Grundregeln zum Karpfenfang

Noch immer gelten beim Karpfenangeln einige Grundregeln, auch wenn das heute scheinbar nicht jedem klar ist…

Hier eine Sammlung von Erfahrungen und Regeln, die sich so mancher einmal durchlesen – und merken-  sollte. Die kleine Sammlung besteht aus verschiedenen Berichten aus Angelzeitschriften und Angelbüchern, die schon „etwas älter“ sind, aber noch immer Gültigkeit haben. Auch wenn hier von Teig, Kartoffeln, Polenta, Würmer usw. zu lesen ist, (fast) alles ist zur heutigen Boilie-Angelei umsetzbar.

Grundregeln:

1.     Ruhe und nochmals Ruhe, bleiben Sie in Deckung, schieben Sie keine Rute meterweit über den Gewässerrand, schon ein Schatten kann zu viel sein.

2.     Loten Sie die Stellen, die Sie anfüttern wollen, vorher aus und merken Sie sich Abstand und Tiefe.

3.     Futtern Sie mindestens 5 bis 6 Tage an ohne zu angeln, aber unauffällig, sonst sind die Stellen nach 2 Tagen besetzt. Füttern Sie mit Maß, am besten mehrere Stellen. Es dauert etwa 2 Tage, bis der Karpfen die Stelle annimmt, erst die Halbstarken und wenn die Scheu überwunden ist, auch die Großen, auf die wir es ja abgesehen haben.

4.     Anfüttern (Kartoffeln, Polenta, Würmer, Mais), was, spielt keine Rolle, alles wird angenommen. Nur das Wie ist entscheidend. Mais können wir ausklammern, der hat Form und Größe. Haben Sie einen Komposthaufen, der Mistwürmer enthält, so nehmen Sie Würmer samt Wurmerde. Ein sehr gutes Lockfutter auch für Aal. Bei Kartoffeln sieht die Sache schon anders aus, man kann nicht Kartoffeln zum Füttern quetschen und walnussgroße Stücke anködern. Form und Größe des Futters müssen dem Köder täuschend ähnlich sein. Formveränderungen erzeugen Misstrauen, die Veteranen in der grünen Tiefe haben Erfahrung, sind äußerst vorsichtig und suchen gleich das Weite, wenn ihnen etwas nicht geheuer ist. Taubenei-große Polentakugeln sind als Futter und Köder sehr gut, Bananen werden auch gerne genommen, benötigen keine Extrabehandlung. Viele Angler glauben, Köder müssten rund oder oval sein, aber die Form spielt eher eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, Futter und Köder müssen derselben Form und Größe entsprechen. Abweichungen erregen Argwohn und veranlassen die großen Fische zur Flucht.

5.     Vor dem Angeln setzt man einen Teig mit dem Anfüttern aus.

6.     Man sollte stets mit durchgehender Schnur angeln. Kein Knoten, kein Blei, kein Schwimmer. Als Bissanzeiger verwendet man eine Schilfsprosse. Jeder Knoten vermindert die Tragkraft der Schnur um zehn Prozent. Da der Karpfen den Köder einige Male überprüft, ehe er in ansaugt, kann ein einziges Bleischrot schon zu viel sein. Eine Kartoffel- oder Polentakugel hat Eigengewicht genug zum Auswerfen.

7.     Benutzen Sie zum Karpfenfang nur eine Rute, um Schnursalat zu vermeiden. Verliert man einen Fisch, verlasse man die Stelle sofort, weil in den nächsten Stunden kaum ein anderer Karpfen an den Haken gehen wird. Eine andere Stelle bringt dann eher Erfolg. Man sollte nicht den Mut verlieren, wenn eine Stunde kein Biss erfolgt. Zeit und Ruhe sind nun mal die Voraussetzungen zum Fang großer Karpfen.

8.     Naturbeobachtung. Wolkenloser Himmel ist ungünstig, Wind um Nord bis Südost bietet nur geringe Fangaussichten, bewölkter Himmel, Südwest bis Nordwest sind gut. Liegt das Wasser wie flüssiges Blei, ist auch nicht viel los. Tritt bei Sonnenaufgang kein Wind auf, lässt man die Rute am besten im Futteral.

Herstellung von Polenta:

Die Masse reicht für 4 bis 5 Angelstellen zum Füttern. 250 ccm Wasser zum Kochen bringen, auf kleiner Flamme weiterkochen, einen Teelöffel Zucker zugeben und Maismehl einrühren, bis die Polenta steif ist, rühren nicht unterbrechen, auf ein Pergamentpapier kippen und erkalten lassen, dann Maismehl zukneten, bis der Teig nicht mehr klebt. Täglich frisch zubereiten und taubeneigroße Kugeln formen. Emailgefäß verwenden. Alu ist ungeeignet, verrühren nur mit einem Holzlöffel.   

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