Karpfenfische „Die Schleie“ -1962-

Karpfenfische: „Die Schleie“ -1962-
Ein hochgeschätzter Speise- und Sportfisch ist die Schleie. Der langgestreckte, spindelförmige Fisch besitzt ein außerordentlich wohlschmeckendes, feines, weißes Fleisch. Allerdings ist die Schleie allgemein recht langsamwüchsig und eigentlich erst mit 5 Jahren wirklich fangreif. Sie ist dann gewöhnlich 25 bis 30 cm lang. Ihre Färbung ist sehr unterschiedlich. Am häufigsten ist ein dunkles Olivgrün. Es kommen aber auch regelmäßig bedeutend hellere Exemplare vor, etwas seltener schwarzgrüne, fast schwarze Fische, die der Angler als „Moorschleie“ bezeichnet, obwohl die Wissenschaft eine solche Farbvielfalt nicht anerkennt, wohl aber die der fast rötlich-goldenen Goldschleie. Dass Anpassungen der Farbpigmente an den Untergrund für die wechselnde Färbung Bedeutung haben, kann als sicher gelten. Aber nicht nur ich, sondern auch viele Sportfreunde haben schon regelmäßig am gleichen Ort Fische sehr unterschiedlicher Färbung gefangen. Die Schuppen der Schleie sind sehr klein und liegen tief unter der Oberhaut. Diese ist außerordentlich schleimig.
Die Bauchflossen des Männchens sind automatisch von denen der Weibchen verschieden und werden auch als Laichflossen bezeichnet. Es sind deutlich verdickte vordere Flossenstrahlen. Die Schleie finden wir in den meisten stehenden und langsam fließenden Gewässern unserer Breiten, wenn deren Grund einigermaßen schlammig und warm ist. Sie ernährt sich vorwiegend von Kleintieren und Pflanzen der Uferregion und laicht wie die Karausche im Mai oder Juni, in sehr warmen Jahren auch schon in der zweiten Aprilhälfte. Eierzahl: bis 300.000. Ihr Gewicht wird unterschiedlich angegeben, doch kann sie 4 – 5 kg erreichen. Fische von mehr als 1 kg gelten aber mit Recht schon als guter Fang.
Die Fangzeit beginnt nach den ersten wirklich warmen Frühjahrstagen, also etwa ab April und dauert bis in den Herbst hinein. Von Anfang bis Mitte Oktober ab werden Schleien nur noch vereinzelt gefangen. Leichte bis mittlere Grundangel. Köder: Wurm. Angeblich soll die Schleie auch auf Kartoffelstückchen oder Teig beißen.

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