Ködern und immer durchtriebeneren Angelmethoden zu greifen, wenn die Erfahrung die Bewohner eines Gewässers erst einmal scheu und vorsichtig gemacht hat. Denn die erste Bedingung zum Erfolg beim Angeln ist die, dass die Fische „beißen“, d.h. auf den dargebotenen Köder gehen. Die Lust dazu ist nicht immer gleich groß; sie ist naturgemäß geringer, wenn das Gewässer reichlich Nahrung bietet; sie verschwindet oft plötzlich unter dem Eindruck eines Witterungsumschwunges, wie denn Nord- und Westwind ganz allgemein und auch mit Recht (namentlich bei klarem Himmel) als ganz und gar ungünstig gelten. Doch habe ich mir die Fälle notiert, wo ich gerade bei aufheiterndem leichten Nordost treffliche Erfolge erzielte. Extreme Temperaturverhältnisse gewähren ebenfalls wenig Aussicht und sind auch die Temperaturgrade bei den einzelnen Fischgattungen verschieden, so ist es doch allen gemeinsam, dass sie bei größerer Hitze und größerer Kälte in eine Art Lethargie verfallen. Damit hängt es auch zusammen, dass in der wärmeren Jahreszeit die Morgen- und Abendstunden, in der kälteren die Mittagszeit für den Angler vorzugsweise in Betracht kommt. Sonst aber lassen sich Regeln nach dieser Seite hin kaum als allgemeingültig bezeichnen; sehr häufig hört man z.B. die Ansicht, dass das herannahen eines Witterungsumschlages (etwa rasches heranziehen eines Gewitters) ungünstig seien, und doch beißen die Fische unter solchen Umständen manchmal wie rasend. Langsam eintretende Trübung erwies sich dagegen nach meinen Aufzeichnungen meist als sehr ungünstig.
Es sind das Eigentümlichkeiten der Fische, deren Ursache keineswegs immer einleuchtet, eben so wenig wie man sich erklären kann, dass der größere Fisch auf dem trockenen Lande in der Regel schnell den nächsten Weg ins Wasser findet. Aber eine ganze Reihe von Umständen, die der Angler beachten muss, versteht man ohne weiteres aus der Beschaffenheit bzw. den Gewohnheiten der Fische.
Was die Sinne der Fische betrifft, so ist wohl bei ihm von Gehör in der üblichen Bedeutung des Wortes kaum die Rede, dagegen scheinen die Fische einen Sinn zu besitzen, der uns abgeht, nämlich ein Organ, um Druckschwankungen des Wassers zu empfinden, woraus es sich erklärt, dass man am Wasser reden, ja schreien kann, soviel man Luft hat, während ein Tritt, der das Ufer erschüttert, die Fische scheu macht. Die meisten Fische sind auch gegen Berührungen außerordentlich empfindlich, sie antworten darauf auf wildes Schlagen, was das Landen eines gefangenen Fisches sehr erschweren kann. Den Geruchssinn der Fische scheint man beinahe zu unterschätzen, jedenfalls bestätigt sich die Erfahrung, dass manche Gerüche, die durch Berufsarbeit und dergleichen der Hand es Fischers mitgeteilt haben, den Erfolg beim Angeln beeinträchtigen können. Der Geschmackssinn spielt wohl kaum eine Rolle (bei Wassertieren ja eigentlich selbstverständlich), das Maul (die Lippen usw.) erscheint eher als Organ des Tastsinnes, womit der Fisch den Köder auf seine Brauchbarkeit hin untersucht. Wichtig ist vor allem die Beschaffenheit des Fischauges. Ganz allgemein gilt ja als oberstes Gesetz beim Fischen, sich nicht sehen zu lassen, vor allem darf niemals der Schatten des Anglers oder seiner Gerte ins Wasser fallen. Stets verscheuchen auch unvorsichtige Bewegungen die Bewohner der Tiefe. Trotzdem kann man die Fische kurzsichtig nennen; sie sehen nur in der Nähe gut. Was sie reizt, ist mit Einschränkungen in vielen Fällen die Farbe. Ganz abgesehen davon, dass z.B. eine Vorliebe für Rot bei manchen Raubfischen (wie beim Hecht) nicht abzuleugnen ist, man wird auch häufig die Beobachtung machen können, dass ein Fisch auf ein Blatt und dergleichen losfährt, das in der Farbe einen vorher von ihm verschluckten Bissen gleicht. „Beißt“ er gierig, so schnappt er danach, um das als ungenießbar Erkannt sofort wieder auszuspeien; oft aber hält ein Fisch auch unmittelbar vor dem Gegenstand, der ihn angelockt hat, still und beschaut sich ihn in der Nähe, denn in der Nähe sieht das Fischauge eben scharf. Daraus ergibt sich auch das Verhalten des Fisches einem Köder gegenüber; er wird einen künstlichen nur dann nehmen, wenn man durch geschickte Bewegung seine Beißlust derartig reizt, dass er darauf vergisst, ihn sich vorher anzusehen.
Gering ist die Beißlust der Fische auch um die Zeit des Laichgeschäftes, während desselben hört sie teilweise ganz auf. Bekanntlich ist ja das Fleisch der meisten Fischarten während der Laichzeit auch minderwertig, das Fangen und Verzehren der Fische in dieser Periode ist nicht nur eine schlimme Geschmacklosigkeit, sondern auch im höchsten Grade unwirtschaftlich und unklug. Leider ist es bei uns in Deutschland immer noch üblich, während der winterlichen Geselligkeitssaison abgemagerte, unschmackhafte Forellen aufzutischen, Fische, wie sie in England niemand anrühren würde. Etwas anderes ist es mit dem Lachs, der ja nur zum Zweck des Laichens in die Süßwasserregion aufsteigt. Der vernünftige Fischer wird aber den gefangenen Lachsen den Laich abstreifen*) und sie erst dann töten.
*) Durch Streifen längs der Bauchseite des Fisches tritt der Laich aus dem Waidloch aus; man sammelt Milch und Rogen in einem Gefäß mit Wasser und verrührt beides durcheinander. Die Eier werden dann befruchtet und können ohne weiteres zur Zucht verwendet werden.

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Der Herbst kommt mit großen Schritten

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Der Sommer 2015 ist vorbei und nun beginnt die Zeit der bunten Blätter.

Das Bild mit Feder im Blatt wurde nicht „gestellt“, nein, die Feder befindet sich schon seit ca. drei Monaten in dem Blatt. Wir sind gespannt, wie lange sie sich noch dort hält.

„Vergänglichkeit“ könnte man dieses Bild nennen…

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Was berichtete man im Jahre 1922 über Köder?

Was berichtete man im Jahre 1922 über „Köder“?
Quelle: „Lehrmeister-Bücherei“ –Angelsport- von Dr. K. Lory
Köder
Es gibt zahllose Angelköder, aber, vom Regenwurm abgesehen, keinen überall und allzeit zuverlässigen. Eine der wichtigsten Tatsachen für den Angelfischer ist die, dass die nämliche Fischgattung in zwei verschiedenen Gewässern unter Umständen absolut nicht auf den nämlichen Köder beißt. Man kann mit einem Köder in einem Fischwasser die glänzendsten Erfolge erzielen und in einem anderen keinen einzigen Biss erhalten. Dahinter steckt keineswegs eine Hexerei, sondern die Fische des einen Gewässers kennen z.B. den Köder gar nicht, an die sie in einem anderen Gewässer völlig gewöhnt sind. Damit soll aber ja nicht gesagt sein, dass nicht manchmal gerade der Reiz der Neuheit einen Fisch zum Anbiß reizen kann. Was folgt daraus für den praktischen Angler?
Er wird, wenn sich „nichts rührt“, mit seinem Köder wechseln; vom Gang der großen Raubfische abgesehen, kann er zuletzt immer noch zum Regenwurm greifen. Besser aber als bloßes Probieren ist auch hier ein systematisches Vorgehen. In vielen Fällen kann die Überlegung Rat schaffen; in er Nähe von Mühlen z.B. kann (aber nicht unbedingt) der sog. Mehlwurm sehr erfolgreich sein, übrigens kein sportmäßiger Köder. Noch besser ist es, man verlässt sich auf seine Augen: man untersucht den Rachen und Magen eines gefangenen Fisches; wenn man aber überhaupt noch nichts gefangen hat, sucht man die am Wasser stehenden Gräser, Büsche usw. nach Insekten ab – oft ist der Erfolg, in ganz verzweifelten Fällen, selbst, ein überraschender.
Natürlich ist eines nicht zu vergessen: der beste Köder ist unwirksam, hängt er schlecht oder verkehrt an der Angel. Die schönste Mücke z.B. hilft nichts, wenn sie wie ein unansehnliches Klümpchen Schlamm den Haken umgibt. Dadurch verbieten sich übrigens verschiedene sonst recht vorteilhafte Insektenköder von selbst und lassen die Nachahmung als sog. „künstliche Fliege“ unbedingt als empfehlenswert erscheinen. Der Wurm ferner muss so angeködert werden, dass er möglichst wenig verletzt wird; wie immer gehen hier Humanität und Vorteil Hand in Hand, denn je weiniger der Wurm verletzt wird, um so länger bleibt er am Leben und ein „besserer“ Fisch geht nur auf einen lebenden Wurm.
Der Regenwurm ist übrigens der einzige Köder, den der Sportangler lebend verwendet, weil er eben nicht anders kann; wer außer dem Regenwurm noch andere Tiere in lebendem Zustand an die Angel steckt, z.B. Mäuse oder Frösche, ist ein Rohling, aber kein Sportfischer!
Aus diesem Grunde ist ja der Regenwurm schon von allen zur Auswahl stehenden Ködern der am wenigsten Sportmäßige, gewissermaßen der letzte Notbehelf; Engerlinge, Egel, Schnecken, Raupen usw. scheiden ganz aus, desgleichen die Kaulquappe, so vorzüglich sie auch in manchen Gewässern für Karpfen sein mag; ich persönlich verzichte auch völlig auf Fleischmaden.
Es ist immer ein sehr schlechtes Zeichen, wenn jemand beim Fischen alle „menschlichen“ Gefühle des Ekels, der Reinlichkeit usw. verleugnet; als Sportsgenossen sollte man solche Leute sich immer fern halten. Die als sportmäßig verbleibenden Köder sind zweierlei Art: natürliche und künstliche. MERKE: Die natürlichen verdienen aus praktischen Gründen unter allen Umständen den Vorzug. Freilich, unter den immer und immer wieder genannten natürlichen Ködern gibt es verhältnismäßig viele, die gerade dem an feinere Methoden gewöhnten Sportsfischer fast unpraktisch erscheinen. Erbsenbrei, Brot, weicher Käse, gequollenes Getreide, Kirschen, Trauben und andere Beeren, gedicktes Blut, gekochtes Hirn usw. wurden von der Strömung leicht fortgespült und von gewissen unsicheren Kantonisten des Fischgeschlechts sauber vom Haken geschleckt, worauf sich solche in der Regel empfehlen. Wer freilich von Jugend auf an derartige Köder, womöglich an ganz bestimmten Gewässern und Stellen im Hinblick auf ganz bestimmte Fischgattungen gewöhnt ist, kann mit ihnen gewiss Erfolge erzielen; der Zufall ist übrigens auch hier der beste Entdecker.
Sportmäßiges Fischen erlaubt vor allem größere geflügelte Insekten: Heuschrecken, Maikäfer usw., sodann die Köderfische.
Sie werden zuerst getötet, Insekten durch Eindrücken des Kopfes und der Brust, Maikäfern zwickt man den Kopf ab, Köderfische schnellt man mit dem Finger kräftig auf den Kopf; sie auf den Boden zu schleudern, halte ich nicht für richtig. Dagegen hat die von Robida empfohlene Methode (Einwerfen in ein mit 50-prozentiger Formaldehydlösung halb gefülltes Einmachglas) viel für sich.
Die Insektenköder kann man nach Tötung ohne weiteres verwenden, nur muss man sie, wie schon angedeutet, richtig anködern. Grundsatz: Kopf vorn über dem Hakenbogen; der Widerstand des Wassers treibt die Flügel auseinander, das Insekt macht dadurch den Eindruck, als ob es fliegend ins Wasser gefallen wäre; auf diese Weise ermöglicht sich eine elegante Fischerei, die der mit der künstlichen Fliege nicht viel nachsteht. Bei Maikäfern, einem ganz vorzüglichen Köder auf große Forellen, auch große Aiteln (Döbeln) usw., braucht man die Ködernadel und verwendet zweckmäßig Doppelhaken, die wie zwei Gliedmaßen nach unten stehen.
Köderfische behandelt man heutzutage fast überall mit Formalin. Verwendet man sie rasch, so genügt das Einschlagen in formalingetränkte Gaze. Dagegen kann man sie in Einmachgläsern mit Formalin monatelang konservieren; dieses erst (Robida empfiehlt eine Mischung von 2-prozentiger Formaldehydlösung mit 20-30 % absoluten Alkohols) gibt den meist sehr weichen Köderfischen eine gewisse wünschenswerte Zähigkeit, die sie weit brauchbarer als selbst lebend macht. Trübt sich die Lösung, so muss man sie erneuern. Zweckmäßig ist es auch, die Fische vor dem Einlegen zu spülen, doch schone man ja die bei den meisten von ihnen außerordentlich empfindliche Beschuppung.
Die wichtigsten Köderfische sind: Laube, Pfrille, Mühlkoppe, Grundel, auch kleine Aiteln und Rotaugen, also kleine, nicht zu breite, glänzende Gattungen. Fische mit Rückenstacheln empfehlen sich weniger und dass der Hecht mit Vorliebe auf den Barsch sozusagen wegen persönlichen Hasses und Neides sich stürze, halte ich für Fischerlatein.-
Zum Schluss noch ein Wort über die Behandlung des Wurmes, den man auch nicht verwenden kann, wie man ihn findet. Die nach Regenwetter aus der Erde kriechenden Würmer sind überhaupt nicht zu empfehlen, die besten sind solche in Düngerhaufen. Dass man große Fische nur mit den ganz besonders ekelhaften großen Regenwürmern fangen könne, ist ein Aberglaube; dafür tritt zweckmäßig der Fischköder ein. Man reinigt die Würmer vor Gebrauch durch Aufbewahren in feuchtem Moose, wohl auch durch Übergießen mit Wasser. Manche Angler legen sich übrigens wahre Brutplätze für Regenwürmer an (in Form von kleinen Mistbeeten); neuerdings bekommt man gereinigte Laubwürmer usw. sogar in Geschäften, die sie Schockweise zum Versand bringen. Zum Anködern des Wurmes eignet sich am besten das sog. „Stewartsche Hakensystem“, wobei man den Wurm nur ganz geringfügig zu verletzen braucht.
Künstliche Köder können nur dann auf Erfolg rechnen, wenn der Fisch in dem Moment des Zuschnappens angehauen werden kann. Die Nachahmung mag noch so täuschend sein, auf den Fisch wirkt sie natürlich nur als Reiz; sowie er sie spürt, speit er sie aus. Ist er dann noch nicht angehauen, verschwindet er und wird zudem in den meisten Fällen vergrämt sein. Außerdem ist dieser Reiz nur wirksam, solange der künstliche Köder in fortwährender Bewegung ist. Daraus erhellt aber auch, dass es auf die treue Nachahmung überhaupt nicht ankommt; vielfach ist irgendein farbiges oder blitzendes Gebilde abenteuerlicher Form besser, als die schönste Nachbildung eines Köderfischchens z.B., ja, sogar besser als ein natürlicher Köder, wenn auch im Prinzip das oben über deren Vorzüge gesagte völlig aufrecht zu erhalten ist; manche Raubfische (für Friedfische taugen die künstlichen Köder im allgemeinen überhaupt weniger) ausübt, ist geradezu oft unwiderstehlich und ganz unabhängig von dem hungrigen Magen etwa, wie manche meinen. Aber dieser Reiz wohnt dem künstlichen Köder an sich keineswegs inne, er wird nur durch geschickte Führung hervorgerufen; der Erfolg hängt im höchsten Grade von der Kunst des Fischenden ab; darum gilt auch das Angeln mit künstlichem Köder, besonders mit der künstlichen Fliege, als höchster Sport.
In neuerer Zeit werden immer zahlreicher sog. „Fischwitterungen“ angeboten (Mittel um den Köder durch Bestreichen damit besonders verlockend zu gestalten); der „Wissenschaft halber“ habe ich auch damit meine Versuche gemacht, konnte aber auch bei (plötzlicher) Weglassung keine Verminderung des Erfolges feststellen. Möglich ist, dass der Geruchssinn der Fische gut ausgebildet ist. Bei vielen Angelmethoden ist natürlich die Verwendung von Tibetin, Reiherin, Piscigluten usw. ganz zwecklos, ja unmöglich, wie sich aus ihrer Beschreibung von selbst ergeben wird.

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„Fehlbisse“

Wer kennt sie nicht: „Die Fehlbisse“
Mögliche Gründe für sog. „Fehlbisse“ sind:
 Die Rute ist zu kurz – der Anschlag kommt nicht durch
 Die Schnur hängt durch – der Anschlag kommt ebenfalls nicht durch
 Die Schnur dehnt sich zu stark – Folgen wie oben erwähnt
 Die Zeitverzögerung beim Setzen des Anschlages ist zu groß (zu lange „Reaktionszeit“) – der Fisch spuckt den Köder aus. Große Rotaugen sind hierbei wahre Meister
 Die Sekunden unmittelbar nach dem Anschlag werden falsch genutzt, indem Schnur nachgelassen wird – der Fisch kann den Haken, der in vielen Fällen noch gar nicht richtig eingedrungen ist, wieder loswerden.
 Die Bissanzeige ist nicht optimal – ein schlecht austarierter Schwimmer, ein zu schweres Blei bei der Bodenblei-Angel, ein zu dicker und unzweckmäßig geformter Korken am Haken an der Hechtangel usw. warnen den Fisch. Er bricht den Beissvorgang ab (in vielen Fällen, ohne dass wir überhaupt etwas gemerkt haben)
 Der Haken ist nicht frei – er wird samt dem Köder aus dem Fischmaul herausgezogen, ohne dass die geringste Möglichkeit des Eintreibens besteht
 Der Haken ist zu klein – eher auf größere Haken gehen, als auf kleinere
 Der Haken ist nicht scharf (Todsünde Nr. 1 des Anglers) – der Haken kann in das knochige und lederartige Fischmaul nicht eindringen
 Auf weite Entfernung wird nicht genügend fest angeschlagen – die Schnur schluckt den Anschlag, er kommt nicht durch, vermeintlich gehakte Fische kommen sofort ab, weil der (meist zu stumpfe) Haken nicht eindringen konnte
 Der Widerhaken ist zu stark aufgebogen – er behindert das Eindringen des Hakens
 Der Köder ist zu groß und (beispielsweise bei Teig) zu hart – er wird vom Fisch entweder nur zwischen die Lippen gepackt oder ausgespuckt

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Fischfrikadellen aus Mainfischen -Probier´s doch einfach mal…“!

Fischfrikadellen aus Mainfischen

„Probier´s doch einfach mal…“!

Von mainkarpfen.de

Frische Frikadellen aus Mainfischen.
Angeln macht Spaß und Fischfrikadellen schmecken gut (alte Anglerweißheit…). Allerdings macht die Herstellung der Frikadellen etwas Arbeit, aber es lohnt sich, sobald man in die erste Mainfischfrikadelle beißt 🙂

Also, hier mal ein Rezept für ca. 30 –kleine- „MFF“ (Mainfischfrikadellen):
Ca. 3 kg Mainfisch –Brassen & Rotaugen –
300 gr. Zwiebeln
300 gr. Dörrfleisch
2-3 trockene (helle) Brötchen
2 „Sträußchen“ Petersilie
3 mittelgroße Eier
Paniermehl
Salz
Pfeffer (aus der Pfeffermühle)
Ca. 1 TL Curry (kann, muss nicht)
Bratfett/oder Öl
So werden die „MFF“ hergestellt:
Die Fische werden geschuppt und erst danach ausgenommen. Von Kopf und Flossen getrennt, werden die Tiere dann solange gekocht, bis sich das Fleisch von den Gräten leicht lösen lässt. Zwischendurch kann man das Dörrfleisch und die trockenen Brötchen in Würfel schneiden. Nun kommen Fischfleisch, Dörrfleisch und Brötchen in einen Fleischwolf. Im elektrischen Mixer wird die Masse zu fein, geht aber, wenn gerade mal kein Fleischwolf da ist, zur Not auch. Ist die Masse dann durch den Wolf gedreht und liegt zerkleinert in einer Schüssel, kommen die bereits zerkleinerten Zwiebeln und die Eier hinzu. Pfeffer, Salz, sowie Curry werden unter die Masse gemischt und zur nun kommt noch so viel Paniermehl hinzu, dass sich die „MFF“ gut in die bevorzugte Größe mit den Händen formen lassen.
Jetzt wird die geformte Masse in eine heiße Pfanne gegeben, die reichlich Fett -oder Öl enthalten muss.
Am besten schmecken die „MFF“ warm mit Kartoffelsalat, und ein kühles Bier dazu ist auch nicht unbedingt falsch 😉
Mahlzeit!

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Die wichtigsten Sportfische

Die wichtigsten Sportfische
Biologie der Fische
Die meisten unserer heimischen Fische sind Knochenfische, d.h. solche, die ein Skelett, Gräten und Schuppen haben. Daneben gibt es andere, z.B. die Knorpelfische und die Rundmäuler. Hier soll nur von den Knochenfischen die Rede sein, denn die allein interessieren den Sportfischer.
Der Fischkörper muss, dem ständigen Leben im Wasser angepasst, eine erheblich andere Form als der Körper der Landtiere aufweisen. Er kann von torpedo- oder spindelförmiger Gestalt sein, wie die Salmoniden und andere Raubfische haben (schnelle Schwimmer). Oder der Körper ist hochrückig und schmal bei Fischen, die gern zwischen Wasserpflanzen stehen (Weißfische). Die reinen Bodenfische wie Wels und Quappe haben einen unten abgeflachten Körper.
Am Fischkörper wird Kopf, Rumpf und Schwanz unterschieden. (Der Kopf reicht von der Schnauzenspitze bis zum Ende der Kiemendeckel. Dort beginnt der Rumpf und endet mit der Afteröffnung. Den anschließenden Körperteil bezeichnet man als Schwanz).
Die aus knöchernen Strahlen und Haut gebildeten Flossen sind Bewegungs- und Steuerorgane. Sie kommen in den unterschiedlichsten Formen vor, jedoch immer als paarige Brust- und Bauchflossen, sowie als unpaarige Rücken-, After- und Schwanzflosse. Die Salmoniden und auch der Zwergwels weisen außerdem zwischen Rücken- und Schwanzflosse ein strahlenloses Gebilde, eine Hautfalte, die sog. Fettflosse auf. Andere Fischarten besitzen zwei Rückenflossen, wovon die erste Flosse mit harten Stachelstrahlen ausgestattet ist (Barsch und Zander). Eine Besonderheit ist bei Karpfen und Barben der gezahnte erste Strahl der Rückenflosse, die sogenannte „Säge“. Der barbenähnliche Semling weist keine Säge auf, ist hieran also leicht zu unterscheiden. Eine weitere Spielart ist der Flossensaum bei den aalartigen Fischen sowie bei Wels und Quappe.
Das Kleid der Fische sind die Schuppen. Sie sind mehr oder weniger stark ausgebildet oder können auch ganz fehlen (Welse, Koppen und Schmerlen). Nach außen hin sind die Schuppen mit einer Oberhaut bedeckt, die den Fisch durch Schleimbildung gegen schädliche Einflüsse schützt und ihn wasserschlüpfriger macht. Eine größere Beschädigung der Oberhaut führt zumeist zum Tod des Fisches. Viele Fische können ihre Farbe der Umgebung anpassen. Dies geschieht durch besondere Farbzellen, die sich ausbreiten oder zusammenziehen können (besonders deutlich beim Hecht erkennbar). In einer Längsreihe der Schuppen als Röhrchen eingebettet und von außen deutlich sichtbar, stellt die Seitenlinie einen Ferntastsinn dar. Der Fisch kann hiermit Vorgänge (Druckwellen) auch von außerhalb seines Gesichtskreises wahrnehmen. Die Fischschuppen wachsen der Wachstumsgeschwindigkeit des Fisches entsprechend, wobei sich Jahresringe bilden, die eine Altersbestimmung ermöglichen, vergleichbar mit den Jahresringen der Bäume, wobei jeweils zwei unterschiedliche Bänder für ein Jahr zählen. Ein breites Band für den Sommer als Fressperiode und ein schmaler Ring für den Winter.
Die Fische atmen mit Kiemen. Das sind fein gefiederte, reichlich durchblutete Hautblättchen, die an den knorpeligen Kiemenbögen sitzen. Bei geschlossenen Kiemendeckeln wird das Wasser in die Mundhöhle gesaugt, anschließend das Maul geschlossen und das Wasser bei geöffneten Kiemendeckeln an den Kiemenaus dem Blut abgegeben und gleichzeitig Sauerstoff aus dem Wasser aufgenommen. Einige Fischarten haben Kiemenreusendornen, die zum Abfiltern von Plankton (Nahrung) dienen. Hastige und unregelmäßige Kiemendeckelbewegungen lassen unter Umständen auf Sauerstoffmangel schließen.
Die elastische Linse des Fischauges ermöglicht Einstellung für Nah- und Fernsehen. Das Gesichtsfeld eines einzelnen Fischauges geht bis zu 180°. Gegenstände über der Wasseroberfläche sieht der Fisch in einem Winkel bis zu 100°. Darüber hinaus wirkt die Wasseroberfläche von unten gesehen wie ein Spiegel. Dies zu beachten ist beim Warten auf steigende Fische wichtig. Auf krasse Lichtunterschiede (Schatten des Fischers) reagiert der Fisch mit Standortwechsel.
Der Geruchs- und Geschmackssinn ist bei manchen Fischen offenbar weitaus stärker entwickelt als vergleichsweise beim Menschen. Eine gewisse Rolle dabei spielen die Barteln einiger Fischarten; Karpfen und Barben haben vier, Wels sechs, Zwergwels acht, Quappe eine und Schleien zwei.
Nach seiner Form wird das Fischmaul entweder als endständig (gleich lange Kiefer), oberständig (Unterkiefer vorstehend) oder als unterständig (Oberkiefer vorstehend) bezeichnet. Außer der Kieferbezahnung gibt es noch eine solche auf dem Pflugscharbein (Vomer) in der Gaumenmitte, den benachbarten Gaumenbeinen (Platine), auf der Zunge sowie im Schlund. Die Anordnung der der Vomer-Bezahnung bei Salmoniden und der Schlundzähne bei Cypriniden bietet die zuverlässigste Handhabe der Artbestimmung.
Die fast bei allen unseren Fischen vorhandene Schwimmblase dient als Schwebeorgan und ermöglicht die Anpassung des Körpervolumens an den Wasserdruck in unterschiedlichen Tiefen. Die Schwimmblase besteht bei Salmoniden und Hechten aus einer und bei den Cypriniden aus zwei Kammern, die bei manchen Arten durch den Luftgang mit dem Darm verbunden sind. Die zweikammerige Schwimmblase der karpfenartigen Fische ermöglicht die typische Fraßstellung beim Gründeln (Fisch steht fast kopf). Keine Schwimmblase haben z.B. die Koppe und der Streber.
Durch das Fehlen einer eigenen, gegenüber dem umgebenden Wasser erheblich höheren Körpertemperatur haben die Fische einen von der Wassertemperatur abhängigen Stoffwechsel. Das Nahrungsbedürfnis sinkt mit der Wassertemperatur ab. Entsprechend der Ernährungsart und der damit verbundenen Verdauung haben Cypriniden keinen Magen, nur einen Darm, während Salmoniden, Zander und Hechte außerdem einen kräftigen Magensack besitzen.
Für ihren „einteiligen“ Kiemen-Körper-Kreislauf benötigen die Fische nur ein sehr einfach gebautes Herz, das im Prinzip aus einer Haupt- und einer Vorkammer besteht. Die paarige Niere ist in zwei Strängen unter dem Rückgrat in der Körperhöhle angeordnet und hat u.a. die Aufgabe, den Überschuss an Wasser zu sammeln und auszuscheiden. An Hand der Gallenblasengröße lassen sich Rückschlüsse auf die Nahrungsaufnahme ziehen. Eine pralle Gallenblase weist auf eine längere Hungerzeit hin. Je nach dem Termin der Fortpflanzungszeit der Laichzeit, werden diese in vier bzw. drei Gruppen eingeteilt.
Spätherbst- und Winterlaicher: Seeforelle, Bachforelle, Bachsaibling, Renke, Rutte.
Frühjahrslaicher: Regenbogenforelle, Äsche, Huchen, Hecht, Zander, Schied, Rotauge, Rotfeder.
Kieslaicher, sind alle Salmoniden
Krautlaicher, die Weißfische
Warmblüter müssen ihre hohe Bluttemperatur und ihren lebhaften Stoffwechsel durch ständige Nahrungsaufnahme halten. Fische dagegen können in kaltem Wasser infolge geringen Stoffwechsels unbeschadet längere Zeit hungern. Sie erreichen ihre obere Wachstumsgrenze meistens nicht im Gegensatz zu dem Warmblüter.

Veröffentlicht unter Aktuell, Andere Fischarten bei uns im Main (es gibt nicht nur Karpfen hier!) | Ein Kommentar

Raubfische, was man wissen sollte…

Raubfische
Der Herbst kommt mit großen Schritten und somit die beste „Raubfischzeit“. Hier mal was über „Raubfische“ und so manches was man über deren Fang wissen sollte.
Der Fang von Raubfischen setzt schon ein gewisses Maß an anglerischer Erfahrung und bei Verwendung von Spinnködern, technische Übung voraus. Darum empfiehlt es sich, wo die Möglichkeit dazu gegeben ist, zunächst mit dem Grundangeln auf Friedfische zu beginnen, bei denen die häufigeren Bisse – wenn auch zunächst meist von kleineren Fischen – am besten die Grundkenntnisse des Angelns vermitteln.
Nach einiger so erlangter Erfahrung ist es dann auch noch empfehlenswert, sich beim ersten praktischen Versuch im Raubfischangeln einem schon erfahrenen Angler anzuschließen, da das theoretisch Erfasste am praktischen Beispiel eine wertvolle Ergänzung erfährt, was zu schnellerer Sicherheit führt. Es liegt auf der Hand, dass man auch einem etwaigen Zufallsfang eines schweren Fisches nicht zu laienhaft begegnen, und vielleicht durch Verzicht auf praktische Anweisung ein Abkommen bzw. Verludern verursachen möchte.
Grundsätzlich sollte man sich darauf einstellen, dass man allergrößte Sorgfalt auf einwandfreies und festes Gerät gerade bei diesem Angeln legen muss, da die kapitalen Fische auch die größte Beanspruchung in dieser Hinsicht stellen und ihr Verlust infolge schwacher Schnüre, unzuverlässiger Verknotung oder mangelhaften Hakenmaterials nicht nur sehr schmerzlich zu sein, sondern bei rechten Sportfischern auch nicht als Entschuldigung zu gelten pflegt. Man fischt daher besser mit stärkerem und sorgfältig geprüftem Material, um bei Verlusten wenigstens ein gutes sportliches Gewissen zu behalten. Raubfische sind auch gegen stärkeres Schnurmaterial lange nicht so empfindlich wie einige Cyprinidenarten.
Die verschiedenen Arten
Der Hecht – Esox lucius – ist der einzige Vertreter seiner Gattung bei uns, liebt im allgemeinen wärmeres Wasser, kommt aber auch in Unterläufen von Gebirgsbächen und in Gebirgsseen, etwa bis 1500 m hoch, vor. Bei Magenuntersuchungen wird meist festgestellt, dass dem Hecht nur selten Salmoniden zum Opfer fallen, die wohl zu gewandte Schwimmer sind. Auch von Weißfischen schlägt er zunächst die kranken und schwachen Exemplare, gilt daher mit Recht als Gesundheitspolizist im Wasser. Dass man in stark besetzten Hechtgewässern häufig auffällig viel Futterfische trifft, erklärt sich daraus, dass bei der ungeheuren Fruchtbarkeit der betreffenden Arten infolge übermäßiger Nahrungskonkurrenz das Wachstum minimal bleibt und selbst zahlreiche Hechte der Massen von Kleinfischen nicht Herr werden. Man kann sich daher beim künstlichen Hechtbesatz solcher Gewässer so leicht nicht übernehmen und tut gut daran, das „Fischunkraut“ in wertvolleres Hechtfleisch umzuwandeln. Gewichte bis zu 15 kg kommen häufiger vor, vereinzelt auch höhere. Laichzeit Februar bis Mai. Er wird mit 2 bis 3 Jahren etwa bei 28 bis 30 cm geschlechtsreif.
Merkliche Schäden richten im allgemeinen nur die überschweren, sehr vorsichtigen Hechte an, die infolge ihrer Heimlichkeit viele Jahre auch im stärker befischten Gewässer unbemerkt bleiben können. Bei hohem Nahrungsverbrauch sind solche schweren Räuber natürlich für einen gepflegten Bestand, auch mittlere Artgenossen, sehr gefährlich und müssen daher möglichst weggefangen werden. Sie sind sehr unrationelle Futterverwerter.
Man kann sie am besten bei abendlichem „Räubern“ ausmachen und ihnen dann in vorsichtigem Wurf die Köderfischangel anbieten, die bei einiger Geduld auch meist zum Ziele führt. Kunstköder pflegen solche erfahrenen Fische, die vielleicht nur noch in der Dämmerung – wenigstens im flachen Wasser – rauben, selten zu nehmen. Allgemein ist beim Hechtangeln zu beachten, dass der Hecht den Köder im Sprunge von der Seite zu fassen pflegt, um ihn erst nach einigem Verharren zum Schlucken im Maul mit dem Kopf nach vorn umzudrehen. Er pflegt gleich so fest zuzupacken, dass beim Anhieb die Haken nicht immer in die Rachenhaut eindringen. Man kann daher die Vorsichtsmaßnahme, den Anhieb mehrmals zu wiederholen, nicht genug empfehlen, da die meisten Verluste auf eine solche Unterlassung zurückzuführen sind.
Auch darf man im Eifer der Landung nicht vergessen, dass der Hecht noch außerhalb seines Elementes von seinem gefährlichen Gebiss Gebrauch machen kann, dass daher Vorsicht durchaus am Platze ist.
Köder: Spinner, Wobbler, Plastikköder, sowie tote und lebendige Köderfische am System bzw. an der Grundangel, helle Frösche mittlerer Größe.
Beisszeit: Im Sommer am frühen Morgen und in den Abendstunden, beste Fangzeit – auch tagsüber – in den Herbstmonaten.
Gerät: Schwere Spinn- oder Grundrute mit Übersetzungsrolle, mindestens 100 m Perlon nicht unter 0,35 mm. Für die Köderfischgrundangel großes Floß. Drahtvorfach, Bleibeschwerung und Wirbel gegen Schnurverdrehungen. Zum Landen weiter Kescher bzw. Gaff.
Der Barsch – Perca fluviatilis – laicht in den Monaten April – Mai, wobei größere Rogner bis zu 300.000 Eier in langen Gallertschnüren, sog. Barschschnüren an Wasserpflanzen usw. ablegen. Er ist gekennzeichnet durch den Besitz von zwei Rückenflossen, deren vordere aus Stachelstrahlen besteht, Kammschuppen, dornartige Enden der Kiemendeckel (Vorsicht beim Anfassen!) und einem blauschwarzen Punkt am Ende der ersten Rückenflosse. Er erreicht schon selten ein Stückgewicht von 2 kg, jagt im Schwarm kleine Fische, die fächerartig an der Wasseroberfläche auseinanderspritzen, woran man – bei Wiederholung – die Räuber erkennt. Große Barsche sind Einzelgänger, die mit Vorliebe in Deckung von versunkenem Holz usw. auf Raub stehen. Der Barsch nimmt gierig alle Fleischköder vom Regenwurm bis zum Köderfisch fast eigener Größe. Fleisch sehr wohlschmeckend, besonders wenn man durch Hauteinschnitte die Wirkung kleinere Gräten beim Braten beseitigt.
Köder: Kleine Spinner, Wobbler, tote Fischchen am Wobbelsystem, Fischteile („Fetzen“), Tunkfischchen, Regenwürmer, Maden, Streamer. Vorsichtiger, zügiger Drill nötig, da Haken in pergamentartiger Maulhaut leicht ausschlitzt.
Beisszeit: Ziemlich gleichmäßig in der wärmeren Jahreszeit
Gerät: Mittleres Spinngerät, Grundrute oder steife Fliegenrute, Rolle, Perlon 0,30 mm.
Der Zander: – Lucioperca sandra – gehört zu den barschartigen Fischen, deren edelster Vertreter er bei uns ist. Er wird im vierten Sommer mit etwa 45 cm geschlechtsreif. Im April – Mai werden pro Milchner bis 300.000 stark klebrige Eier an Zweigen usw. abgelegt und bewacht = Zandernester und Brutpflege. Der Jungzander ist im Vergleich zum Barsch mehr gestreckt und hat keinen schwarzen Punkt am Ende der ersten Rückenflosse, außerdem weist er auch als Setzling schon das typische Zandergebiss mit den sog. „Hundszähnen“ auf, 2 Fangzähne im Unter-, 4 im Oberkiefer. Gewichte bis zu 10 kg. Lebt gesellig am Grund, wo man ihn – im Gegensatz zum Hecht – ausschließlich zu suchen hat (an Strömungskanten hinter Buhnen, vor Uferbuchten, an Landungsstegen usw., immer nahe dem Grund). Packt den Köder mit dem spitzen Maul meist kurz von hinten, daher bei größeren Köderfischen häufig Fehlbisse, auch noch nach längerem Festhalten, da er erst nach zweitem Verharren mit dem Schlucken beginnt.
Köder: Kleine Spinner und kleine tote Köderfischchen, Fischteile, Tauwürmer, Streamer.
Beisszeit: August bis Oktober, früher Morgen und Abendstunden, an nebligen Tagen auch tagsüber.
Gerät und Fanghinweise: Spinnrute, schwere Grundrute und schweres Flugangelgerät mit Sinkschnur, Perlon mindestens 0,35 mm, stärkere Beschwerung und entsprechendes Floß. Beim Spinn- oder Grundangeln mit kleinen Ködern sogleich Anhieb setzen, wenn leichter Widerstand bemerkt wird, da üblicher vorsichtiger Zanderbiss leicht übersehen wird. Ermüdet beim Drill schnell. Vorsicht beim Landen (Stacheln und Kiemendorne!). Da Schwarmfisch, mehrere Fänge an einer Stelle möglich. Landungsgerät Kescher bzw. Gaff.
Der Wels: – Silurus glanis – ist unser größter Süßwasserfisch. Seine Laichzeit fällt in die Monate Mai/Juni, wo pro Rogner bis 100.000 gelbliche Eier mit 0,3 mm Durchmesser abgelegt werden. Der Wels erreicht bereits im ersten Jahr bis 500g Gewicht und wiegt im vierten Jahr schon 3 kg. Er hat im Gegensatz zum ähnlichen Zwergwels (4) nur zwei lange Barteln am Oberkiefer. Gewichte bis zu 50 kg (1978!) möglich. Größere Vorkommen, die planmäßiges Sportangeln auf diesen sehr wehrhaften, nächtlichen Räuber lohnen, hauptsächlich im Donaugebiet und im Chiemgau. Fleisch sehr geschätzt.
Köder: Tiefgeführter Spinner, tote oder lebende Köderfische (1978), Tauwurmbündel (4-5 Stück).
Beisszeit: Ab Spätsommer in den Dämmerstunden, bei Regenwetter auch tagsüber.
Gerät: Starke Spinn- oder Grundrute, schwere Übersetzungsrolle mit mindestens 100 m Perlon nicht unter 0,40 mm, Bleibeschwerung und größeres Floß. Landungsgerät Gaff bzw. weiter Kescher.
Der Aal – Anguilla anguilla – kommt in allen Flussgebieten vor, die direkte Verbindung zur Nord- und Ostsee sowie zum Mittelmeer haben, im Donaugebiet daher nur nach Besatz. Laicht im westatlantischen Sargassomeer. Wanderungen der 5 cm langen Jungaale (Glasaale) in ungeheuren Schwärmen zu europäischen Flüssen, in denen sie bis zur Laichreife bleiben. Während dieser Periode des Wachsens bezeichnen wir den Aal als „Gelbaal“. Wandert er zum Laichen ins Meer ab, wird er wegen seiner Bauchfarbe als „Blankaal“ bezeichnet. Während – nach noch in Gang befindlichen Untersuchungen – die männlichen Aale in den Unterläufen der Flüsse zu bleiben scheinen und nur geringe Gewichte erreichen, ziehen die weiblichen bis in die fernsten Gebirgsbäche und nehmen an Gewicht bis zu mehreren Kilogramm zu.
Aalangeln, bei dem der Haken meist tief geschluckt wird, ist sportlich meist wenig geschätzt. Wegen des hoch bewerteten und schmackhaften Fleisches, aber auch wegen seines Schadens als Laichräuber in Salmonidengewässern, lohnt sich jedoch sein Fang sehr, hat bei stärkeren Beständen zweifellos auch seine eigenen Reize, allerdings nur bei Verwendung eines bewährten „Tötungsgerätes“, auf das ein waidmännisch denkender Angler, auch im Interesse des Ansehens seines Sports, nie verzichten sollte.
Außer mit Angel und Reuse kann man diesen Fisch noch mit dem „Aalpödder“ erbeuten. Dieser besteht aus Tauwürmern, die in größerer Zahl auf einen Woll- oder Baumwollfaden aufgereiht, zu einem Knäuel um die Hand gewickelt und mit Schnurwicklungen zu einem Ring gefestigt werden. Dieser Ring wird an fester Rute mit kräftiger Schnur und entsprechender Beschwerung als Grundangel gehandhabt, beim Biss hochgenommen und schnell über ein auf der Wasseroberfläche angebrachtes weites Netz (oder halbgefüllten, schwimmenden Bottich) gehalten, wo die nur mit den Zähnen an den Wollfäden hängenden Aale alsbald abzufallen pflegen.
Köder: Tauwürmer, kleine Fischchen, Fischstücke.
Beisszeit: Sommer, Herbst, in den frühen Morgen- und späten Abendstunden, besonders bei Gewitterschwüle.
Gerät und Fanghinweise: Kräftiges Grundgerät mit starker Schnur und langstieligen Haken Größe 3-5, Grundblei mit oder ohne Schwimmer. Für die Landung (ohne Drill) wird zweckmäßig ein trockenes Tuch zum festen Anpacken bereit gehalten, um zu starkes Schlängeln zu hemmen. Sofortiges Abfangen mit neuartigem Hilfsgerät „Aaltöter“ (Durchstoßen des Rückgrates mit gegabeltem Dorn in Festhaltegabel) vereinfacht und humanisiert das Aalangeln sehr. Vorsicht vor Verletzungen durch Angelhaken infolge des Schlängelns, da Infektionen durch Aalblut gefährlich sind.

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UNSERE FISCHE

Unsere Fische
Fragt man einen „normalen“ Mitbürger, was ein Fisch sei, wo wird er einen überrascht ansehen und dann zur Antwort geben: … Ja, was eigentlich? Was würden Sie darauf antworten? Wasserbewohner? Stimmt nicht unbedingt, denn es gibt Fische, die die meiste Zeit ihres Lebens auf dem Land verbringen. Schuppenträger? Auch nicht allgemein. Denken Sie nur an die Welse und Aale. Aber Flossen haben sie! Doch die haben andere Tiere ebenfalls. Und dass neben den Fischen noch viele andere Tiere im Wasser leben, weiß jeder. So ganz einfach ist die Erklärung also doch nicht.
Die Wissenschaft unterscheidet grundsätzlich drei Gruppen, die der Laie als Fisch schlechthin bezeichnet. Da ist einmal die Gruppe der Kiefernlosen; das heißt, die Tiere haben keine Unterkiefer. Zu ihnen gehören z.B. die Neunaugen. Dann kommen die Kieferfische, die in zwei deutlich zu unterscheidende Gruppen unterteilt werden, nämlich in die Knorpelfische und in die Knochenfische und in die Knochenfische. Zu den Knorpelfischen zählen Haie und die Rochen, zu den Knochenfischen die übrigen Kieferfische. Gerade unter den Kieferfischen aber sind die Formen, Farben und Lebensgewohnheiten so unterschiedlich, dass es nicht möglich ist, alle Vertreter dieser Gruppe unter einen Hut zu bringen.
Was wir als Fische bezeichnen, zählt gemeinhin zu den Knochenfischen. Innerhalb dieser großen Klasse kennen wir auf der Erde etwa 200.000 Arten, von denen im europäischen Süß- und Brackwasser allerdings nur rund 200 Arten anzutreffen sind. Von diesen 200 Arten wiederum fällt ein großer Teil für uns als Sportfischer aus, weil die Tiere zu klein sind. Als Angelfische bleiben etwa 60 Arten übrig, von denen einige innerhalb Europas noch Unterarten bilden, die in manchen Angelbüchern als eigene Arten aufgeführt sind. Solche theoretisch-zoologischen Überlegungen sind für uns Angler natürlich sonderlich wichtig, aber wir sollten doch wenigstens einmal etwas davon gehört haben.
Ein deutsches Sprichwort sagt: Stumm wie ein Fisch im Wasser. Hier irrt der Volksmund! Vielmehr können manche Fischarten einen solchen Krach machen, dass während des zweiten Weltkrieges geschickt U-Boot-Kommandanten lauterzeugende Fischschwärme benutzten, um die Schraubengeräusche ihrer Boote zu übertönen. Die Sinnesleistungen der Fische sind recht überraschend. So mancher Angler hat schon auf das falsche Gerät oder die Beißlust der Fische geschimpft, wenn ein Tag ergebnislos vorüberging. Und doch kann es daran gelegen haben, dass er die Fähigkeiten seiner Beute unterschätzt hatte. Die Fische können ebenso sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken wie wir Menschen. Und sie haben noch einen weiteren Sinn, den Schwingungssinn in den Seitenlinien, der uns Anglern oft mehr schadet, als wir vermuten. Na schön, wird nun mancher sagen, mögen die Viecher auch alle diese Sinne haben, so besitzen sie doch keine Intelligenz, sondern verfügen nur über instinktive Verhaltensweisen. Wer so denkt, unterschätzt zu seinem eigenen Nachteil die Fische. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich bei verhaltensphysiologischen Untersuchungen auch an unseren einheimischen Fischen herausgestellt, dass sie sehr wohl lernen und auch behalten können, was sie gelernt haben, falls die Auffrischung ihres Gedächtnisses nicht in zu großen Zwischenräumen geschieht. Welche Forderungen wir aus diesen Tatsachen für die Angelei zu ziehen haben, wird uns klar werden, wenn wir die Leistungsfähigkeit der einzelnen Sinne besprechen. Wer einer Beute nachstellt, sollte immer wissen, über welche Möglichkeiten sie verfügt. Selbst die Fische sind „klüger“, als man gewöhnlich annimmt.
Das Fischauge ist anders gebaut als das menschliche Auge, wenn auch das Bauprinzip bei allen Wirbeltieren gleich ist. Den Unterschied sehen wir am besten am gekochten Fisch. Die runde, oft sehr große Linse ist steinhart. Sie sieht nach dem Kochen milchig aus, ist jedoch beim lebenden Fisch glasklar. Sehen Sie sich einmal einen frischgefangenen oder einen lebenden Fisch im Aquarium von oben an, und zwar so, dass Sie über das Auge flach hinweg sehen. Dann erkennen Sie sofort, dass sich der mittlere Teil des Auges hügelartig über den äußeren, undurchsichtigen Ring der Iris erhebt. Hier sitzt die kugelige Linse. Durch diese Anordnung hat der Fisch die Möglichkeit, fast rundum zu blicken. Wie groß das Gesichtsfeld eines Fisches jeweils ist, liegt an der Stellung der Augen am Körper und an der Stellung der Augen am Körper und an der Einlenkung der Augen zueinander. Der markanteste Unterschied zeigt sich zwischen einer Flunder und einem Weißfisch. Die Flunder hat die Augen auf einer Körperseite; mit der anderen liegt sie platt auf dem Bodengrund. Dadurch sieht sie beim Schwimmen zwar so ziemlich alles, was über ihr vor sich geht, aber nichts, was sich unter ihr befindet. Schwimmende Flundern sind also nur dann an den Haken zu bekommen, wenn der Köder über ihnen ist. Bei einem Weißfisch liegen die Augen an den Kopfseiten ziemlich flach an. Sie erheben sich bei den meisten Arten kaum über die Kopfoberfläche. Damit haben diese Fische ein weites Gesichtsfeld nach vorn, hinten, oben und unten. Sie können also nach beiden Seiten gleichzeitig sehen, weil ihre Augen seitlich angebracht sind. Jeder Köder kann wahrgenommen werden, ganz gleich, wo er sich befindet. Da die meisten Weißfische Schwarmfische sind, die sich in kleineren oder größeren Gruppen zusammenhalten, und außerdem lebhafte Schwimmer, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Köder einem der Schwarmangehörigen auffällt, sehr groß.
Immer wieder wird in der Angelliteratur behauptet, Fische seien kurzsichtig. Nach den neuesten Untersuchungen stimmt das keineswegs. Eher kann man sie als weitsichtig bezeichnen. Das hängt von der Form und der Anzahl der Sehzellen in der Netzhaut ab. Im nach vorn gerichteten Gesichtsfeld werden die deutlichsten, schärfsten Wahrnehmungen gemacht, während seitlich einfallende Bilder der Umgebung undeutlich sind. Das leuchtet ein, denn das Maul ist nach vorn gerichtet, und deshalb müssen Beutetiere, aber auch Hindernisse und Feinde am deutlichsten wahrgenommen werden können, während der seitliche Bildausschnitt vor allem Bewegungen an das Gehirn melden soll, wobei zunächst nicht sonderlich wichtig ist, von wem die Bewegung ausgeht. Erst richtet sich der Fisch mit dem Körper auf die Bewegung aus, dann nimmt er genau die Ursache wahr. Man kann diese Verhaltensweise der Fische in jedem Gewässer beobachten, zum Beispiel dann, wenn ein Köder am Fisch seitlich vorbeitreibt.
Raubfische weisen oft eine besondere Augenstellung auf. Bei ihnen (beispielsweise bei unserem heimischen Hecht) sind die Augen stärker nach vorn gerichtet. So überschneiden sich die Gesichtsfelder beider Augen in einem je nach Augenstellung größeren oder kleineren Winkel. Dadurch haben diese Fische vor dem Körper ein Blickfeld, in dem sie wie der Mensch binokular sehen, also echte räumliche Eindrücke haben und Entfernungen abschätzen können. Hechte sehen in klarem Wasser etwa 15 Meter weit und schießen auf die Beute los, die sich in etwa 8 Metern Entfernung vor ihnen bewegt. Es gibt aber Raubfische, die seitliche Einlenkungen der Augen besitzen; diese Fische jedoch leben im Schwarm oder halten sich fast immer in größeren Gruppen auf. Dadurch gleichen sie den Mangel an ausgeprägt räumlicher Sehfähigkeit teilweise aus, denn für den Angehörigen eines jagenden Schwarmes braucht die Beute nur im richtigen Winkel zu schwimmen. Dass Fische Farben sehen und nicht nur Grautöne, ist erwiesen. So erklären sich auch die oft recht rätselhaften Reaktionen auf besonders gefärbte Köder. Zu manchen Zeiten bevorzugen zum Beispiel Döbel oder Forellen Rottöne. Dabei ist es zur Kirschenzeit beim Döbel mitunter wichtig, dass man nicht irgendwelche Kirschen nimmt, sondern sich in der Farbe nach den Kirschen richtet, die am Döbelgewässer wachsen. Eingemachte Kirschen sind übrigens nur in den seltensten Fällen zum Ködern geeignet.
Unklarheit herrscht auch vielfach über die Fähigkeit der Fische, während der Dämmerung und bei Dunkelheit zu sehen. Im Wirbeltierauge hängt diese Fähigkeit davon ab, in welcher Anzahl Zäpfchen und Stäbchen vorhanden sind. Die Stäbchen sind für Hell und Dunkel zuständig, die Zäpfchen für die Farben. Sehr große Augen finden sich meist bei Fischarten, die in der Dämmerung oder Dunkelheit aktiv werden. Normal große Augen sind bei am Tag munteren Fischen die Regel. Ganz kleine Augen weisen nun aber nicht darauf hin, dass der betreffende Fisch nur bei hellstem Tageslicht munter ist; mit ihnen hat es eine besondere Bewandtnis. Wenn ein Fisch im Verhältnis zur gesamten Körpergröße auffallend kleine Augen besitzt, kann man gewiss sein, dass er über zusätzliche, vergrößerte Sinnesorgane verfügt. So kann der Geruchssinn geradezu unvorstellbar entwickelt sein, wie zum Beispiel beim Aal, oder auch der Geschmackssinn, was man daran erkennt, dass die Fische Barteln besitzen. In den Tropen kommen die elektrischen Fische mit ihrem „Ortungs“-System dazu.
Wie gut Fische sehen können, sei hier an einem Beispiel erläutert. Bei einem Versuch wurden einem Hecht kleine Beutefische vorgesetzt, die alle von der gleichen Art und für das Menschenauge kaum oder gar nicht zu unterscheiden waren. Ein Exemplar jedoch steckte in einer Glasröhre und war für den Hecht unerreichbar. Jedesmal wenn er zuschnappte, biss er auf Glas. Nach einiger Zeit wurde dem Hecht wieder einmal Beute vorgesetzt, aber diesmal kam der vorher im Glas sitzende Fisch in den freien Schwarm. Der Räuber fraß alle bis auf einen, der seiner Erfahrung nach nicht zu packen war!
Dennoch ist ein Fisch nicht völlig hilflos, wenn sein Gesichtssinn ausfällt. Ihm stehen noch andere Möglichkeiten zur Verfügung, sein Leben wenigstens zu fristen. Fische besitzen ein Gehör, auch wenn dieses nicht durch äußere Muscheln oder Öffnungen angezeigt wird. Der innere Aufbau ähnelt aber durchaus dem der Wirbeltierohren. Wie beim Menschen dienen die Ohren nicht nur zum Hören, sondern beherbergen auch den Gleichgewichtssinn. Zerstört man das Innenohr eines Fisches, dann torkelt er im Wasser herum, dreht sich mit dem Bauch nach oben usw. Durch das Ohr werden also die Körperbewegungen koordiniert. Aber selbst mit gesunden Ohren kann ein Fisch im aufgewühlten Wasser um die eigene Achse rollen, weil ihm das Gefühl für die Schwerkraft abhandenkommt. Im Zusammenspiel mit den Augen richtet er sich aber immer wieder auf, weil ihm unter diesen anomalen Umständen sein Gesichtssinn verrät, dass er falsch schwimmt.
Die Hörfähigkeit der Fische mag unterschiedlich sein. Sie können jedoch Töne deutlich voneinander unterscheiden und reagieren, wie die berühmten Versuche von Professor Herter ergeben haben, selbst auf Unterschiede wie den verschiedenen Lautklang der Namen Adam und Eva. Auch auf Pfiffe oder Glocken kann man sie dressieren, wie es sich in den bekannten „Fischzirkussen“ gezeigt hat. Alles in allem ist freilich über das Gehör der Fische noch sehr wenig bekannt. Für den Angler bedeutet es jedenfalls, dass er bei manchen Gelegenheiten scharfe und von den umgebenden Geräuschen abweichende Töne vermeiden sollte. Vielleicht haben Sie schon einmal gelacht, wenn erfahrene, versunken da sitzende Angler recht ungemütlich wurden, weil sich jemand neben sie stellte und zu schwatzen begann. Diese Sportfreunde haben recht: Man sollte sich am Wasser still verhalten, wie man das ja auch bei der Pirsch auf vierbeiniges Wild tut. Natürlich ist die Sache anders, wenn man an stark tosenden Gewässern angelt. Der Lärm unter Wasser dürfte so ziemlich alle Geräusche von außerhalb übertönen.
Dass man sich am Wasser nicht wie ein Elefant im Porzellanladen bewegen soll, hat freilich zumeist einen anderen Grund, der weniger mit dem Gehör der Fische zusammenhängt als mit ihrem Erschütterungssinn. Wasser leitet Schallwellen ausgezeichnet. Wer es nicht glaubt, halte einmal bei einem fernen Gewitter den Kopf unter Wasser. Dann vernimmt er wenig später das Donnergrollen zum zweitenmal. Verstehen Sie nun, warum manche Fische Sie schon hören, bevor sie von Ihnen gesehen werden können?
Der Erschütterungssinn der Seitenlinienorgane ist eine einfache und doch raffinierte Einrichtung, die es den Fischen ermöglicht, Wasserströmungen wahrzunehmen und zu deuten, die in ihrer Umgebung, aber auch in weiter Entfernung bei sonst ruhigen Gewässer auftreten. Diese Linien verlaufen am Fisch entlang der Seiten. Sie befinden sich nicht immer in der Körpermitte und ziehen sich auch nicht stets vom Kopf bis zum Schwanz. Manche Linien enden bereits nach wenigen Schuppen. Die Seitenlinie ist das, was so aussieht, als habe jemand mit einer Nadel Löcher in die schuppen gebohrt. Gehen wir am Ufer mit lauten Schritten umher, dann übertragen sich die Erschütterungen des Bodens auf das Wasser und weiter auf die Seitenlinienorgane. Ist das Geräusch sehr auffallend, dann bedeutet das für die Fische höchste Alarmstufe, und blitzschnell verschwinden sie in Verstecken oder tieferen Wasserbezirken. Wenn man sich anschließend ruhig verhält, kommen die Fische, die hier ihr Revier haben, nach einiger Zeit wieder zum Vorschein, bleiben aber zunächst doch recht flüchtig, wenn man sich erneut ungestüm bewegt. Freilich können Fische auch in dieser Hinsicht lernen. In manchen Kurorten ziehen mitten durch die Stadt klare Forellenbäche, um die ringsum munteres Treiben herrscht. Hier sind die Fische so an Erschütterungen gewöhnt, dass kein Fußgänger sie stört. Man könnte sie sozusagen streicheln. An dieser Gewöhnung sind natürlich Auge und Ohr ebenfalls beteiligt.
Wie sich das Zusammenspiel zwischen Auge, Ohr und Seitenlinienorganen auswirkt, zeigt sehr schön das Wanderverhalten des Lachses, der in Mitteleuropa leider zu den Seltenheiten gehört. Auf seinen Wanderungen muss der Lachs mit den verschiedensten Strömungen ausweichen usw. Der Druck, den eine starke Wasserströmung auf die am Kopf liegenden Erschütterungsorgane ausübt, wird wahrgenommen, vielleicht vom Ohr, aber das ist noch nicht sicher. Der Lachs weicht jedenfalls gewandt der stärksten Strömung aus, wenn ihm das möglich ist, und zieht bei turbulenter Wasseroberfläche dicht über dem Bodengrund. Er sucht Vertiefungen auf und nutzt geschickt jede Deckung aus. Man könnte einwenden, dass der Fisch all das ja auch mit Hilfe seiner Augen machen könne, aber der Lachs wandert nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Wie empfindlich die Seitenlinienorgane, die übrigens nicht nur auf die Körperseiten beschränkt sind, arbeiten, wird deutlich, wenn man sieht, wie Raubfische plötzlich munter werden, sobald sie einen vom üblichen Rhythmus abweichend schwimmenden Fisch erkennen, selbst wenn das Wasser so trübe ist, dass sie den kranken oder sonst wie geschädigten Fisch nicht sehen, sondern nur spüren können. Die wohl berühmtesten Beispiele kennen wir von Haien, die sich bei solchen Gelegenheiten sogar aus Entfernungen einfinden, die so große sind, dass weder Gesichts- noch Geruchssinn Hilfe bedeuten.
Ganz allgemein ist die Ansicht vertreten, dass ein Fisch unter Wasser nicht riechen kann. Wollte ein Mensch das versuchen, so hätte er schnell im wahrsten Sinn des Wortes die Nase voll. Fische jedoch sind sehr wohl imstande, unter Wasser zu riechen. Natürlich ist ihre Nase anders gebaut als unsere, denn sie muss dem Wasserleben angepasst sein. Wir sehen bei den meisten Fischen zwei Nasenöffnungen auf dem Vorderkopf zwischen Maul und Augen. Jede Nase hat eine vordere und hintere Öffnung, und zwischen diesen steht im allgemeinen eine große Schuppe fast senkrecht hoch. Dadurch wird Wasser kurz angestaut und in die vordere Nasenöffnung gedrückt. Dann fließt es über ein Riechgewebe und strömt hinter der Schuppe wieder aus. Von dieser Konstruktion gibt es etliche Varianten. Die im Wasser fein verteilten Duftstoffe gelangen so in den Wahrnehmungsbereich der Fische.
Versuche haben gezeigt, dass die Fische ausgezeichnet riechen können. Verstopft man einem Hai eine Nasenöffnung mit undurchlässigem Stoff, dann legt er sich im Wasser so, dass er mit der freien Öffnung riechen kann.
Unsere Aale sind die „Riechkünstler“ unter den Süßwasserfischen, denn sie nehmen Duftstoffe noch wahr, wenn davon nur einige wenige Moleküle in die Nase gelangen. Man kann das beobachten, wenn Aale bei der Futtersuche sind. Selbst wenn das Wasser völlig undurchsichtig und die Beute tot ist, sind sie noch in der Lage, auf schnellstem Wege zu einer verborgenen Futterquelle zu gelangen. Solche Riechfähigkeiten finden wir vor allem bei nächtlich aktiven Fischen, wie es die Aale oder aalartigen Muränen sind. Anatomische Untersuchungen des Gehirns zeigen sofort, ob ein Fisch gut riechen kann oder nicht, denn Voraussetzung für gute Riechleistungen sind große Riechlappen im Gehirn. Beim Aal ist der Geruchssinn so hoch entwickelt, dass er sogar Wasser zu riechen vermag. Wir alle kennen ja die Gewohnheit des Aales, beim Herannahen der Geschlechtsreife aus unseren Gewässern abzuwandern und im Meer auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Dabei nimmt der Aal seinen Weg auch über Land, wenn stehende Gewässer keine direkten Verbindungen durch Abflüsse haben, und findet nur mit Hilfe seiner Nase den nächsten See oder Fluss. So erklärt sich übrigens die Fabel, der Aal fresse Erbsen und Bohnen: Man hat ihn auf seiner Wanderung auch in Erbsen- und Bohnenfeldern gefunden. Zu ködern ist er freilich mit solchen Feldfrüchten nicht.
Will man etwas mehr über diese Fähigkeit, Wasser zu riechen, erfahren, so kann man zu Hause einem noch lebenden, frisch gefangenen Aal folgenden Versuch machen: Man lege ihn auf den Tisch und halte irgendwo unterhalb der Tischkante eine Schüssel mit Wasser. Der Aal wird sofort zu diesem Minitümpel finden.
Erstaunlich ist auch die Leistung der Lachse. Sie wandern – wie bekannt – bei Eintritt der Geschlechtsreife in die Süßgewässer ein und ziehen bis in die Forellenregion, in der sie dann ablaichen. Natürlich hat dieses Phänomen die Wissenschaftler beschäftigt, denn sie wollten wissen, wie der Lachs das macht. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Lachse immer in ihre Geburtsgewässer zurückkehren und diese finden sie mit Hilfe ihrer Nase. Sie riechen also den spezifischen Geruch ihrer Heimat. Ein in den Pyrenäen geborener Lachs wandert selbst nach Jahren nicht in Schweden oder Schottland ein, sonders zieht in die Pyrenäen. Doch nicht nur das. Er wandert zielstrebig in den Fluss zurück, aus dem er einstmals als Jungfisch ins Meer gelangte. Dabei lässt der Fisch sich nicht von Nebenflüssen, Kanälen usw. ablenken. Woher man weiß, dass er sich dabei nur nach seiner Nase richtet? Ganz einfach. Man braucht einem Lachs nur die Nase zu verkleben, damit er nichts mehr riecht – dann findet er auch nicht mehr in seine Heimat!
Wie empfindlich manche Fische auf fremde Gerüche reagieren, ist beispielsweise daran zu erkennen, dass man den Kisutsch-Lachs davon abhalten kann, die Fischtreppe zu überwinden, wenn man sich im oberen Teil der Leiter im Wasser die Hände wäscht. Dieser Geruch ist für die Lachse abstoßend. Dagegen machen ihnen Urin oder Tomatensaft gar nicht aus (?).
Aber viele Fische haben noch andere Fähigkeiten. Sie können nämlich ihre eigenen Artgenossen riechen. Offenbar haben Fische einen arteigenen Geruch, der anderen Artgenossen Signale gibt. Am bekanntesten sind die Schreckstoffe, die von manchen Karpfenfischen, vielleicht auch von allen, an das Wasser abgegeben werden, wenn einer der Fische verletzt ist. Nehmen die übrigen Schwarmfische diesen Geruch wahr, dann stieben sie sofort in wilder Flucht auseinander, finden sich aber wieder zusammen, wenn an ihrem bevorzugten Aufenthaltsort der Geruch sich verloren hat. Wegen dieser Schreckstoffe müssen wir uns stets bemühen, beim Angeln ein aus einem Schwarm gefangenes Exemplar sofort und möglichst unverletzt herauszubekommen. Sitzt der Haken zu tief oder ist die Haut zerrissen, werden die Schreckstoffe frei, und schon sind die übrigen Fische verschwunden. Unter Umständen können wir dann unsere Haken auswerfen so oft wir wollen – kein Fisch der bereits gefangenen Art lässt sich vorläufig mehr blicken. In einem solchen Fall ist es besser, den Standort zu wechseln.
Noch ungeschickter verhält sich, wer den Fisch gleich ausnimmt und sich anschließend in einem stehenden Gewässer die Hände abspült: Dann nämlich sind die Schreckstoffe in schöner Konzentration im Wasser. Es ist nicht verwunderlich, dass sich daraufhin in unmittelbarer Nähe kein Fisch mehr sehen lässt. Ähnliche Fehler machen wir mit der Lebendhälterung bereits gefangener Fische in einem Setzkescher. Verletzte Fische können das umgebende Wasser weitgehend mit Schreckstoffen verseuchen. Deshalb hängt man den Setzkescher immer in einiger Entfernung vom eigentlichen Fangplatz ins Wasser. Allerdings, und das muss betont werden, sind Schreckstoffe bisher nur bei Karpfenfischen nachgewiesen. Wie es bei anderen Fischgruppen damit steht, ist noch nicht sicher.
Wir haben eben von der Riechfähigkeit der Fische gehört. Nun wird es wohl klar geworden sein, warum manche Arten auf ausgesprochen stinkende Köder gehen, andere aber einen Köder schon dann meiden, wenn man ihn zum Beispiel mit nikotingelben Fingern angefasst hat. Mancher Angler hat durch Fehler, die ihm gar nicht bewusst geworden sind, die besten Fische nicht an den Haken bekommen, weil er den Geruchssinn der Tiere durch irgendetwas beleidigte.
Ähnlich entwickelt sind die Geschmacksknospen der Fische. Sicher weiß jeder, dass Fische ihren Köder mitunter zunächst prüfen und daran „herumnuppeln“. Außerdem nehmen sie nicht an allen Tagen denselben Köder an, sondern suchen die Abwechslung. Berühmt in dieser Hinsicht sind die Karpfen.
Viele Menschen glauben, der Fisch habe seinen Geschmackssinn nur im Maul. Das stimmt nicht. Bei zahlreichen Karpfenfischen zum Beispiel sind die Geschmackszellen über die ganze Körperfläche verteilt. Solche Arten können also die Schmackhaftigkeit eines Beutetieres prüfen, indem sie es nur mit dem Schwanz oder den Körperseiten berühren. Wissen Sie jetzt, warum manche Fische den Köder nicht einmal mit dem Maul berührt haben, sondern nur an ihm entlang geschwommen sind und trotzdem Köder und Haken nicht fassten? Der Geschmack der Fische ändert sich zudem oft mit den Jahreszeiten. Zu den berüchtigtsten Beispielen für diese Tatsache gehört wohl der Döbel.
Freilich prüft der Fisch nicht jeden Köder auf seinen Geschmack hin. Wenn er gemerkt hat, dass ein Köder von bestimmter Beschaffenheit gut schmeckt, dann nimmt er ihn auch ohne Prüfung. Der Fisch hat gelernt, mit den Augen den Köder sofort zu erkennen. Auf dieser Erfahrung beruht die vortreffliche Methode des Anfütterns von Fischen. Man gibt an den ausgewählten Fangplätzen bereits einige Tage zuvor kleinere Mengen des beabsichtigten Ködermaterials ins Wasser. Die Fische prüfen es, und bei Wohlgeschmack wird es akzeptiert. Kommt man nun am Fangtage wieder zu der Stelle, kann man gewiss sein, mit diesem Köder Erfolg zu haben, wenn man nicht den Fehler gemacht hat, die Fische so zu sättigen, dass sie überhaupt keinen Hunger mehr haben. Appetit macht man mit Kostproben! Übrigens ist diese Methode auch gut geeignet, um die Geschmacksrichtung der an einer bestimmten Stelle versammelten Fische festzustellen. Natürlich muss man dazu die Fische sehen können, das Wasser muss also einigermaßen klar und durchsichtig sein. Günstig ist auch, dass man durch das Füttern die Fische an einen bestimmten Platz gewöhnen kann, denn sie lernen schnell, wo es etwas zu fressen gibt. Wer außerdem nur wenig Zeit auf den Fang verwenden will, kann sich eine ihm genehme Tageszeit aussuchen (die allerdings nicht in krassem Widerspruch zur Aktivität der Fische stehen darf) und wird nach einiger Zeit seine geschuppten Freunde versammelt finden.
Eine zusätzliche Geschmackseinrichtung sind die Bartfäden (Barteln) am Kopf der Fische. In ihnen sitzen zahlreiche Geschmacksknospen. So haben die Bartelträger die Möglichkeit, selbst bei Dunkelheit oder bei völlig undurchsichtigem Wasser noch Beute zu machen, denn sie reagieren sofort, wenn etwas Fressbares gegen ihre Barteln kommt. Je länger die Barteln sind, desto größer ist auch der Umkreis, den die Fische mit ihnen absuchen können. Man denke nur einmal an die langen Bartfäden der Welse. Trifft ein Beutefisch auf eine Bartel, dann reagiert der Besitzer sehr schnell und schnappt zu.
Nach unten hängende Barteln, wie man sie etwa bei der Barbe oder am Unterkiefer der Welse findet, dienen in der Regel dazu, die im Mulm oder weichen Bodengrund verborgene Nahrung auszuspüren. Wer Barben fangen möchte, kann – vorausgesetzt, der Standplatz ist einzusehen und der Lauf von Schnur und Köder zu verfolgen – den Fischen den Köder so vor das Maul praktizieren, dass die Fische ihn mit ihren Barteln berühren. Oft springen die Fische dann förmlich auf die Beute und hängen fest.
Fische besitzen auch Gefühlsnerven, deren Endungen über den ganzen Körper verteilt sind. Das Gefühl setzen sie dann ein, wenn sie mit geradezu unwahrscheinlicher Geschwindigkeit in Höhlen oder zwischen Klippen verschwinden, um sich vor Gefahren in Sicherheit zu bringen. Jeder Angler kann diese Bewegungsweise bei Forellen sehen, wenn sie wie kopflos davonschießen und unter Umständen verschwinden. Und doch beschädigen sich die Tiere dabei nicht.
Auch während des Laichens nutzen sie den Gefühlssinn, damit sich die Partner eng aneinanderschmiegen können, um so eine möglichst sichere Befruchtung der Eier zu erreichen. Auch bei der Tarnung ist einzeln jagenden Raubfischen der Gefühlssinn von Nutzen. Haben Sie schon einmal einen Hecht beobachtet, der sich unter einem Baumstamm oder zwischen im Wasser stehenden Wurzeln verbirgt? Er schmiegt sich meist eng an die Tarnung und verfolgt von hier aus seine Beute, aber auch Bewegungen in der Umgebung, die ihm nicht ganz geheuer vorkommen. Dabei ist ein interessantes Farbspiel zu beobachten: Die Färbung des Hintergrundes wird auf jener Körperseite stärker nachgeahmt, die dem Hintergrund abgewendet ist. Damit haben wir auch eine Erklärung, warum man bei vorsichtigem Vorgehen Forellen mit der Hand oder Hechte während der Laichzeit mit einer Schlinge fangen kann. Dass beide Methoden einem echten Sportangler ein Graus sind, steht auf einem anderen Blatt. Die Tiere sind Berührungen mit der Umwelt gewohnt und finden nichts dabei. Andere Fische hingegen lassen solche Vertraulichkeiten nicht zu. Sie bewohnen meist die freien Wasserbezirke und flüchten bei Gefahr nicht in Unterstände, sondern ins freie Wasser.
In unseren europäischen Gewässern gibt es Fische, die Laute erzeugen. Sie gehören meist in die große Fischordnung der „Ostariophysi“ ( ein genauer deutscher Name ist nicht bekannt). Zu ihnen zählt der Fischwissenschaftler die Karpfenfische, die Schmerlen, die Welse und noch einige andere Gruppen, die aber bei uns nicht vorkommen. Sie können mit Hilfe ihrer Schwimmblase, also mit Luft, Geräusche erzeugen, die sich etwa wie das Piepsen einer Maus anhören oder auch wie das Knurren eines Hundes. Über den Sinn und Zweck dieser Töne wissen wir fast nichts. Bekannt ist lediglich, dass einige tropische Arten und ein paar Meeresfische solche Laute während der Laichzeit oder bei Kämpfen von sich geben. Da Fische gut hören können, ist es nicht verwunderlich, dass sie auch Töne erzeugen. Laute erzeugen können die Fische auch mit ihren Schlundzähnen. Reiben sie diese aneinander, so entstehen krächzende, kratzende Laute, die man unter Umständen noch in einiger Entfernung hören kann. Selbst unser so behäbiger Karpfen ist nicht stumm, sondern kann sich durchaus bemerkbar machen.
Zu den interessantesten Erscheinungen bei den Fischen gehören die Färbungen, die meist von der Umgebung abhängen. Ganz allgemein kann man sagen, dass Schwarmfische mit friedlicher Natur auffällige Farben oder glänzende Körperpartien besitzen, während die Räuber Tarnfarben zeigen, um sich möglichst unsichtbar zu machen. Allerdings gibt es auch Raubfische mit auffälliger Färbung. Dazu gehört der Flussbarsch. Dieser jagt jedoch in der Regel nicht als Einzelgänger, sondern im Schwarm. Jagende Barsche treiben nicht selten die Verfolgten über den Wasserspiegel hinaus, so dass in einem bestimmten Umkreis Plötzen und Ukeleis jählings aus dem Wasser schnellen können und mit leichtem Klatschen und Aufblitzen wieder zurückfallen. Wer im Schwarm jagt und in wenigstens lockeren Verbänden zusammenlebt, muss sich wieder zusammenfinden, wenn der Schwarm auseinandergeraten ist. Dazu benutzen die Fische ihre Körperfarben. Sie bedeuten also Signale, die jeder Angehörige der Art versteht und kennt.
Nun könnte man der Meinung sein, dass die auffälligen Farben der Fische imstande sind, einen Feind anzulocken oder eine Beute zu vertreiben. Das ist jedoch nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen der Fall. Auf dem Rücken sind die Fische dunkler gefärbt, an den Seiten heller und am Bauch am hellsten. Man nennt diese Erscheinung Gegenschattierung. Blickt man von oben in ein Gewässer, dann hebt sich der Rücken vom dunklen Bodengrund kaum ab. Dagegen entsprechen die helleren Seiten und der Bauch durch die Lichtreflexionen von schräg unten in der Färbung etwa den Lichtreflexionen der Wasseroberfläche. Schaut man von unten gegen die Wasseroberfläche auf einen Fisch, so erscheint er als dunkler Schatten, der sich aber immer wieder mit den Wellenbewegungen vereint, so dass er nicht so leicht auszumachen ist, wie man annehmen möchte.
Einzeln jagende Raubfische tarnen sich oft sehr geschickt, indem sie sich der Umgebung noch stärker anpassen und auch ihr Verhalten danach ausrichten. Ein Hecht zum Beispiel oder auch ein Zander besitzt eine unregelmäßige dunklere Zeichnung auf einem variabel gefärbten Rücken. Je nach Untergrund und Umgebung verändert sich sein Aussehen. Er passt sich an und hat so eine ausgezeichnete Möglichkeit, in seiner Umwelt zu verschwinden, sich sozusagen in Nichts aufzulösen. Das geht so weit, dass seine beiden Körperseiten unterschiedliche Farbstufungen zeigen können. Die dem Wasser zugekehrte Seite, also die im Wasser abgewendete, ist heller. Wahre Meister der Anpassung sind Plattfische. Scholle oder Flunder zum Beispiel können noch erstaunlichere Färbungsveränderungen durchlaufen. Man nennt sie nicht zu Unrecht die Chamäleons unter den Fischen.
Die Körperfarben der Fische sind oft auch ihre Vorzugsfarben. Das kann unter Umständen wichtig sein, die auf Weißfische mit ihren silber blitzenden Körpern Jagd machen, bevorzugen in den meisten Gewässern silberne Blinker oder Löffel, dagegen hat man bei Forellen oft mit Rottönen mehr Erfolg. Wenn ein Fisch im Laufe des Jahres einen Farb- oder Geschmackswechsel durchmacht, wie das etwa beim Döbel der Fall ist, dann sollte man sich nicht ärgern, wenn man einen roten Köder anbietet und der Fisch nicht beißt. Die Kirschzeit ist längst vorbei, und nun sind grüne Köder, zum Beispiel Heuschrecken, viel geeigneter. Das ändert sich allerdings auch von Gewässer zu Gewässer.
Kurz sei noch auf eine farbenprächtige Erscheinung hingewiesen – das Hochzeitskleid vieler Fische. Zur Laichzeit tragen zahlreiche Arten ein schmuckes Kleid, das anzeigt: Wir sind jetzt in der Balz und Paarung. Ist ein Gewässer arm an Saiblingen und man fängt die nun prächtigen Fische, dann sollte man sein Jagdfieber vergessen und den gehakten Fisch schnell wieder zurücksetzen, denn vielleicht haben Sie gerade mit diesem Fang ein Gelege zerstört, und der Nachwuchs für noch manchen erfolgreichen Angeltag ist vernichtet. In der Laichzeit soll man also grundsätzlich nur solche Arten erbeuten, deren Bestand den von anderen Arten bedrohen würde, wie das oft bei der Groppe oder der Quappe der Fall ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Fische in Laichfärbung von ihren Artgenossen, aber zum Teil auch von anderen Arten respektiert werden, besonders dann, wenn es sich um brutpflegende Arten handelt, wie das Forellen, die Stichlinge usw. sind. Diese Fische legen nur eine begrenzte Eizahl ab oder laichen in Gebieten, in denen die Ausfälle unter der Jungbrut gewaltig sind. Theoretisch genügt es für die Erhaltung der Art, wenn nur ein einziges Pärchen sich bis zur Geschlechtsreife durchschlägt. Aber uns Angler genügt das natürlich nicht. Wir wollen ja die überzähligen Fische auf den Tisch des Hauses bringen. Damit freilich ist uns auch eine schwere Verantwortung auferlegt: die Hege der Fische in den Gewässern. Es gibt natürlich auch Schonzeiten, aber das allein genügt nicht. Wenn also sogar die Fische während der Laichzeit sich gegenseitig respektieren, sollten auch wir Menschen Rücksicht zeigen.
Der räuberische Hecht ist in seinen Bewegungen äußerst sparsam, vor allem, wenn er sich langsam stocksteif einem vermeintlichen Beutetier nähert; die Schwarmfische hingegen verhalten sich mit ihrer rastlosen, unruhigen Schwimmerei vergleichsweise sehr auffällig. Dennoch hat auch dieser Schwarmzusammenhalt einen biologischen Sinn. Für jedes einzelne Tier wird die Chance, einem Überfall zu entgehen, umso größer, je größer der Schwarm ist. Deshalb halten sie sich instinktiv zusammen. Wenn aber ein Angehöriger des Schwarms krank ist, schert er aus dem Schwarmverband aus oder wird vertrieben. Ein krankes Tier benimmt sich „falsch“, bewegt sich also gegenüber seinen Artgenossen auffällig. Das außerdem oft die Körperkräfte schwinden und die Reaktionen nicht mehr so exakt ablaufen, wird der Räuber schnell aufmerksam. Er orientiert sich nach dem kranken Fisch und ergreift ihn, weil er eine verhältnismäßig leichte Beute ist. Im Vernichten kranken Lebens liegt eine der biologischen Aufgaben von Raubfischen.
Wenn wir einen Spinner oder Blinker durch ein Wasser führen, in dem Raubfische leben, dann „benimmt“ sich der Köder natürlich völlig „falsch“. Beim seitlichen Vorbeiführen kann der Räuber kaum erkennen, um was es sich handelt, doch stellt das Aufblitzen des Köders in seinem Gedächtnis die Verbindung zur Beute her. Ist er sehr hungrig, dann schießt er nach und schnappt zu. Wie wichtig für einen Schwarmfisch der Gesichtssinn ist, geht daraus hervor, dass beispielsweise eine blinde Rotfeder sich nicht mehr an den Schwarm anschließt, ihn verliert und damit kaum noch Chancen hat, am Leben zu bleiben. Sie findet zwar noch Futter, ist auch zur Fortpflanzung noch fähig, aber über kurz oder lang wird sie doch die Beute eines Räubers.
Man glaubte aber nun nicht etwa, dass der Hecht „intelligenter“ sei als ein kleiner Schwarmfisch. Schwarmfische lernen schneller, weil sie sich gegenseitig nachahmen. Außerdem sind sie gegen Überraschungsangriffe recht gut geschützt, weil die Tiere des Schwarms in verschiedene Richtungen sehen, wenn der Schwarm ausruht. Einige Exemplare stellen sich immer mit der Blickrichtung nach hinten auf, so dass dadurch der tote Winkel im Auge der Fische überbrückt wird. Man sieht das sehr gut an einem im klaren Wasser spielenden und ruhenden Schwarm.
Leider spielen die Sinnesorgane der Fische dann nur noch eine untergeordnete Rolle im täglichen Kampf um das Leben, wenn der Mensch eingreift. Das kann durch Veränderungen der Wasserläufe der Fall sein oder durch Gewässerverunreinigungen und ähnliches. Im Zuge von Flussregulierungen werden oft Stauwehre gebaut. Durch sie wird jedoch vielen Fischen die Möglichkeit genommen, in ihre stromauf liegenden Laichgebiete zu ziehen. Erst die sogenannten Fischtreppen leisten Abhilfe.

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Weiß- oder „Friedfische“

Weiß- oder „Friedfische“
Die Cypriniden sind mit Ausnahme weniger Arten wie Döbel und Rapfen (Schied) nicht-räuberische Fische, die sich hauptsächlich von Wasserkleinlebewesen und Pflanzen ernähren, wobei aber gelegentliche Übergriffe auf Fischbrut nicht auszuschließen sind.
Die Friedfische werden von Laien meist nicht nach Arten unterschieden und recht verallgemeinernd als „Weißfische“ oder nach dem nächsten Flusslauf „Mainfische“ usw. bezeichnet, obwohl meist mehrere Weißfischarten zusammen den größten Besatzanteil an einem Gewässer haben (reine Forellenstrecken ausgenommen).
Der junge Sportfischer wird sich seine ersten Sporen beim Fang von Weißfischen verdienen, und selbst der erfahrene Angler widmet sich ihnen mit Vergnügen.
Die verschiedenen Arten
Der Karpfen – Cyprinus Carpio – lebt in Teichen, Seen und Flüssen und erreicht Gewichte bis zu 20 kg (Stand 1978!) und darüber. Er ernährt sich von roten Zuckmückenlarven, Kleinkrebsen und anderen Wasserinsekten, sowie Plankton und Wasserpflanzen, auch Schnecken und Würmern. Kapitale Exemplare fressen auch Fischbrut und kleiner Fischchen sowie Fischlaich. Der Karpfen wird mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif, was bei uns in etwa einer Länge von 30 cm entspricht. Der Rogner legt zur Laichzeit – Mai bis Juli – bei über 18 Grad Wassertemperatur ca. 200.000 bis 700.000 Eier an seichten Gewässerstellen auf Pflanzen ab. Die Brut schlüpft nach 3 bis 8 Tagen und heftet sich an Wasserpflanzen fest. Nach der Beschuppung unterscheidet man zwischen Schuppenkarpfen (geschlossenes Schuppenkleid), Spiegelkarpfen (einzelne Schuppenreihen) und Lederkarpfen (ohne Schuppen).
Köder: Halbgar gekocht, abgezogene Kartoffeln in Walnussgröße, mit Ködernadel auf Einzelhaken Größe 4-6 oder Drilling (…) Größe 8-10 gebracht, Teigklumpen oder Brotwürfel, Tauwürmer. Köder auf Grund aufliegen lassen, Brötchenkrusten auch treibend. Anfüttern wichtig.
Beisszeit: Früher Morgen, Spätnachmittag und Abendstunden.
Gerät und Fanghinweise: Kräftige Grundrute mit starker Spitze, stabile Rolle mit Schnurfassung von mind. 100 m „Perlon“, nicht unter 0,35 mm, zuverlässig geknüpftes, gleichstarkes Vorfach. Im fließenden Wasser wird mit leicht absinkendem Floß, im stillen Wasser besser ohne Floß gefischt. Anfüttern nicht zu nahe dem Ufer. Nach Einwurf überschüssige Schnur einrollen. Beim Angeln ohne Floß Schnur zwischen Rutenringen durchhängen lassen, evtl. mit Teigstück Durchhang beschweren, Rute auf Aststütze ablegen. Wenn Biss, vorsichtig hochnehmen, beim nächsten Abziehen Anhieb. In der Nähe von Dickungen stark forcierter Drill. Landung mit weitem Kescher, notfalls mit Gaff (?).
Die Schleie – Tinca tinca – ähnliche Lebensbedingungen wie Karpfen, Gewichte bis zu etwa 3 Kilogramm. Die Schleie wird mit 2 (Männchen) und 3 (Weibchen) Jahren bei einer Länge von 18 bis 30 cm geschlechtsreif. Der Rogner legt zur Laichzeit Mai bis Juli bis zu 300.000 Eier an Wasserpflanzen ab.
Köder: Mittlere bis kleine Regenwürmer, Maden, Teig, Kartoffeln – auf dem Grund angeboten. Anfüttern, auch während des Angelns, zur Festhaltung eines Schwarms (hochsteigende Bläschen!), empfehlenswert.
Beisszeit: Früher Morgen und Abendstunden, bei bedecktem Himmel auch tagsüber.
Gerät undFanghinweise: Grundrute, Rolle mit 0,30 mm Perlon, kleine Haken, die immer gut vom Köder bedeckt sein müssen, leichtes, gut ausbalanciertes Floß. Wichtig ist, dass der Anhieb erst bei zügigem Abgehen gesetzt wird, da eingeschlürfter Köder sonst leicht wieder aus dem Maul gleitet. Landung etwas abseits, um mehrere Fänge aus dem Schwarm zu ermöglichen.
Der Blei (Brachsen, Brassen, Blei) – Abramis brama – lebt in Seen und Flüssen und erreicht Gewichte von maximal etwa 6 Kilogramm. Er ernährt sich in der Jugend von Zuckmückenlarven und kleinen krebsartigen Tieren. Ältere Exemplare bevorzugen Röhrenwürmer und Larven der Büschelmücken. Der Blei wird mit etwa fünf Jahren laichreif und misst zu diesem Zeitpunkt zwischen 20 und 27 cm. Die Laichablage erfolgt Mitte Mai bis Mitte Juli, wobei die Milchner starken Laichausschlag zeigen. Die Eimenge beträgt pro Rogner ca. 200.000 bis 300.000 Stück. Erkennungsmerkmal: Flache hochrückige Form und bleigraue, schleimige Beschuppung. Geschmacklich von manchen in großen Exemplaren den Karpfen gleichgeachtet, ausgezeichneter Räucherfisch. Beim Braten Hauteinschnitte – zur Zerstörung der kleinen Gräten – zu empfehlen.
Köder: Wie bei Schleie, in Grundnähe angeboten, Anfüttern wichtig.
Beisszeit: Ebenso wie bei der Schleie
Gerät und Fanghinweise: Gerät wie für Schleie. Kleine Haken, Nr. 6-8. Anbieten des Köders knapp über dem Grund. Bei Biss legt sich das Floß meist flach, bei dann erfolgendem Abziehen Anhieb. Beim Fischen vom Boot ganz ruhiges Verhalten zur Vermeidung des Vergrämens der sehr vorsichtigen Fische wichtig.
Der Döbel (Aitel, Dickkopf) – Leuciscus cephalus – kommt in jeder Region vor und ist als Allesfresser einer der am meisten – und mit allen Methoden – geangelten Sportfische. Er wird mit vier Jahren bei etwa 25 cm Länge geschlechtsreif. Im April bis Juni legen die Rogner bis zu 100.000 Eier an Steinen und Wasserpflanzen ab (Durchschnitt 1,5 mm). Seitenlinie 44 bis 46 Schuppen. Gewichte bis zu 5 kg. Unterscheidet sich vom Aland deutlich durch rundere Form und weißes Fleisch (Aland gelb!). Döbel aus klarem Gewässer sind bei richtiger Zubereitung (Hauteinschnitt, in Speck gebraten, in Essig eingelegt) recht schmackhaft. Infolge geringen Eigengeschmacks sorgfältiges Würzen wichtig. Döbel sind in Salmonidengewässern wegen Vorliebe für Laich und räuberischer Verfolgung der Brut kurzzuhalten (Abfischen mit Netz bzw. Elektrofischerei).
Köder: Alle Arten von Ködern für Friedfische, Mai- oder Junikäfer, Grashüpfer, Kirschen, aber auch kleine Spinner, bauschige künstliche Fliegen.
Beisszeit: Ziemlich das ganze Jahr und zu jeder Tageszeit. Vorsichtig und leicht von Uferbüschen so gut mit der Tippangel (Grashüpfer) zu fangen wie in der kälteren Jahreszeit im tieferen Wasser mit der Grundangel (Kartoffeln, Rindermark, Blutgerinnsel, Heringsstücke, Brot).
Gerät und Fanghinweise: Grund- bzw. Spinnrute oder Flugangel, Rolle, Perlon 0,25 mm bzw. Flugschnur. Gefischt wird nach allen Methoden. An warmen Sommerabenden bringt häufig Treibangeln mit Mai- oder Junikäfer sowie Grashüpfern leichte Beute an starken Fischen. Diese Gelegenheit sollte sich der Besitzer eines Forellengewässers im Interesse seines Bestandes nicht entgehen lassen. Da der Döbel wenig Widerstand leistet, ist nur in stärker bewachsenen Gewässern kräftigeres Gerät nötig.
Der Aland(Nerfling, Möning, Orfe) – Idus melanotus – ähnelt dem Döbel, ist aber flacher und höher, hat außerdem gelbliches Fleisch. Die Laichreife tritt mit 5 bis 6 Jahren bei ca. 30 cm Länge ein. Im März bis Mai werden bis zu 100.000 Eier abgelegt. Seitenlinie 55 bis 60 Schuppen. Gewichte bei sorgfältiger Zubereitung (s. Döbel) durchaus annehmbar.
Köder: Friedfischköder jeder Art, aber auch größere Käfer (Junikäfer, Grashüpfer, Nachtfalter) und bauschige Kunstfliegen.
Beisszeit: Sommermonate zu jeder Tageszeit, im Tidenbereich am besten eine Stunde vor höchstem Wasserstand beim Revieren auf überschwemmten Uferkanten. Dort zeigen sich oft starke Fische, die ihren Standort durch Wasserwirbel und aus dem Wasser regende Flossen zu verraten pflegen. Gehen auch gut an künstliche Fliegen.
Gerät: Mittleres Grundangel- bzw. Flugangelgerät, da Drill meist ruhig.
Das Rotauge (Plötze) – Leuciscus rutilus -, benannt nach dem auffälligen roten Augenkreis, unterscheidet sich von der ähnlichen Rotfeder durch das Fehlen von deren charakteristischem Schuppenkiel zwischen den Bauchflossen. Das Rotauge wird 4- bis 5jährig bei etwa 12 cm Länge laichreif. Pro Rogner bis zu 100.000 Eier. Kurze Laichwanderungen stromaufwärts. Laichzeit Mitte Mai. Seitenlinie 43 Seitenschuppen. Stehen meist in Schwärmen gleich großer Exemplare zusammen (Schulen), Gewichte bis zu 1 kg. Fang größerer Rotaugen erfordert besondere Erfahrung, wird unter Grundanglern hoch bewertet. Fleisch ziemlich schmackhaft.
Köder: Teig, Maden, kleinere Regenwürmer, gequollene Getreidekörner. Anfüttern an verschiedenen Stellen und Platzwechsel nach einigen Fängen bzw. bei ausbleibendem Erfolg. Man fischt kurz über dem Grund.
Beisszeit: Das ganze Jahr, auch im Winter, am besten am frühen Morgen.
Gerät und Fanghinweise: Leichte Grundrute, Rolle, durch Bleibeschwerung gut ausbalancierter Schwimmer, Perlon 0,20 mm, kleinste, feindrähtige Haken. Schon bei leichtem Biss Fühlung nehmen und bei Wiederholung sogleich Anhieb, Bei feinem Zeig behutsame Führung und Landung.
Die Barbe – Barbus barbus – lebt im strömenden Gewässer (Barbenregion) oberhalb der Bleiregion. Gewichte des spindelförmigen Fisches bis zu 8 kg, sehr guter Schwimmer, daher schwieriger Drill. Die Barbe wird mit 4 Jahren und etwa 35 cm Länge geschlechtsreif. Zur Laichzeit (Mai bis Juni) unternehmen die Barben gemeinsame Wanderungen zu den Laichplätzen, wo die Rogner 3.000 bis 8.000 hirsegroße und klebrige Eier in strömendem Wasser ablegen. Der Barbenlaich ist giftig! Die Milchner zeigen dabei einen weißen Laichausschlag an Scheitel und Rücken.
Fleisch bei richtiger Zubereitung (in Essig legen zur Entlastung der störenden Gräten!) von manchen sehr geschätzt.
Köder: Tauwürmer, geronnenes Blut, Käsestücke, Anfüttern empfehlenswert.
Beisszeit: Sommermonate bis Oktober, früher Morgen und Abendstunden
Gerät und Fanghinweise: Kräftige Grundrute, stabile Rolle mit 100 m Perlon 0,35 mm, Gleitfloß, Bodenblei, Hakengröße 3-4. Der über Grund schleifende Köder wird meist ruckartig genommen, daher Anbiss auch in Strömung gut zu erkennen. Führung des stark kämpfenden Fisches an geeignete Uferstelle zur Kescherlandung.
Der Rapfen (Schied) – Aspius rapax – kommt bei uns vor allem im Donaugebiet sowie im Chiemsee und Ammersee vor (Barbenregion) und ist bei hohen Durchschnittsgewichten (Höchstgewicht bis zu 20 Pfund) und der Vielseitigkeit seiner Nahrungsaufnahme ein sehr geschätzter Sportfisch. Fleisch wenig begehrt. April bis Juni werden an kiesigen Stellen im Fließgewässer pro Rogner bis 100.000 Eier abgelegt. Die Milchner zeigen starken Laichausschlag.
Köder: Spinner, künstliche Fliegen, Köderfische, Tauwürmer.
Beisszeit: Sommermonate
Gerät: Spinnrute mit Übersetzungsrolle und 100 m Perlon zu 0,35 mm, kräftige Flugangel mit bauschigen Fliegen. Landung der sich gut wehrenden Fische mit Kescher.
Die Nase –Chondrostoma nasus – hat den Namen vom überstehenden, scharfkantigen Oberkiefer. Sie hat ein schwarzes Bauchfell. Lebt in Schwärmen in der Barben- und Äschenregion. Wird mit drei Jahren bei etwa 15 bis 25 cm Länge laichreif. Sie unternimmt zur Laichzeit (März bis Mai) gemeinsame Wanderungen zum Laichplatz, wo pro Weibchen bis 100.000 Eier (Durchschnitt 2 mm) abgelegt werden. Gewicht bis zu 1,5 kg. Bodenfisch, der sich bei Nahrungsaufnahme häufig dreht und durch Aufblitzen der helleren Unterseite Standort verrät. Fleisch wenig schmackhaft. Der besondere Reiz des Angelns auf diesen Fisch liegt in der Möglichkeit, aus einem Schwarm in kurzer Zeit eine größere Strecke an Fischen von gutem Durchschnittsgewicht zu erreichen.
Köder: Mittlere Regenwürmer, Maden, Käsestücke und Mistwürmer.
Beisszeit: Sommermonate, zu jeder Tageszeit.
Gerät: Grundrute, Rolle, Perlon 0,25 mm, Bodenblei, leichter Schwimmer, kleine Haken, Anhieb gleich nach Bemerken des Bisses.
Die Rotfeder – Scardinius erythrophtalmus – unterscheidet sich, außer durch Schuppenkleid zwischen Bauchflossen, noch durch steiler abfallende Maulspalte und weiter nach hinten gerückte Rückenflosse vom Rotauge. Laichzeit Ende Mai bis Juli. Es werden vom Rogner bis 100.000 rötliche Eier an Wasserpflanzen abgelegt. Die Milchner zeigen einen körnigen Laichausschlag an Kopf und Rücken. Seitenlinie 40 bis 42 Schuppen. Oberflächenfisch, weniger vorsichtig als das tiefer stehende Rotauge. Fleisch minderwertiger, guter Futter- und Köderfisch für Raubfische, Gewicht bis 1 kg.
Köder: Teig, kleine Regenwürmer, Fruchtkörner, Maden, künstliche Fliegen.
Beisszeit: Sommermonate, zu jeder Tageszeit. Standort vornehmlich in stillen Buchten.
Gerät: Leichte Grundrute mit feiner Floßangel und kleinen Haken, Flugangel mit kleinen Fliegen.
Die Karausche – Carassius carassius – karpfenähnlicher Fisch. Unterscheidet sich vom Schuppenkarpfen durch die fehlenden Barteln sowie durch den auffallenden schwarzen Fleck an der Schwanzwurzel. Die Weibchen legen im Mai/Juni bis zu 300.000 Eier an Wasserpflanzen ab. Gewicht bis zu 1 kg. Vorkommen hauptsächlich in moorigen Gewässern. Fleisch wohlschmeckend, aber grätig, daher entsprechende Zubereitung (Hauteinschnitte, Essig einlegen) zu empfehlen.
Köder: Regenwürmer, Maden, Teig, Kartoffelstücke. Am Grund anbieten.
Beisszeit: Morgen- und Abendstunden im Sommer.
Gerät: Leichte Grundangel, Perlon 0,25 mm, Bleibeschwerung, kleine Haken.
Die Güster – (Pliete, Plattfisch) – Blicca björkna – laicht Mai/Juni, wobei die Männchen leuchtendere Farben und Laichausschlag zeigen. Sie ist sehr verbreitet in der Barbenregion. Gewicht selten über ½ kg, unterscheidet sich vom ähnlichen Blei (Brassen) durch silbriges Schuppenkleid und rötlichen Ansatz der Bauchflossen, sicherer aber durch abweichende Zahl der Schlundzähne. Sie hat 45 bis 50 Schuppen an der Seitenlinie. Der Blei dagegen hat 51 bis 56 Schuppen. Fleisch geringwertig, guter Köderfisch
Köder: Teig, kleine Regenwürmer, Maden. In mittlerer Wassertiefe anbieten.
Beisszeit: Sommermonate zu jeder Tageszeit
Gerät: Leichtes Grundgerät mit Floß und Bleibeschwerung.

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