Woher hat der KARPFEN eigentlich seinen Namen?

Woher hat der Karpfen eigentlich seinen Namen?
Die Karpfenfische (Cyprinidiae) sind eine Familie der Karpfenartigen Fische. Der „Teichkarpfen“, wie er z.B. in Franken bekannt ist, gilt als eine eigene Art unter den Karpfenfischen. So wird der Karpfen in gängiger Weise zoologisch definiert. Sprachlich wird die Definition schwieriger. Die Bezeichnung „Karpfen“ ist zwar geläufig, was sie aber im eigentlichen Sinne bedeutet, lässt sich nur schwer nachvollziehen, denn sprachgeschichtlich kann nicht genau geklärt werden, auf welches Grundwort der Begriff zurück geht.
In den überlieferten Schriften Cassiodors (um 490 bis um 583), eines spätrömischen Gelehrten, Klostergründers und hohen Staatsbeamten unter Friedrich des Großen, wird das Wort „carpa“ als Bezeichnung für einen Donaufisch erstmals urkundlich erwähnt. Die schriftliche Notiz aus dem 6. Jahrhundert – wohl ein offizielles Rundschreiben – wurde verfasst, weil man für Theodorichs Königshof in Ravenna Fische aus der fernen Donauregion bezog.
Doch das erklärt das Wort noch nicht. Klar zu sein scheint nur, dass es von einer untergegangenen Sprache der Donau- und Alpenregion abstammt und von südgermanischen Stämmen übernommen wurde. Sie alle kannten und nutzten den Karpfen. Vielleicht steht „carpa“, wie vermutet wird, sogar mit dem schon im alten Griechenland gebräuchlichen geographischen Namen „Karpaten“ in Beziehung oder mit dem altindischen Begriff „sapharah“, der einen im flachen Wasser lebenden Fisch bezeichnet, was gar nicht so abwegig klingt. Schließlich war der Karpfen sowohl in Zentralasien als auch im Kaspischen und im Schwarzen Meer beheimatet. Dieser Wildkarpfen, eine schlanke und vollständig beschuppte Urform, verbreitete sich auf natürliche Weise, also über die Flüsse und durch Menschenhand bis nach Europa.
Aus: „Karpfen & Kultur in Franken“
von Stefan Fröhling und Andreas Reuß

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