Süßwassermuscheln: „Die Häubchenmuschel“

Süßwassermuscheln
Die Häubchenmuschel
Oft werden kleine Muscheln als Nahrung unserer Fische unterschätzt. Ein Beispiel hierfür ist die Häubchenmuschel, denn sie wird bei nur 8 mm Länge leicht übersehen. Ihre Schale ist gelbweiß bis gelblich. Sie gehört zur Familie der Kugelmuscheln. Als wesentliches äußeres Erkennungsmerkmal ist bei der Seitenansicht das „Häubchen“ zu erkennen, das sich bei älteren Exemplaren deutlich abhebt.
Wer diese Art gezielt sucht, findet sie mehr im Norden als im Süden, wobei sie in ganz Mitteleuropa vorkommt. Auch örtlich trifft man sie unterschiedlich an, an manchen Stellen häufiger, oft überhaupt nicht. Die bevorzugten Gewässer sind meist stehend und langsam fließend und befinden sich im Flachland. So mancher Teich oder Altarm ist recht dicht besiedelt.
Der bevorzugte Grund sollte schlammig sein. Die Häubchenmuscheln wechseln jedoch gerne ihre Standorte. Nahrung ist meist reichlich vorhanden und setzt sich aus Plankton und Schwebstoffen zusammen. Da diese Muschelart extrem dünnwandige Schalen hat, haben sie einige Fische „zum Fressen gern“. So z.B. Spiegel- und Schuppenkarpfen, Karauschen, Schleien und Brassen. Sie nehmen die Häubchenmuscheln beim Wühlen im Schlamm auf und zerkleinern sie mühelos mit den Schlundzähnen.
Die Häubchenmuscheln sind Zwitter und lebendgebärdend. Somit können sie sich auch dann vermehren, indem sie ihre Eier durch die eigenen Samenzellen befruchten. Da sie nur wenige Eier erzeugen, verbleiben diese geschützt innerhalb der Schalen. Nach einer Entwicklungszeit von einem Jahr sind die Jungmuscheln zum selbstständigen Leben fähig und verlassen die Schalen.
Die Häubchenmuscheln brauchen zwar keine Fische zur Fortpflanzung, aber bestimmte Karpfenartige Fische nehmen sie gern als Zusatznahrung auf.
Es bleibt nur zu hoffen, dass diese kleinen Häubchenmuscheln noch lange einen geeigneten Lebensraum in unseren Gewässern finden.

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