Zubehör & Methoden -Andy Little 1988-

Zubehör & Methoden –Andy Little 1988

Anfüttern

Der Bedarf beim Anfüttern hängt davon ab, wie stark das fragliche Gewässer beangelt wird. Ist dies bekannt, kann ein angemessenes Programm entwickelt werden, sofern das Anfüttern hier statthaft ist.

Stark beangelte Gewässer

In zahlreichen Gewässern bedarf es nicht erst großer Anstrengungen, die Aufmerksamkeit der Karpfen auf die Futterköder zu lenken. Dies gilt besonders für die stark beangelten Gewässer, in denen regelmäßig angefüttert werden darf, so dass die Fische z.B. kleine bunte Kügelchen als ständige Nahrungsquelle ansehen. In einem solchen Karpfengewässer würde eine große Extra-Anfütterungsaktion nicht viel bringen. Hier ist es besser, nur während der Angelsession loses Futter um den Hakenköder herum zu platzieren. Kreuzt eine größere Gruppe Karpfen die Angelstelle, wird eine große Menge Futter gebraucht, um die Fische hier länger zu halten. Aber wenn gelegentlich nur einzelne Fische vorbei-patrouillieren, ist eine Handvoll Köder angemessen.

Selten beangelte Gewässer

Will der Angler in selten beangelten Gewässern ständig Erfolg haben, dann ist sorgfältiges Anfüttern unbedingt erforderlich. Es sollte regelmäßig, falls möglich, sogar täglich gefüttert werden. Zu Beginn muss das Futter weit gestreut werden, um sicherzugehen, dass die Karpfen es auf ihren langen Wanderungen auch finden. An einem kleinen Gewässer stellt das kein Problem dar. Ein großer See allerdings wird in kleinere Abschnitte eingeteilt, die abwechselnd angefüttert werden. In kleineren Gewässern wird das Futter in einem Umkreis von 1 bis 3 m angeboten. In großen Seen muss das auf 6 bis 9 m ausgeweitet werden, statt gleich zu Beginn das jungfräuliche Gewässer mit großen Mengen Lockfutter zu bombardieren. Bleiben überschüssige Köder tagelang liegen, verlieren sie ihre Wirkung und werden die Karpfen eher vertreiben, und der Angler muss wieder von vorn anfangen. Im übrigen sind faulende Anfütterungsköder für Karpfen gesundheitsschädlich und können die Wasserwelt verschmutzen. Die Karpfen gewöhnen sich hoffentlich an den Köder. Wird ein oder zwei Wochen lang das ganze Gebiet angefüttert, kann der Angler die Aktion auf ausgewählte Stellen eingrenzen. Selbst an kleinen Gewässern ist es sinnvoll, ein Dutzend verschiedene Stellen unter Futter zu halten, um die Zahl der Angelplätze zu vergrößern.

Schnittstellen

An einem Gewässer ohne spezielle Merkmale ist es sehr schwer, sämtliche Wanderwege der Karpfen festzustellen. Sind aber die diagonalen Linien bekannt und dürfen sie auch angefüttert werden, werden die Chancen optimal, die patrouillierenden Fische aufzuhalten und an die Angelstelle zu leiten. Diese Methode lässt sich auch sehr gut an Baggerseen anwenden, wo die Karpfen den Rinnen zwischen den einzelnen Bänken folgen und sich dabei meistens auf einer Seite halten. Der Angler sollte versuchen, jeweils drei dieser Rinnen mit Futter abzudecken und zu befischen. An einer Insel sollten nur beide Enden angefüttert werden und nicht etwa die Uferkante, damit die Karpfen abgefangen werden können, die dort am Ufer entlang schwimmen. Wenn ein natürlicher Hotspot genau unter überhängenden Zweigen liegt, muss eine Futterspur heraus zum Hakenköder gelegt werden. Karpfen kommen auf genau festgelegten Routen in diese Zonen, und es ist sinnvoll, die Wege hinein und heraus anzufüttern.

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Berichte seit 1986-Wie fing es an?- veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar