„Zucker-Schoko-Erdnuss-(Karpfenköder)“ -Eine Alternative?-

Zucker-Schoko-Erdnuss-(Karpfenköder?)

„Probier´s doch einfach mal!“

Von -mainkarpfen.de- August 2011

Fast jeder Karpfenangler benutzt heute Boilies, Pellets und nur  wenige fischen noch mit Mais. Eine Zeitlang war der Favorit die „Tigernuss“ und weit davor war sogar noch die Kartoffel fängig. Mittlerweile scheinen auch die Karpfen in Deutschland, wie schon einige Zeit in England, den „Wunderköder“ Boilie zu kennen. Sie haben in vielen Seen schlicht und einfach die Schnauze, bzw. den Rüssel davon voll und verweigern die Aufnahme unseres Köders. Solche Gewässer habe ich auch genügend in meiner Nähe und deshalb hab ich mir einmal Gedanken gemacht, wie man die Karpfen noch fangen könnte, ohne Boilies und „altbekannte“ Köder zu verwenden.

Sehr viele Spezialisten benutzen zur Zeit Boilies oder Pellets mit Fischgeschmack bzw. Flavour und das auch mit Erfolg. Karpfen mögen aber auch Süßes wie Schokolade, Zucker, Honig und auch Nüsse.

So kam ich zur Überlegung, warum man nicht einfach sogenannte „Schokolierte Erdnüsse“ als Köder nehmen solle. Diese „Schokolierten Erdnüsse“ sind bei jedem Discounter für wenig Geld zu kaufen, haben bunte, also auffällige Farben und  wenn man der aufgedruckten Nährwerttabelle glauben darf, allerhand an Eiweiß, Fett, Ballaststoffe und einiges mehr, was unseren Karpfen keinesfalls Schaden zufügt (im Gegenteil!).

Also sollten diese bunten Dinger für einen Test am Gewässer herhalten. Und hier kam das erste Problem, wie sie bei der von mir bevorzugten Haarmethode befestigen? Die Lösung bestand einfach in einem kleinen Loch, welches ich durch die Schoko-Nuss bohren wollte. Ein 2er Bohrer in die „Dremel“ gespannt und gebohrt. Wunderbar, die bunte Zuckerglasur verabschiedete sich ganz schnell, bzw. ist einfach „weggeplatzt“. Nächste Idee: Da muss mehr Zucker drum! Also wurde in einem kleinen Topf normaler Haushaltszucker auf der Herdplatte flüssig gemacht und die bunten Nüsschen darin „gebadet“. Viermal sollte man diesen Prozess wiederholen, dann ist die Zuckerschicht dick genug. Das bedeutet, Nuss in Zuckerbad rein, kurz schwenken und dann sofort rausnehmen und zum Abkühlen auf einem Teller legen. Nach dem Abkühlen wieder rein in den flüssigen Zucker und das alles viermal, dann hat man einen „Zuckerpanzer“ um die Schokolierte Erdnuss, der sich tatsächlich auch bohren lässt. Wichtig ist, dass sich die bunten Kugeln nicht zu lange im heißen Zucker befinden, da sich die Schokolade sonst auflöst. Keine Angst, der Topf lässt sich mit heißem Wasser wieder zu 100% in seinen „Ursprungszustand“ versetzen (kleiner Hinweis an evtl. verärgerte Topfbesitzer(innen) ). Wenn der Zuckermantel also richtig getrocknet ist, das Zeug klebt dann übrigens immer noch, dann kann man besagtes Loch bohren, das „Haar“ durch dieses Löchlein fädeln und mit einem Stopper sichern. Hier bietet sich ein Pelletstopper an!

Zur Hakengröße, der Vorfach- bzw. Haarlänge möchte ich mich hier nicht äußern, diese muss jeder für sich und sein Gewässer herausfinden.

Diesen Köder kann man natürlich direkt am Angelplatz ans Haar montieren, wenn man gerne klebrige Finger hat. Es geht aber auch anders, nämlich, wenn man das komplette Vorfach zu Hause vorbereitet. Wenn also die Zuckernuss am Haar baumelt, wird sie, mitsamt Haken in einen kleinen PVA-Beutel gegeben. Wenn man den Beutel etwas größer wählt, kann man in diesen auch noch einige „unbehandelte“ Schokolierte-Erdnüsse dazugeben. Somit erhöht sich die Lockwirkung natürlich. Das Beutelchen wird dann oben mit PVA-Schnur zugebunden, aber das obere Stück der Vorfachschnur nicht mit in den Beutel packen, sondern draußen lassen, dann ist die Befestigung am Wirbel kein Problem. Der PVA-Beutel löst sich übrigens nicht durch die „Zuckernüsse“ auf!

Bei Versuchen im heimischen Labor (also in unserer Küche…), unter Verwendung spezieller Glasgefäße (hier kamen Weizenbiergläser zum Einsatz, welche nach den Tests in gereinigtem Zustand mit Weizenbier gefüllt wurden!!!!), ergab sich, dass sich natürlich zuerst der PVA-Beutel auflöste, dann unsere vierfach-Zuckerglasur, dann die bereits vorhandene, bunte Zuckerglasur und zuletzt die Schokolade, welche erfreulicherweise die Erdnuss freigab. Die Erdnuss und der Pelletstopper bleiben als Hakenköder vorhanden und die Stoffe, welche sich aufgelöst haben, geben eine erstaunliche Menge an Lockstoff frei.

Dieser Köder eignet sich natürlich am besten für stehende Gewässer und mittlerweile haben wir damit auch erstaunliche Fänge gemacht, wo mittlerweile von den Karpfen kein Boilie mehr angenommen wurde.

Es bieten sich sehr viele Möglichkeiten, dem erhitzten Zucker und der „klebrigen Schoko-Nuss“ noch für den Karpfen interessante Lockstoffe zuzufügen. Durch die klebrige Konsistenz eröffnen sich Wege, dem Karpfen unseren Köder schmackhaft zu präsentieren, also durch einfaches „Wenden“ zum Beispiel in Kokosflocken. Auch funktionieren „herzhafte“ Gewürze, wie Curry, Chili und ungefähr noch tausend andere Gewürze, welche wunderbar an der klebrigen Zuckermasse haften. Selbst Maden kleben an diesem Zuckermantel, bis dieser sich im Wasser auflöst und wer hat schon mal eine Zuckerüberzogene-Schokoladen-Erdnuss gesehen, welche sich im Wasser dank der daran klebenden Maden bewegt :-)? Hier sind also wirklich keine Grenzen gesetzt und wer sich durch seine Köder von denen anderer Angler unterscheiden möchte, hat mit unserer Idee alle Möglichkeiten dazu.

Wir von „mainkarpfen.de“ bleiben an der Sache dran und es wird eifrig experimentiert (kann man sowas eigentlich als „Patent“ anmelden ? 😉 ))

Wer Fragen zu diesem Köder hat, kann dies gerne auf unserer Internetseite hier tun.

Probiert es einfach mal aus, es klappt !!!!!!!!!!!!!

Viel Spaß und

Petri Heil!

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Ein Kommentar zu „Zucker-Schoko-Erdnuss-(Karpfenköder)“ -Eine Alternative?-

  1. Peter sagt:

    Hallo Ihr Zuckerbastler
    Klingt ja nach einer schönen klebrigen spielerei bin gespannt ob das was wird
    genug Zeit hab ich ja beim „angeln“.Bei mir steht sowieso nicht unbedingt das Fische fangen im vordergrund aber zupfen darf es schonmal , wenn so garnix geht ist auch nicht gut.Werd mich wieder melden wenn ich damit Erfolg hatte.
    Danke und Petri Heil
    MfG Peter

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