Die Nasen sind wieder da :-)

Von Rainer Appel -mainkarpfen.de- Nein, das ist keine Werbung von einem Schönheits-Chirurgen, dass eine neue Lieferung „Gewürzprüfer“ eingetroffen ist, sondern eine Tatsache die mich sehr freut: Im Main hier gibt es wieder „Nasen“! Vor ca. 20 Jahren war diese Fischart fast genauso zahlreich vertreten wie Rotaugen und man fing sie in beträchtlicher Anzahl und verhältnismäßig hohen Stückgewichten. Doch wurden die Fänge immer seltener und in den letzten Jahren wurden so gut wie gar keine „Chondrostoma nasus“, bei uns gefangen. Was sagt uns der „Taschenatlas der Süßwasserfische für den Angler“ in der 5. Auflage 1982 über diese Fischart? -Die Nase- Die Nase gehört zu den wenigen pflanzenfressenden Fischen, die die Gewässer Mitteleuropas bewohnen. Sie nährt sich von Algenbewüchsen an Steinen, die sie mit ihrem hornigen schlitzartigen unterständigen Maul abkratzt. Große Nasenschwärme bewegen sich langsam stromaufwärts, bei der Nahrungssuche wenden sie sich nach den Seiten und machen durch das Aufblitzen ihrer Körper auf sich aufmerksam. Ein Fisch kann im Laufe des Tages 32 bis 96 Millionen mikroskopisch kleiner Kieselalgen fressen. Man begegnet der Nase in den in die Nord- und die Ostsee mündenden Flüssen sowie im Flußgebiet der Donau. Die Laichzeit beginnt Ende April, wenn sich große Mengen von Fischen auf kleinen Flächen versammeln. Auf eine steinige oder sandige Unterlage kleben die Weibchen etwa 20.000 Eier von heller Ockerfarbe. Die erwachsenen Fische erreichen ein Gewicht von ca. 1 kg, selten mehr. Hohe sportliche Bedeutung kommt dem Stippangeln zu, das an Angler und Gerät gewöhnlich hohe Anforderungen stellt. Nur ein erfahrener Sportfischer erkennt, ob das Floß unter dem Wasser verschwunden ist, weil der Fisch angebissen hat oder weil sich der Haken an einem Stein oder einer Wurzel am Grund verfangen hat; Rute, Schnur und Haken werden in ähnlicher Größe und Stärke wie für den Fang einer Zährte gewählt. Als Köder kommen zum Beispiel gekochte Graupen, Insektenlarven, kleine Würmer in Frage. Um einen Schwarm in Angelweite zu halten, empfiehlt es sich, während des Angelns anzufüttern. Das Fleisch der Nase ist schmackhaft, ziemlich fett. Für diese Art ist die schwarze Auskleidung der Bauchhöhle typisch, die sich jedoch mühelos entfernen lässt und die geschmacklichen Eigenschaften in keiner Weise beeinträchtig. Und was weiß wikipedia über die Nase? Die „Nase“, auch „Näsling“, „Schnabel“ genannt, gehört zur Familie der Karpfenfische. Merkmale: Die Nasen werden 25 bis 40 Zentimeter groß und erreichen ein Gewicht von bis zu 1000 Gramm. Seltener werden einzelne Exemplare auch bis 50 Zentimeter groß und 2000 Gramm schwer. Der Körperbau ist spindelförmig bis rundlich, seitlich kaum abgeflacht. Ihren Namen verdanken sie ihrem weit unterständigen Maul, das ihre Kopfspitze wie eine stumpfe Nase aussehen lässt. Die Maulspalte verläuft quer, die Unterlippe ist scharfkantig und verhornt. Der Rücken ist graublau bis graugrün gefärbt und glänzt metallisch, die Seiten glänzen Silber, er Bauch ist gelblichweiß. Die Rückenflosse ist 12-, die Afterflosse 13- bis 14-strahlig. Brust-, Bauch- und Afterflossen sind gelblichrosa bis  violett gefärbt. Vorkommen: Nasen sind als typische Schwarmfische in schnell fließenden Gewässern mit Sand- und Kiesgrund Mittel- und Osteuropas in der Barben- und Äschenregion verbreitet. Sie gelten als Hauptfische des Rheins und der Donau und kommen zumindest in der oberen Donau von Donaueschingen bis Sigmaringen und in der unteren Isar von Plattling bis zur Isarmündung in die Donau noch sehr häufig vor, aber auch flussabwärts in Nebengewässern, wie beispielsweise im Wiener Donaukanal. Auch in der Oder und Weichseln kann man den Fisch vorfinden. Häufig ist die Nase auch im unteren Neckar zwischen Heidelberg und Mannheim. Im Bodensee und seinen Zuflüssen gibt es nur noch vereinzelte Vorkommen. Ernährung: Mit ihren harten Unterkiefern und der scharfen Unterlippe können Nasen Algen abweiden. Während der Fressperioden suchen die Nasen oft schwarmweise andere Weiseplätze auf. Seltener fressen sie auch Kleintiere, die sich am Grund aufhalten. Fortpflanzung: Zur Laichzeit von März bis Mai ziehen die Nasen in großen Schwärmen flussaufwärts oder dringen in geeignete Nebenbäche ein. Beide Geschlechter zeigen dann einen Laichausschlag in Form von sternförmigen Punkten am Kopf. Die Rogner (Weibchen) bekommen dazu einen rötlich schimmernden Bauch und können während heftigen Laichspielen 20.000 bis 100.000 1,5 Millimeter große Eier über den fachen Boden an den Kies kleben. Anschließend wandern die Altfische in ihre Reviere zurück. Die ersten Tage nach dem Schlüpfen verbringen die Larven in den Lücken im Kies. Später wechseln die ins ruhige Flachgewässer und ernähren sich dort von Plankton. Gefährdung und Schutz: Mancherorts gelten Nasen als extrem bedroht, andernorts sogar als bereits ausgestorben. Eine der Ursachen für den Rückgang dieser einstigen Massenfischart ist vor allem die Verbauung der Fließgewässer. So werden viele Laichplätze zerstört und die Laichwanderungen verhindert. Auch leiden Nasen sehr unter anthropogener Gewässerverschmutzung. Zum Schutz der Bestände bestehen in Deutschland für den Fang von Nasen gesetzlich vorgeschriebene Schonmaße und Schonzeiten. Da das Fischereirecht aber Ländersache ist, sind die Regelungen in jedem Bundesland unterschiedlich. Die Schonzeit ist im Normalfall identisch mit der Laichzeit, das Schonmaß liegt meist im Bereich von 25 bis 30 cm. In der Schweiz ist die Nase seit dem 1. Januar 2007 ganzjährig geschützt und darf nicht mehr gefangen werden. Ökonomie: Der Fisch wird meist mit kleinen Würmern oder Sprock (Köcherfliegenlarven oder deren Nachbildungen) an der Posenangel gefangen. Alternativ wird dieser Fisch gerade an großen Strömen mit schweren Futterkörben auf Grund gefangen. Da er sehr grätenreich und wenig schmackhaft ist, wird er kaum im Handel angeboten. Sonstiges: Die Nase war Fisch des Jahres 1994. In Basel war sie bis Ende des 19. Jahrhunderts Teil einer Tradition, die darin bestand, den Fisch alljährlich am 17. April im nahegelegenen Weiler St. Jakob ab der Birs zu essen und dazu den einheimischen Rotwein Schweizerblut zu trinken.     

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