Die Dreikantmuschel

Die Dreikantmuschel
Die Dreikantmuschel (Dreissena Polymorphe) ist eine auffällige Ausnahmeerscheinung der heimischen Muschelwelt. Sie kommt in den verschiedensten Gewässern vor, verbreitet sich ständig, ist nicht gefährdet und wurde sicher von jedem Angler schon einmal gesehen. Sie zählt zur Familie der Wandermuscheln (Dreissenidae). Die dreikantige Schale hat einen auffallenden Knick, und das Schloss ist ohne Zähne und Leisten. Sie wird etwa 3-4 cm lang und trägt deutliche Zickzack-Linien.
Eigentlich ist die Dreikantmuschel eine „neue Muschel“, denn sie kommt erst seit etwa 100 Jahren in unseren Gewässern vor. Durch Wasservögel und Frachtschiffe wurde sie vom Osten eingeschleppt und lebt inzwischen in den verschiedensten Gewässern. Nach längerer Besiedlung tritt sie massenhaft auf und verursacht stellenweise Schäden an Anlagen, Pumpen und Geräten. Vorteilhaft ist jedoch die hohe Reinigungskraft dieser Muschel, denn durch das Filtrieren wird das Wasser wesentlich klarer.
Dreikantmuscheln heften sich mit ihren Sekretfäden an verschiedenen Unterlagen fest. So hängen sie an Mauern, Steinen und Pfählen, aber auch an Schiffen und Booten und verlassen somit oft ihren Standplatz. Beim Grundfischen sollte man auf die scharfen Schalen achten, denn daran kann sich die Angelschnur aufscheuern.
Wo die Dreikantmuscheln vorkommen, bilden sie dichte Kolonien. Daher geben sie einfach ihre Eier und den Samen ans Wasser ab, und so entsteht die Befruchtung. Die Muschellarven sind sehr beweglich und schwimmen für einige Zeit umher. Haben sie eine geeignete Unterlage gefunden, werden sie sesshaft, und die Muscheln wachsen heran. In der kalten Jahreszeit werden sie oft von Wasservögeln gefressen.
Dennoch kommen die Dreikantmuscheln immer häufiger vor und gelangen sogar in abgelegene Gewässer. Diese Muschelart zeigt, wie zahlreich und weitverbreitet Muscheln vorkommen könnten, wenn die lebensnotwendige Wasserqualität stimmen würde und der richtige Untergrund vorhanden wäre. Auch Fische sind dabei als Wirtstiere für die Entwicklung der Muschellarven von größter Bedeutung.
K.-H. Zeitler (fischwaid 11/1989)

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