Fisch als „Volksmedizin“

Fisch als „Volksmedizin“
„Die Volksmedizin“ sagt den Fischen allerlei Heilwirkungen nach.
„Den Hering ins Land und den Doktor auf die Seite“, sagt man in holländischen und deutschen Küstengebieten. Früher gab es in Apotheken Heringsblasen, Heringsmilch, Heringsrogen und ganze Heringe als Heilmittel. Den Schleienschleim schätzte man zur Wundheilung. Vom Karpfen wurde das Fett, die Galle und der Karpfenstein, das ist ein Knochen aus dem Rückgrat, der vom Barsch auch als Barschstein gewonnen ward, verwendet. Beliebt war auch das Oleum Aschiae der Äsche, das Krebsauge gegen Augenkrankheiten, die Grundel insgesamt gegen den Grind.
Der berühmte Naturforscher und Polyhistor aus Zürich, Konrad von Gesner, den man auch den deutschen Plinius nannte, riet in seinem großen Tierbuch „Historia animalium“, das 1551 – 1558 in Zürich herauskam und –mit Holzschnitten versehen- 1603 – 1621 in Frankfurt erschien, dazu, Aalfett zu nehmen, um „die kahlköpff mit Haar zu bezieren“.

Heute noch verwendet man frische Aalköpfe zum Vertreiben von Warzen. Dass Fische höchst zuträglich sind, sofern sie nicht aus chemisch verseuchten Gewässern stammen, weiß auch die moderne Wissenschaft – und als Schonkost hat sich das Fleisch zarter, nicht fetter Exemplare von der Antike bis zur Gegenwart ausgezeichnet bewährt.

Aus: „Die nasse Weyd oder Angler- und Fischbrevier“ von J.A. Boeck 1972

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