Spinnsysteme im Oktober -1984-

Spinnsysteme im Oktober -1984-
Herbstzeit – Hechtzeit. Hochsaison vor allem für die Spinnfischer. Allerdings kann es gerade während der Herbstmonate passieren, dass Esox alle angebotenen Kunstköder verschmäht, ob nun Spinner, Z-Blinker, Heintz-Blinker, kleine Pilker oder Wobbler verwendet werden. In solchen Situationen hilft oft das Umstellen aufs Spinnen mit totem Köderfisch am System. Diese Methode des Raubfischangelns wird offensichtlich von nicht allzu vielen Sportfreunden ausgeübt; zu diesem Schluss kommt man nicht zuletzt bei einer Auswertung der zum Wettbewerb „Fisch des Jahres“ eingereichten Meldungen über Hecht-, Zander-, Barsch- und Welsfänge, unter denen die Köderangabe Spinnsystem gehört. Wahrscheinlich liegt es mit daran, dass das Spinnen mit dem Köderfisch einige Vorbereitungen verlangt, die bei der Verwendung künstlicher Köder nicht notwendig sind. Denn es müssen ja zunächst einmal Fische gefangen und anschließend bis zum Töten und Anködern gehältert werden. Natürlich kann man an Gewässern, wo es möglich ist, auch immer jeweils nur einen Köderfisch fangen, um ihn sofort zu töten und am System zu befestigen. Besonders in älteren Fachbüchern wird zuweilen empfohlen, mit konservierten Köderfischen zu angeln. Jedoch sind frisch getötete Fische fängiger. Auch lassen sie sich, weil sie noch recht biegsam sind, besser am System befestigen als konservierte Köder, deren Schuppenkleid zudem meistens beschädigt ist, so dass sie auf einen Raubfisch nicht eben verlockend wirken. Hinzu kommt, dass das Konservierungsmittel (z.B. Spiritus) abschreckend für die erhoffte Beute sein kann. Auf jeden Fall dürfen Köderfische nur in dem Gewässer verwendet werden, aus dem sie stammen.
Es gibt eine Vielzahl von Spinnsystemen. Eine sehr einfache, aber beim Angeln auf Barsche und Zander oft erfolgreiche Methode ist das Einhaksystem. Dazu zieht man einen kleinen toten Köderfisch, beispielsweise einen Ukelei, auf einen extrem langschenkligen Haken. Der Fisch sollte leicht gekrümmt aufgezogen werden, denn dann bewegt er sich beim Zug durchs Wasser natürlicher. Um ein schnelles Absinken zu erreichen, kann rund 50 bis 100 cm vor dem Köder eine Bleibeschwerung, etwa eine Olive, montiert werden.
Beim Wobbler-System kommt es darauf an, dass der Köderfisch durchs Wasser „schwänzelt“. Die Stärke dieser wobbelnden Bewegungen wird von der Krümmung bestimmt, die man wiederum durch Verändern der Einstichstelle des Enddrillings am Schwanz des Fisches variieren kann. Bei der Anfertigung eines solchen Systems muss zuvor die ungefähre Ködergröße festgelegt werden, denn danach richtet sich der Abstand zwischen dem Einfachhaken kurz hinter dem Wirbel und dem Enddrilling.
Unkompliziert ist folgendes System: An einem Stückchen Stahldraht, das am oberen Ende eine Öse hat, wird ein Drilling montiert. Der Draht wird mittels Ködernadel durch das Weidloch des Fisches und durch das Maul wieder herausgeführt. Die Verbindung mit der Schnur erfolgt über einen Wirbel. Der Draht sollte leicht gebogen sein, damit auch der tote Köderfisch beim Spinnen möglichst natürliche Bewegungen vollführt. Will man größere Köderfische verwenden, sollte dieses System durch einen zweiten, kürzeren Draht mit einem Drilling verstärkt werden, der seitlich in den Fisch einzuhaken ist.

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