-Literarisches- „Ruf des Fischwassers“ von Willy Steding August 1948

Literarisches

So macher sollte mal darüber nachdenken und sein Hobby nicht nur als Jagd auf große Fische sehen. Oder? 

Wenn du müde geworden bist von den Enttäuschungen des Lebens und die Nöte der Zeit deinen klaren Sinn vernebelt haben, wenn du verzweifelt und angeekelt von der scheinbaren Sinnlosigkeit alles Geschehens den Zweck deines Daseins nicht mehr verstehst, wenn du verraten wurdest oder verlassen – dann gibt dir das Fischwasser das wieder, was du verloren hast: Freude an der Natur, Demut, Versenkung in die Wunder des All und tiefe Einsicht in das Wesen aller Dinge.

Dann spürst du wieder mit kindlicher Erlebnisfähigkeit, wie unwichtig im Grunde dein persönliches Ich ist, wie unwichtig deine Tagessorgen sind, wie gleichgültig und belanglos alles, was schmerzte – ja selbst das tiefste Leid wird still. Der Schmerz ist am Wasser nicht mehr so schmerzhaft, das Leid nicht mehr so zermalmend, die Einsamkeit nicht mehr so unerträglich…

Auszug aus „Die Fischwaid“ vom August 1948 

Autor: Willy Steding

 

 

 

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