Was schrieb man vor 27 Jahren über „Boilies“ ?

Was schrieb man vor 27 Jahren über Boilies in deutschen Angelzeitungen, wie z.B. in der „fischwaid“ ?
Boilies … immer wieder …
Mittlerweile ist das fremdklingende Wort „Boilies“ ein fester Begriff im Wortschatz eines jedes Karpfenanglers geworden. Aber einzig und allein auf diese Proteinköder zu vertrauen, wäre vollkommen falsch. Kartoffeln, Mais, Teig und Brot in den verschiedenen Formen sollen durch diesen Köder keinesfalls verdrängt werden. Sie alle haben ihre Fängigkeit unter Beweis gestellt und sollten nach wie vor zu einem Ködersortiment gehören. Der Superköder schlechthin ist ein Boilie keineswegs.
Was aber ist ein Boilie nun genau? Ein Boilie ist ein Karpfenköder, der alle Bestandteile enthält, die ein Fisch zum Leben benötigt, also verschiedene Proteine, außerdem ist er relativ hart. Mittlerweile hält der Markt eine Menge Grundsubstanzen bereit, die in einer Boiliemischung enthalten sein sollten. Sie bestehen hauptsächlich aus Proteinen, die aus der Kuhmilch gewonnen werden.
Mit diesen Grundprodukten lassen sich einige unterschiedliche Mischungen herstellen. Der Fachhändler bietet aber auch Fertigmischungen und Fertigboilies an, was eine Menge Arbeit erspart. Wer jedoch seine Boilies selbst herstellen möchte, benötigt noch einen Geruchsstoff (Flavour). Er dient dazu, die Fische anzulocken und den Köder attraktiver zu machen. Zu guter Letzt ist ein Geschmacksstoff erforderlich, wie Zucker oder Sweetener. Wer möchte, kann seinen Köder auch einfärben, dazu werden aber nur Lebensmittelfarben benutzt, die auch beim Fachhändler zu bekommen sind.
Nun zur Herstellung: Dazu schlägt man sechs rohe Eier in eine Schüssel und rührt diese glatt. Benutzt man Geruchs- und Geschmacksstoffe in flüssiger Form, so kommen diese jetzt zu den Eiern. Sollen die Boilies gefärbt werden, so wird die Farbe unter die Eier gemischt. Unter gleichmäßigem Rühren gibt man solange die Mischung hinzu, bis ein fester Teig entsteht. Mit den Händen wird das Ganze noch einmal gründlich durchgeknetet. Mit Hilfe eines Teigkugelformers wird der Teig zuerst zu Würsten gerollt. Diese werden dann quer zur Form gelegt und unter gleichmäßigem Druck hin und her gerollt. So entstehen gleich große Kugeln.
Anschließend werden die Kugeln etwa ein bis drei Minuten gekocht. Sie steigen dann hoch und können abgeschöpft werden. Jetzt werden die Boilies auf einem Tuch zum Trocknen ausgebreitet. Je länger sie trocknen, umso härter werden sie. Darin liegt auch ihr Vorteil; sie können dadurch nicht von Kleinfischen angeknabbert werden. Jedoch sollte man die Boilies nicht zu hart werden lassen, am besten drei bis sechs Stunden trocknen und anschließend einfrieren.
Ganz wichtig ist das Anfüttern über einen längeren Zeitraum, um den Karpfen an den relativ harten Köder zu gewöhnen.
H. Nowack 1988

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