10 Fragen zum Hecht

10 Fragen zum Hecht
Im BLINKER 11/2007 beantwortet Karl Koch 10 Fragen zum Hechtfang.

1. Welche ist die bessere Methode, Spinnfischen oder Angeln mit Köderfisch?
Welche die bessere Methode ist, möchte ich nicht entscheiden. Beim Spinnfischen fängt man deutlich mehr Fische, weil der Aktionsradius des Spinnfischers viel größer ist; aber die Fische sind im Schnitt kleiner. Auf Köderfisch beißen weniger Hechte, aber sie sind häufig größer. Die beste Methode für kapitale Hechte ist das Angeln mit totem Köderfisch am Grund.

2. Welches ist das beste Hechtgewässer in Deutschland?
Als die besten Hechtgewässer in Deutschland haben sich in den letzten Jahren die Bodden an der Ostseeküste und um die Insel Rügen herauskristallisiert. Sowohl an Menge als auch an Größe der Hechte übertreffen die Bodden alle anderen deutschen Gewässer, 20-Pfünder sind dort an der Tagesordnung, 30-Pfünder nicht allzu selten. Sogar die 40-Pfund-Grenze wurde kürzlich geknackt. Jochen Böttcher landete ein Monster von 40 Pfund 100g.

3. Wie groß kann ein Hecht werden?
Die 70-Pfünder aus Irland in der älteren Literatur gehören in das Reich der Legenden. Zweifelsfrei belegt ist der 50-Pfünder in der Blinker-Hitparade, ebenso ein 53-Pfünder von 1929 aus einem dänischen See. Ein Foto davon hängt im Museum in Silkeborg. Berufsfischer sollen in den Bodden einen 61-Pfünder gefangen haben, aber zuverlässige Angaben liegen nicht vor. Seien wir optimistisch und nehmen an, dass der Hecht, unter günstigsten Umständen 60 Pfund schwer wird.

4. Braucht man fürs Hechtfischen unbedingt ein Stahlvorfach?
Hechtangeln ohne Stahlvorfach geht nicht. Diese Frage wird nur deswegen noch gestellt, weil Hecht und Zander oft gleichzeitig vorkommen und man beide fangen möchte. Angelt man ausschließlich auf Hecht, ist das Stahlvorfach unentbehrlich. Am 07.09.2007 habe ich Fluorocarbon getestet. Nach kurzem Drill hatte der fünfpfündige Hecht den Haken abgebissen. Es bleibt beim Stahlvorfach.

5. Kann man Hechte anfüttern?
Hechte lassen sich auf jeden Fall anfüttern. Vor dem Angeln mit toten Heringen füttere ich mit einigen daumendicken Heringsstücken an. Häufig finde ich die Stücke im Magen gefangener Hechte wieder. Unmittelbar vor dem Angeln nicht mehr 3 bis 4 Heringsstücke einwerfen, sonst macht man die Hechte satt. Will man erst an den darauf folgenden Tagen angeln, kann man auch größere Mengen füttern. Am besten eignen sich ölige, duftende Meeresfische wie Hering und Makrelen.

6. Ist der Sommer oder der Winter die beste Fangzeit?
Im Allgemeinen sind Herbst und Winter, und auch der Mai, am besten. Ausnahme: große, tiefe Seen mit Barschbergen und einer ausgeprägten Sprungschicht im Sommer. Dort wandern die großen Hechte nach dem Laichen vom Ufer in den weiten, freien See. Sie sammeln sich an den Barschbergen in 10-15 Meter Tiefe im Bereich der Sprungschicht. Dort lassen sie sich den ganzen Sommer vorzüglich fangen.

7. Gibt es eine Köderfischart, die Hechte besonders gerne fressen?
Hechte lieben Forellen. In einem Groß-Aquarium fraß ein Hecht zunächst alle 10 Forellen, ehe er sich schließlich den einzigen grätigen Döbel einverleibte. Auch Rotaugen werden gern gefressen. Gibt es viele Rotaugen, ist meist auch der Hechtbestand gut. Grundangler sollten, vor allem im Winter, ölige, kalorienreiche Meeresfische wie Hering und Makrele anbieten.

8. Ist monofile oder geflochtene Schnur zum Hechtangeln besser geeignet?
Monofile Schnur ist wegen ihrer Dehnbarkeit und größerer Abriebfestigkeit besser. Bei geflochtener Schnur übt man leicht zu viel Druck aus. Das verleitet den Hecht zum Springen. Ein herrlicher Anblick, aber der Fisch kommt leicht ab. Hechte flüchten gern in Hindernisse oder Pflanzen. Dort scheuert geflochtene Schnur leichter durch.

9. Welche Schnurstärke sollte gewählt werden?
Hechte kämpfen nicht übertrieben hart. In hindernisfreiem Wasser lässt sich auch ein großer Hecht mit 0,25er fangen. Sicherer ist 0,35er, um den Hecht von Hindernissen fern zu halten oder die oft kraftvolle letzte Flucht abzufangen. Zum Schleppangeln 0,40er oder 0.45er, da wegen der Fahrt des Bootes viel Druck auf das Gerät kommt.

10. Wielandet man einen Hecht?
Finger weg vom Hecht! Die Handlandung birgt Risiken. Man kann sich selbst oder den Hecht verletzen. Zudem vergrößert man ohne Not das Risiko, den Fisch zu verlieren. Ein Kescher muss her, und der muss groß sein. Der Bügel meines Keschers ist 83 Zentimeter lang und 78 cm breit. Selbst der größte Hecht versinkt in ihm. Gaffen geht bei Kapitalen auch. Will man den Fisch zurücksetzen, muss man den Gaffhaken aber von unten genau an der Spitze des Unterkiefers ansetzen. Das ist alles andere als einfach.

Dieser Beitrag wurde unter Köder -Allgemein-, Raubfischköder veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.