Bärensaft & Teufelsdreck – Teil I –

Bärensaft und Teufelsdreck
In früheren Jahrhunderten waren Fischwitterungen wie Bibergeil und Fischgifte wie Teufelsdreck, auch Stinksaat genannt, groß in Mode. Bibergeil, eine lebhaft riechende Substanz, wurde aus den Drüsensäckchen gewonnen, die beim männlichen wie beim weiblichen Biber zwischen dem Geschlechtsteil und dem After liegen und diente ebenso wie Reiheröl dem Anlocken von Fischen. Mit dem Seltenwerden der Biber und Reiher ging man auf Zibet und Moschus über. Zibet wird aus den Drüsentaschen der Zibetkatzen entnommen, die zur Familie der Schleichkatzen gehört, die u.a. in Abessinien, Nubien, Ägypten, aber auch in Ostasien vorkommen. Moschus oder Bisam erhält man vor allem vom Moschustier, auch Bisamratte, beim Moschusbock (eine Käferart), bei der Bisamspitzmaus, beim Alligator und bei allen Tieren, deren Name die Bezeichnung Moschus oder Bisam mit-enthält. Das Spiköl, aus Lavandula Spica Chaix extrahiert, wird ebenso wie das Anisöl und das diesem verwandte Fenchelöl als Lockwirkung verwendet. Fenchel war schon Karl dem Großen, dem griechischen Arzt Dioskorides aus Kilikien um etwa 50 n. Chr. Und dem uralten chinesischen Kräuterbuch Pent´sa bekannt. Als wirksam gelten auch die Ochsenzunge, Safran, Liebstöckl und Peru-Balsam oder Bärensaft, als Chrisam im 16. Jahrhundert durch Papstbullen als sakramentales Salböl eingesetzt. Vom Kampfer spricht schon Hildegard von Bingen 1150 in ihrem Tierbuch.

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