„Streetfishing“ – warum eigentlich?

Viele, hauptsächlich jüngere Angler, begeistern sich mittlerweile für „Streetfishing“. Aber warum eigentlich? Ist Angeln nicht eher ein Hobby, um seine Freizeit in der Natur zu verbringen? Stört da der Lärm und die Hektik der Stadt nicht irgendwie? Scheinbar nicht. Klar, (fast) jeder neue Trend wird mitgemacht und als „Stadtfischer“ kann man auch sein tolles Angelgerät, seine fantastischen Klamotten präsentieren und zeigen wie cool man doch eigentlich ist. Die doch eher artfremde Entwicklung der Angelei kam von Fernost nach Europa und dort kann man ja noch irgendwie nachvollziehen, dass Menschen mit ihren Angelstöckchen auf der Straße (oder in so einer Art Gewächshäusern „Indoor“ …) oftmals dicht an dicht gedrängt, versuchen irgendwelche Fische zu fangen. Dort im Land des Lächelns gibt es halt mehr Berge als Flüsse und Seen, logisch, dass man hier in die überfüllten Städte muss, um dort seinen Kunstköder zu baden (Würmer wird es dort wohl eher selten geben, oder diese landen – wie so vieles dort – in irgendwelchen Kochtöpfen).
Was auch auffällt, ist das, was eigentlich nicht so auffallen sollte: Knallbunte Angelgeräte und übertrieben farbige Kunstköder, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss. Schaut man heute mal in die Kunstköder-Regale der Angelgerätehändler, fühlt man sich wie auf der Reeperbahn mit deren Leuchtreklamen der dortigen Freudenhäuser und Kneipen… Klar, gesellschaftlich gesehen, ist „Streetfishing“ schon toller, als einsam an irgendeinem See oder Fluss zu hocken! Da wird während einer Stunde mindestens 25 mal gefragt, ob es hier überhaupt Fische gibt, ob schon was gefangen wurde, ob es Spaß macht, wehrlose Schuppenträger mit einem (oder mehreren) scharfen Haken zu belästigen, usw. usw. usw. Natürlich kann jeder an Orten und Stellen fischen, die ihm -wenn erlaubt- besonders zusagen, oder wie der allwissende Volksmund sagt:
„Jedem Narr gefällt, sei Kapp´“, oder auch „Jedem, wie es ihm gefällt“.
Aber allen Petri, egal wo unserem Hobby nachgegangen wird!

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Hypoxanthin-3-N-oxid ! Iss klar, oder?

ALARM im Hause Karpfenartige!
Bei Hypoxanthin-3-N-oxid handelt es sich um einen Alarmstoff, der unter Biologen auch Pheromon genannt wird und 1936 von dem Zoologie-Professor Karl von Frisch bei Elritzen entdeckt und später auch bei anderen Fischen aus der Karpfenfamilie nachgewiesen wurde. Pheromon wird in sog. „Kolbenzellen“ produziert (hat nix mit dem Hubraum im Verbrennungsmotor zu tun 🙂 ), dort gespeichert und tritt bei Verletzungen der Fische aus. Da reicht schon ein Haken im Maul und schon werden Angst- und Stresshormone frei. Die übrigen Fische eines Schwarms wittern diese Stoffe (insb. Pheromon) und werden so z.B. vor Angriffen von Raubfischen gewarnt.
Deshalb: Fisch am Haken? So schnell wie möglich und natürlich so schonend wie möglich, aus dem Schwarm führen und landen.

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Wo sind die Rapfen im Winter ?

Da es ja auch bei uns hier im Main genügend, und auch große Rapfen gibt, werden diese immer häufiger befischt und somit auch gefangen. Da der Rapfen allerdings mit seinen Gräten nicht gerade der Freund des Küchenchefs ist, wandern diese Fische (versehentlich) meist oft wieder ins Gewässer, und somit konnte sich ein ansehnlicher Bestand dieser Fischart hier entwickeln. Allerdings ist die Artenbestimmung des Rapfens nicht immer leicht, da sich gerne Hybriden herausbilden zwischen Aland und Rapfen. Diese haben sogar einen Namen: „Raland“!
Wo, wie und mit welchem Köder die Rapfen zu fangen sind, ist hinlänglich bekannt, jedenfalls im Fluss oder Kanal, in stehenden Gewässer wird es da schon etwas schwieriger.
Im Sommer oder Frühjahr, wenn es genügend Weißfischbrut gibt, ist der Tisch für den Rapfen reichlich gedeckt und dies hört (und sieht) man, wenn die Rapfen lautstark Beute machen. Übrigens ist der Rapfen ein Fisch, der erst ab seinem dritten Lebensjahr zum reinen Räuber wird.
Sonderbarer Bursche…
Nun aber die Frage: WO befindet sich der Rapfen im Winter? An den üblichen Stellen hinter Wehren usw. jedenfalls nicht, oder nur ganz selten. Hält er sich, wie der Zander, im tiefsten Bereich des Gewässers auf, oder in der Fahrrinne (bei Gewässern mit Schifffahrt), weil sich dort immer was Fressbares findet?
Bislang hat -scheinbar- noch niemand eine schlüssige Erklärung über den Aufenthaltsort der Rapfen im Winter gefunden.

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Kormoran -frisch auf den Tisch-…

Ein großer Feind der Fische (und der Angler) : DER KORMORAN.
Diese gefiederte Fischfressmaschine wird bis 100 cm groß, max. 3000 g schwer und können bis zu 10 Jahre alt werden. Wenn man sie lässt…
„Natürlich“ stehen die schwarzen Fischfresser unter Artenschutz (…), doch werden auch geregelte Abschüsse genehmigt.
Sollte man einen jagdgerecht erlegten Kormoran angeboten bekommen, dann kann man diesen auch essen. Die Rache geht hier durch den Magen!
Deshalb hier mal ein altes Kochrezept für die Zubereitung von Francis R. Hoff aus dessen Kochbuch: „Wild und Wein“.

Kormoran mit Linsen
Für 2-3 Personen benötigt man folgendes:
– Die Brüste von einem Kormoran
– 1 große Karotte in Scheiben geschnitten
– 1 Scheibe Sellerie, gewürfelt
– 300 g Tellerlinsen
– mittelgroße Zwiebeln
– 200 g geräucherter Speck
– 6 El Essig
– 4 Tassen Hühnerbrühe
– 2 Tassen Marinade
– 3-4 kleine rote Chilis
– Salz
– 1/2 Bund frischer Thymian
– Gänseschmalz
Für die Marinade:
– 1/2 Ltr. trockener Weißwein
– 4 EL Olivenöl
– 1 Zwiebel
– 1 Karotte
– 1/2 Bund Zitronenthymian
– 2 „Stengel“ Blattsellerie
– 1 Lorbeerblatt
– roter Pfeffer

Den erlegten Kormoran auf dessen Rücken legen, die Haut entlang des Brustbeins durch das Gefieder (!) aufschneiden und zu beiden Seiten abziehen. Das Brustfleisch mit einem scharfen Messer auslösen, das Fett entfernen und in eine Schüssel geben.
Das Gemüse für die Marinade in Scheiben/Würfel schneiden und mit allen Zutaten kurz aufkochen. Die Marinade abkühlen lassen, über die Kormoranbrüste gießen, abdecken und 48 Stunden ziehen lassen.
Danach das Brustfleisch trocken tupfen, in Stücke schneiden und in einer Pfanne mit Gänseschmalz anbraten. Eine Tasse Marinade dazugeben und ca. 2,5 Stunden in geschlossenem Topf schmoren lassen, bis das Fleisch fast zart genug ist. Von Zeit zu Zeit etwas Brühe nachgießen.
In der Zwischenzeit den Speck in Streifen schneiden, die Zwiebel hacken und mit etwas Gänseschmalz in einem Schmortopf anbraten. Die Karotten, den Sellerie und die Chilis zusammen mit den gewaschenen Linsen dazugeben, dann mit Essig, Marinade und Brühe ablöschen.
Die Mischung in einen kleinen Behälter oder Tontopf (Römertopf) geben, das Brustfleisch salzen und darauf verteilen. Den Thymian dazugeben und das Gericht zugedeckt fertig garen.

Das Fleisch des Vogels ist rot und mit kommt geschmacklich dem Wildfleisch nahe. Allerdings scheint das Kormoran-Fleisch etwas zäh zu sein, wenn es solange eingelegt und geschmort werden muss…

Dazu passt Rotwein, viel Rotwein, oder nur Rotwein ohne Kormoran 🙂



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Zanderbestand Main 2021 reduziert…

Die letzten Jahre über wurden überraschend viele Zander im Main -jedenfalls hier bei uns – gefangen. SEHR viele wurden dem Gewässer entnommen, da es schließlich keine Schonzeit mehr in Hessen gibt…
Allerdings sollte man die Schuld am Rückgang des Bestandes der Zander nicht nur den Anglern (und Fischern!) geben, sondern auch einmal an den allgegenwärtigen Laichräuber GRUNDEL denken!
Sobald ein Zander sein Nest, welches er bekanntlich ja bewacht, aus irgendwelchen Gründen verlässt (evtl. wird geht er auf einen Köder von Anglern etc.) und sich demzufolge davon entfernt, sind die allgegenwärtigen Grundeln zur Stelle und räumen das Gelege aus.

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„Wolgazander“ auch (bald) im Main?

Der sog. „Wolgazander“ hat ja als Invasive-Art schon längere Zeit auch in deutschen Flüssen Einzug gehalten.
Es kann unserer Meinung nach nicht mehr lange dauern, bis auch diese Fischart auch bei uns im Main „auftaucht“, wenn dies nicht schon geschehen ist und die wenigstens Angler den „Wolgi“ zwischen einem „normalen Zander“ unterscheiden können.
Deshalb hier mal eine kurze Beschreibung und die Unterscheidungsmerkmale (Quelle z.T. Wikipedia)
Der Wolgazander ist ein Fisch aus der Familie der Barsche und hat es wohl von der Donau zu uns geschafft (die Grundeln haben´s ja auch gepackt…). Man geht davon aus, dass diese Fischart im Ballastwasser von Schiffen den Weg zu uns fand.
Dieser Fisch ist kleiner als der hier vorkommende Zander, wird max. bis 50 cm lang und ca. 2 Kilogramm schwer. Er hat am Körper dunkle Streifen, die sich nicht in Flecken auflösen und sind, im Gegensatz zu den heimischen Zandern, über die Seitenlinie hinausgehend. Ihm fehlen die Zander-Typischen großen „Hundszähne“. Der ganze vordere Kiemendeckel ist mit Schuppen bedeckt.
Der Wolgazander bewohnt tiefere sandige Flussabschnitte und mitunter findet man ihn auch im Brackwasser.
Die Laichzeit reicht von April bis Mai an findet an seichten Stellen der Gewässer statt. Ebenso wie der heimische Zander übernimmt auch beim Wolgazander das Männchen die Brutpflege.
Er lässt sich mit unseren herkömmlichen Zanderködern fangen.

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„Einen Biber an Festtagen zu kochen…“

Wie wir ja alle wissen, vermehrt sich der Biber bei uns in vielen Teilen des Landes ungehindert. Bislang steht der „Plattschwanz“ unter strengstem Schutz, ist natürlich ok! Es KÖNNTE aber eines Tages geschehen, dass das nicht mehr der Fall ist und der Pelzträger mit den gelben Zähnen auf der Speisekarte steht (war vor ca. 200 Jahren auch schon mal so…).
BEVOR dies für manchen plötzlich und unerwartet geschieht, hier mal präventiv ein Kochrezept für Biber aus dem „Regensburger Kochbuch“ der Marie Schandri, welches zuerst 1867 erschienen ist. Als Alternative zur Weihnachtsgans, oder Überraschungs-Menü…
Die Kirche zählte den Biber übrigens zu den Fischen, weshalb er auch in der Fastenzeit verspeist werden durfte.

Also folgendes benötigen Sie:
Einen Biber
Erbsenbrühe
Zwiebeln
Essig
Rotwein
Sardellen
Evtl. ein paar eingemachte Gurken

„Einen Biber an Festtagen zu kochen“
(Text aus dem Regensburger Kochbuch)
Man macht von dem Biber kleine Stückchen, gibt einen Tegel Schmalz, klein geschnittene Zwiebeln, legt den Biber darauf, dünstet ihn, bis er weich ist, gibt öfter Essig und Erbsensud, zuletzt auch etwas Mehl, feingeschnittene Sardellen, auch ein Glas Wein dazu, und lässt es damit kurz verkochen. Der Schweif davon ist aber am besten, wenn er in Essig und Wasser weich gesotten, sodann mit Butter und Semmelbrösel auf dem Roste abgebräunt, auf den Biber gelegt, und so zur Tafel gegeben wird. Es können auch die Sardellen und der wein weggelassen, und kleine eingesottene Gurken zur Sauce genommen werden.

Mahlzeit!

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Kerzenwachs als Blei-Ersatz?

„Irgendwann“ wird Blei als Gewicht in der Angelei ja auch verboten werden und deshalb wird ein geeigneter Ersatz gesucht. Natürlich spielt auch hier der Umweltaspekt eine Rolle.
Einiges ist ja schon im Versuchsstadium.
Wir haben uns entschieden, mit unbehandeltem Kerzenwachs evtl. mit Sand versetzt, um das Gewicht zu erhöhen, zu experimentieren.
Wachs ist sehr günstig, leicht zu verarbeiten, Wirbel können haltbar „eingearbeitet“ werden, evtl. Schnurbeschädigungen ausgeschlossen usw. usw.
Versuch macht klug… <3)))))))><

(c) mainkarpfen.de -18.07.2021-

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Angeln ohne Angelschein – Hessen –

Wer in Hessen fischen möchte, benötigt einen GÜLTIGEN Fischereischein, denn ohne diesen kann es bis zu 5.000 Euro kosten. Es gibt daneben noch weitere Bußgelder für Angler, die sich nicht an das Fischereigesetz in Hessen halten.
Hier mal ein kleiner Auszug aus dem Tatbestandskatalog:
– Fischfang ausgeübt, ohne einen gültigen Fischereischein zu besitzen: bis 5.000 Euro
– Verbotene Fische, Krebse oder Muscheln gefangen bzw. entnommen: bis 5.000 Euro
– Fische während deren Schonzeit oder vor Erreichen der Mindestmaße gefangen und entnommen: bis 5.000 Euro
– Fischfang mit verbotenen Mitteln ausgeübt: bis 5.000 Euro
– Lebende Wirbeltiere als Köder verwendet: bi 5.000 Euro

In Hessen gilt die Fischereischeinpflicht. Wer dem Fischfang nachgehen will, muss vorher eine Fischereiprüfung ablegen, um den Fischereischein zu erwerben.
Der amtliche Fischerschein wird von der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung des Wohnortes des Antragstellers nach Vorlage der erfolgreich bestanden Fischereiprüfung (Prüfungszeugnis) ausgestellt.
Das Mindestalter für den Angelschein liegt bei 14 Jahren (Jugend-Fischereischein)
Bei Zuwiderhandlung gegen das hessische Fischereigesetz drohen Geldbußen bis zu 5.000 Euro. Ebenso ist es möglich sich der Fischwilderei strafbar zu machen und hierfür drohen Geldstrafen, ebenso ist sogar eine Freiheitsstraße bis zu 2 Jahren möglich!
Angeln OHNE Angelschein ist in Hessen nicht möglich, auch wenn manchmal behauptet wird, in privaten Teichen wäre die erlaubt. Dies ist aber ein gewaltiger IRRTUM und steht in keinem hessischen Gesetz!
Wird auch noch fremdes Fischereirecht verletzt, macht man sich evtl. der Fischwilderei (§ 293 StGB) strafbar. Das bedeutet, es wird ein Strafverfahren eingeleitet und im Führungszeugnis vermerkt.
Wer danach noch eine Fischereiprüfung ablegen wird, hat hierfür sehr schlechte Chancen, da Straftaten gegen den Natur- oder Umweltschutz besondere Beachtung finden und in der Regel zur Versagung des Fischereischeins führen.

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„Steinbrötchen“

„Probier´s doch einfach mal !“
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Bei jedem Discounter gibt es für ein paar Cent fertig gebackene Brötchen in der Plastiktüte. Diese kann man sehr gut für´s Anfüttern „am Stück“ in (hauptsächlich) stehenden Gewässern verwenden. Einfach in die meist eh schon ziemlich zähen Brötchen einen passenden Stein reindrücken, nach Wunsch etwas Flavour Tropfenweise ins Brötchen geben und ab ins Wasser damit. Dies kann per Hand oder Futterkelle geschehen.
Das „Steinbrötchen“ wird – wenn der darin befindliche Stein schwer genug ist (!) – absinken, sich langsam auflösen und somit die Fische gezielt am Platz halten. Natürlich geht das auch mit ganzen „Kasten-Weißbroten“, die man mit Steinen, Hanf, Mais etc. füllen kann. Dann werden die Fische schön satt und wir haben endlich mal ein gefülltes Kasten-Weißbrot ins Wasser fliegen sehen… (mehr aber auch meistens nicht) 🙂

(c) mainkarpfen.de

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